Internationaler Warenverkehr

Nachfolgend finden Sie aktuelle Zollinformationen und News zum internationalen Warenverkehr.

Dezember 2019 / Januar 2020

Algerien: Änderung der Bestimmungen für Transport- und Zahlungsabwicklung bei Einfuhren

Der Algerische Bankenverband (ABEF) hatte am 30. Seprember 2019 mit Schreiben Nummer 479/DG/2019 mitgeteilt, dass bei Einfuhren von Mobiltelefonen und Haushaltsgeräten mit sofortiger Wirkung folgende Änderungen in Kraft treten:

  • Direktzahlungen sind nicht länger möglich. Stattdessen wird ein Zahlungsziel von 9 bis 12 Monaten eingeführt.
  • Nur der INCOTERM "Free on Bord" ist zulässig.
  • Unternehmen sind bei Einfuhrgeschäften angehalten, soweit wie möglich algerische Seefrachtführer zu nutzen.

Aus dem Schreiben geht zudem hervor, dass die Bestimmung zur ausschließlichen Verwendung des INCOTERM "FoB" ab dem 31. Dezember 2019 auf alle Einfuhren ausgeweitet werden soll. Ob diese Ausweitung auf alle Einfuhren zum 31. Dezember 2019 auch im Hinblick auf die übrigen Vorgaben zu den Zahlungsbedingungen sowie zur prioritären Nutzung von algerischen Seefrachtführern beabsichtigt ist, ist derzeit unklar.

Ebenso offen ist, inwiefern andere Transportmittel (Luftfracht) von diesen beziehungsweise ähnlichen Vorgaben betroffen sind.

Die IHK-Organisation ist zur Klärung dieser Fragen sowohl mit der AHK Algerien als auch mit EUROCHAMBRES und der EU-Kommission im Austausch.

Zoll: Neue IT-Anwendung ZELOS

Die Zollverwaltung informiert über die neue IT-Anwendung ZELOS. Diese ermöglicht eine elektro­nische Unterlagenübermittlung in der Zollabfertigung. Mit ZELOS wird der rein elektronische Austausch von Unterlagen und Dokumenten zwischen Zoll und Un­ternehmen ermöglicht. Noch ist ZELOS nicht aktiv, es soll aber nach Angaben der Zollverwaltung während der Laufzeit des ATLAS Releases 9.0 eingeführt werden. Weitere Neuerungen erläutert der Zoll in den ATLAS-Informationen.

Nicht nur zur Weihnachtszeit: Wie das Paket durch den Zoll kommt

Vorweihnachtszeit heißt Hochsaison bei Paketversendern und -diensten. Aber auch in den Paket­kammern des Zolls stapeln sich Geschenke und Lieferungen aus aller Welt teils bis an die Decke.

Bestellungen im Internet sind einfach und der Lieferant meist nur ein paar Klicks entfernt. Wissentlich oder unwissentlich landen die Bestellungen jedoch oft im Drittland und bei der Einfuhr des neuesten Smartphones oder der modischsten Sneakers fallen möglicherweise zusätzlich Zölle, Einfuhrumsatzsteuer und Verbrauchsteu­ern an. Eine Postsendung aus einem Nicht-EU-Staat muss daher grundsätzlich zollamtlich abgefertigt wer­den. Sendungen, für die keine Abgaben entstehen und die keine Waren enthalten, die Verboten oder Be­schränkungen unterliegen, können jedoch oftmals direkt an den Empfänger ausgeliefert werden. Ausführliche Informationen zu Internet-Bestellungen gibt es auf der Website des Zoll.

Neu: Angabe der EORI-Nummer im Carnet ATA

(DIHK) Die Generalzolldirektion (GZD) hat eine Verfügung zur Verwendung der EORI-Nummer im Carnet erlassen, die am 12. November 2019 bekanntgegeben wurde. Anders als bisher müssen im Zollgebiet der EU ansäs­sige Wirtschaftsbeteiligte, die Waren mit einem Carnet versenden, ihre EORI-Nummer angeben. Die EORI-Nummer ist im Feld A - Inhaber und Anschrift - in den jeweiligen Blättern anzumelden. Auf dem Deckblatt und den Kontrollabschnitten ist die EORI-Nummer dagegen nicht anzugeben.

Die Generalzolldirektion weist darauf hin, dass die Pflicht zur Angabe der EORI-Nummer nur Wirtschaftsbe­teiligte trifft. Privatpersonen benötigen keine EORI-Nummer, wenn Sie unter 10 Carnets pro Jahr beantragen.

Diese Regelung tritt ab sofort in Kraft. Da die Information jedoch nicht vor der Bekanntgabe der Verfügung an die Hauptzollämter erfolgt ist, gewährt der Zoll noch einen Übergangszeitraum zur Umsetzung. Zur ge­nauen Dauer der Übergangsfrist liegen seitens der GZD derzeit keine Informationen vor.

Warennummern und Warenverzeichnis 2020

Warennummern sind das zentrale Ordnungsmerkmal im internationalen Handel. Waren werden immer nach ihrer technischen Beschaffenheit klassifiziert und erhalten eine entsprechende Warennummer (Zolltarifnum­mer). Anhand der Warennummer werden die Zollsätze bei der Einfuhr festgelegt, aber auch Ein- und Aus­fuhrbeschränkungen und die jeweils erforderlichen Dokumente.

Zum 1. Januar eines jeden Jahres ändern sich die Warennummern. Das Statistische Bundesamt (DESTATIS) hat sämtli­che Veränderungen von Warennummern und Besonderen Maßeinheiten in einer Gegenüberstellung 2020/2019 veröffentlicht (Stand: November 2019). Mehr dazu bei DESTATIS.

Vereinigte Arabische Emirate: BVA-Endbeglaubigung teilweise erforderlich

Die Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate in Berlin hat mitgeteilt, dass - mit Ausnahme von Handelsrechnungen und Ursprungszeugnissen - seit dem 1. November 2019 alle anderen Dokumente vor der Einreichung bei der Arab-German Chamber of Commerce and Industry (Ghorfa) vom Bundesverwaltungsamt (BVA) endbeglaubigt werden müssen.

Je nach Art des Dokuments, müssen diese zuvor von der jeweils zuständigen Stelle (Behörde/Notar) ausgestellt/beglaubigt/bescheinigt worden sein. Notariell beglaubigte Dokumente müssen anschließend durch den zuständigen Landgerichtspräsidenten überbeglaubigt werden. Behördendokumente, die von der jeweils zuständigen Behörde ausgestellt/bescheinigt werden müssen, sind anschließend durch die obere Verwaltungsbehörde überzubeglaubigen.

Alle anderen Vorgaben bleiben unverändert. Die Handelskammer Hamburg hat hierzu bereits im Forum für die Konsulats- und Mustervorschriften (K&M) berichtet. Die Änderung wird zudem Bestandteil des zweiten Nachtrags zu 43. Auflage der gedruckten K&M sein.

Brasilien: Senkung der Einfuhrzölle auf Maschinen und Apparate

(Gtai) Das zum brasilianischen Ministerium für Wirtschaft gehörige Sekretariat für Außenhandel und interna­tionale Angelegenheiten ("Secretaría Especial de Comércio Exterior e Asuntos Internacionais") hat mit Ver­ordnung vom 25. September 2019 die Einfuhrzölle für zahlreiche Maschinen und Apparate, die nicht in Bra­silien hergestellt werden können, von 14 Prozent auf 0 Prozent gesenkt.

Die Zollsenkungen sind am 3. Oktober 2019 in Kraft getreten und gelten bis zum 31. Dezember 2021. Die Zollsenkungen erscheinen im brasilianischen Zolltarif als "Ex"-Tarifpositionen" ("Ex Tarifarios") im Anschluss an die jeweilige Unterposition der gemeinsamen Nomenklatur des Mercosur.

Anträge auf Senkung des Einfuhrzolls müssen brasilianische Unternehmen oder Verbände an das Ministe­rium für Wirtschaft (Ministerio de Economía) richten. Die Maßnahme dient der Erhöhung technologischer Innovationen und gewährt dabei gleichzeitig der heimischen Industrie einen Schutz durch ausschließliche Berücksichtigung von Gütern ohne nationale Produktion.

EAWU und Serbien haben ein Freihandelsabkommen

Das Abkommen mit der 2015 gegründeten Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) soll Serbiens Exporteuren die zollfreie Ausfuhr für 95 Prozent der heimischen Produkte auf einen Markt von 182 Millionen Konsumenten sichern. Die EU sieht das Freihandelsabkommen kritisch. Momentan stellt sich der Außen­handel Serbiens mit der EAWU eher bescheiden dar. Während die Ein- und Ausfuhren in die EU-Staaten 63,2 Prozent des serbischen Außenhandels ausmachen, gehen bisher nur 7,5 Prozent in die Länder der EAWU. Das Freihandelsabkommen würde beim angestrebten EU-Beitritt Serbiens aufgelöst.

EAWU/Russland: Marktzugang für Arzneimittel

(GTAI) In einem ausführlichen Artikel informiert die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) über die Rechtsgrundlagen auf dem Markt, die Anforderungen an Arzneimittel­hersteller und -händler und die aktuellen Entwicklungen bezüglich der Kennzeichnungspflicht. Mehr auf der Website von GTAI.

VR China: Chinesischer Zoll verlangt geänderte Ursprungsbezeichnung bei Warenursprung Taiwan

(DIHK) Derzeit kann es bei der Einfuhr von Waren mit Ursprungsbezeichnung "Taiwan" zu Problemen bei der Zollabfertigung in der Volksrepublik China kommen. Chinesische Behörden schreiben bei Waren mit Ursprung "Taiwan", die in irgendeiner Form eine Zertifizierung vom CCPIT bedürfen (betrifft faktisch fast alle Waren), folgende Ursprungsbezeichnungen vor (unverbindliche Übersetzung des DIHK):

Zulässig sind ausschließlich folgende Bezeichnungen:

1. TAIWAN PROVINCE OF CHINA oder
2. TAIWAN, CHINA oder
3. CHINESE TAIWAN oder
4. TAIPEI, CHINA oder
5. CHINESE TAIPEI

Der DIHK empfiehlt bei Problemen mit der bisherigen Formulierung "Taiwan" soweit möglich die Formulie­rung "CHINESE TAIWAN" zu verwenden (vgl. zulässige Bezeichnungen Beispiel Nr. 3). Aus IHK-Sicht kann die bisherige Formulierung "Taiwan" ggfs. dennoch weiter genutzt werden, allerdings kann es zu Problemen bei der Anerkennung der Dokumente in der VR China kommen.

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November

Vereinigte Arabische Emirate: BVA-Endbeglaubigung teilweise erforderlich

Die Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate in Berlin hat mitgeteilt, dass - mit Ausnahme von Handelsrechnungen und Ursprungszeugnissen - seit dem 1. November 2019 alle anderen Dokumente vor der Einreichung bei der Arab-German Chamber of Commerce and Industry (Ghorfa) vom Bundesverwaltungsamt (BVA) endbeglaubigt werden müssen.

Je nach Art des Dokuments, müssen diese zuvor von der jeweils zuständigen Stelle (Behörde/Notar) ausgestellt/beglaubigt/bescheinigt worden sein. Notariell beglaubigte Dokumente müssen anschließend durch den zuständigen Landgerichtspräsidenten überbeglaubigt werden. Behördendokumente, die von der jeweils zuständigen Behörde ausgestellt/bescheinigt werden müssen, sind anschließend durch die obere Verwaltungsbehörde überzubeglaubigen.

Alle anderen Vorgaben bleiben unverändert. Die Handelskammer Hamburg hat hierzu bereits im Forum für die Konsulats- und Mustervorschriften (K&M) berichtet. Die Änderung wird zudem Bestandteil des zweiten Nachtrags zu 43. Auflage der gedruckten K&M sein.

EU-Sanktionen gegen die Türkei – Rechtsrahmen beschlossen

Am 11. November 2019 hat der Rat der Europäischen Union einen Rahmen für restriktive Maßnahmen als Reaktion auf die nicht genehmigten Bohrtätigkeiten der Türkei im östlichen Mittelmeer angenommen. Sanktioniert werden können Einzelpersonen oder Einrichtungen, die für die nicht genehmigten Erdgasbohrtätigkeiten im östlichen Mittelmeer verantwortlich oder daran beteiligt sind.

Der Rahmen restriktiver Maßnahmen schreibt vor, dass Sanktionen gegen Einrichtungen und Personen verhängt werden dürfen, welche für bestimmte Bohrtätigkeiten verantwortlich sind, das heißt diese oder mit ihnen in Verbindung stehende Personen und Einrichtungen finanziell, technisch oder materiell unterstützen (vergleiche dazu auch die Presseerklärung des Rates). Sanktionierte Personen und Einrichtungen werden in einem Annex aufgelistet. Dieser Annex ist bisher leer. Für eine Listung ist Einstimmigkeit im Rat erforderlich (vergleiche Artikel 3 des GASP-Beschlusses in der Anlage).

In Bezug auf die sanktionierten Personen und Einrichtungen dürfen Vermögenswerte eingefroren werden, sowie Einreiseverbote erlassen werden. Des Weiteren wird Personen und Einrichtungen aus der EU verboten, gelisteten Personen und Einrichtungen finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

Änderungen EU-Schutzmaßnahmen für Stahlimporte

(BaB) Am 1. Oktober sind Änderungen der bestehenden Schutzmaßnahmen für Stahlimporte in Kraft getre­ten, um diese wirksamer zu machen. Die Verbesserungen beruhen auf einer Untersuchung der bestehenden Maßnahmen und sollen dabei helfen, Import-Engpässe zu verhindern. Die Einfuhrkontingente werden schritt­weise erhöht, die Liste der Ausnahmen für Entwicklungsländer aktualisiert. Mehr auf der Website der Europäischen Kommission.

EU: Neue Matrix zur Ursprungskumulierung

Die Europäische Kommission hat mit Amtsblatt Nr. C 333/3 vom 4. Oktober 2019 die aktuelle Matrix zur Anwendung der diagonalen Ursprungskumulierung im Rahmen des Regionalen Übereinkommens über Pan-Europa-Mittelmeer-Präferenzursprungsregeln veröffentlicht.

Elektronisches Ursprungszeugnis (eUZ) jetzt auch ohne Signaturkarte

Unternehmen können Ursprungszeugnisse und Bescheinigungen für den Außenhandel bei ihrer Industrie- und Handelskammer elektronisch (online) beantragen. Die dazugehörende Anwendung war bisher nur unter Verwendung einer digitalen Signaturkarte möglich. Seit kurzem gibt es als Alternative zur Signaturkarte die passwortgestützte Antragstellung. Die eUZ-Admi­nistratoren in den Unternehmen können nun in der Benutzerpflege für jeden Nutzer entscheiden, welche Berechtigungsstufe diese Person erhalten soll:

  1. NEU: Mit Nutzerkennung:
    Der Nutzer darf Anträge (eUZ und Bescheinigungen) einreichen und Do­kumente drucken sowie Entwürfe erstellen und bearbeiten. Für die Einreichung bei der IHK ist keine Signaturkarte erforderlich, die Anmeldung im eUZ-System mit Benutzernamen und Passwort reicht aus.

  2. Mit Signaturkarte:
    Der Nutzer darf Anträge für eUZ und Bescheinigungen einreichen und Dokumente drucken sowie Entwürfe erstellen und bearbeiten. Für die Einreichung bei der IHK sind eine Signa­turkarte und ein Kartenlesegerät erforderlich,

  3. Weder noch: Der Nutzer darf eUZ-Entwürfe erstellen und bearbeiten sowie Dokumente drucken, aber keine Anträge bei der IHK einreichen.

Weitere Informationen.

USA: Zölle gegen EU seit 18.10.2019 in Kraft

(DIHK) Der EU-US-Handelskonflikt um die Subventionierung von Airbus und Boeing wird nach 14 Jahren akut: Die WTO-Streitbeilegungsgremien haben in den verhandelten Fällen entschieden, dass beide Seiten ihre Unternehmen WTO-widrig subventioniert haben und mit Strafzöllen gegeneinander reagieren können. Die WTO hat am 2. Oktober 2019 entschieden, dass die USA gegen die EU Zölle in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar verhängen kann.

Nach eigenen Angaben schöpfen die USA den von der WTO ermöglichten Spielraum vorerst nur teilweise aus. Am 18. Oktober 2019 sind die neuen Zölle der USA gegen die EU in Kraft getreten. Die Liste finden stehen auf der Website des "Office of the United States Trade Representative (USTR)".

Annex A und Annex B umfassen exakt dieselben Warentarifnummern/Zusatzzollhöhen/EU-Mitgliedsstaaten. Die USA haben sich explizit vorbehalten, diese Liste jederzeit anzupassen. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu prüfen, ob neue/andere Warentarifnummern/Zusatzzollhöhen/EU-Mitgliedsstaaten aufgelistet sind.

Manche der Zölle sind deutschlandspezifisch. Der DIHK geht aktuell davon aus, dass die in der USTR-Liste verwendete Formulierung "products of Germany" den nichtpräferenziellen Warenursprung meint. Demnach entscheidet nicht das Ausfuhrland, sondern das Ursprungsland über die Betroffenheit von den US-Zöllen.

Saudi-Arabien: Nächste Stufe der elektronischen Konformitätsprüfung

(GTAI) - Das gegenwärtige Konformitätssystem wird phasenweise ersetzt, das neue Online Registrierungstool "Saber" soll das Verfahren vereinfachen. Die Liste der Warengruppen, die unter das Online-Zer­tifizierungsverfahren fallen, wird ständig erweitert. Hierzu werden zunächst neue technische Regulierungen erlassen, deren Voraussetzungen die von der Vorschrift erfasste Importware erfüllen muss. Ab dem Tag des Inkrafttretens der technischen Regulierung ändert sich auch das Zertifizierungsverfahren, welches dann nur noch über "Saber" erfolgen kann. Weitere Informationen auf der Plattform Saber.

Zollbürokratie bremst Handelsabkommen: DIHK präsentiert Ideenpapier

(DIHK) Wegen aufwändiger Zollbürokratie nutzen viele Unternehmen die Zollvorteile internationaler Handels­abkommen nicht aus. Zur Lösung dieses Problems hat der DIHK ein Ideenpapier für moderne Handelsab­kommen erstellt. Damit Zollvorteile in möglichst vielen Unternehmen ankommen, sollten bestehende Abkom­men überarbeitet und neue Abkommen praxisnäher ausgestaltet werden.

Laut aktueller Zahlen der EU-Kommission werden lediglich für 68,4 Prozent der EU-Exporte die in den Handelsabkommen vereinbarten Zollvergünstigungen genutzt. Beim neuen Abkommen mit Kanada CETA liegt die Nutzungsrate sogar nur bei 37 Prozent. Dadurch werden auch für deutsche Ausfuhren jedes Jahr viele Milliarden Euro unnötiger Zölle gezahlt. Aus Sicht des DIHK sollte eine Nutzungsrate von mindestens 85 Prozent für vereinbarte Zollpräferenzen über alle Abkommen hinweg angestrebt werden. Weitere Informationen auf der Website des DIHK.

Neuer DIHK-Außenwirtschaftsreport veröffentlicht

(DIHK) Der aktuelle DIHK-Außenwirtschaftsreport zeigt: Die zunehmenden Handelskonflikte in der Welt ver­ursachen einen beispiellosen finanziellen und bürokratischen Aufwand, der das globale Geschäft für deut­sche Unternehmen immer schwieriger macht. Die Herausforderungen beginnen schon vor der Haustür: Erst­mals seit Gründung der Europäischen Union (EU) will mit dem Vereinigten Königreich ein EU-Mitglied den Europäischen Binnenmarkt verlassen. Neben dem Brexit schlägt auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China in der Beratungs- und Leistungspraxis der Industrie- und Handelskammern (IHKs) immer stärker durch.

Die Nachfrage nach wirksamen Hilfsmitteln gegen immer höhere Zollhürden steigt. So ist die Zahl der von den IHKs ausgestellten Ursprungszeugnisse - die wie eine Art "Anti-Zoll-Pille" wirken und vor potenziellen Strafzöllen schützen können - im vergangenen Jahr auf 1,43 Millionen gestiegen: ein Rekordhoch. Mit den Ursprungszeugnissen können Unternehmen den Zollbehörden im In- und Ausland glaubhaft dokumentieren, wo die wesentliche Wertschöpfung ihrer Produkte erfolgt ist. Zum DIHK-Außenwirtschaftsreport.

Oktober 2019

Brexit: IT-Verfahren ATLAS gegebenenfalls am 1. November 2019 teilweise eingeschränkt; Beantragung/Änderung von EORI-Nummern vom 29. Oktober bis einschließlich 5. November 2019 ausgesetzt

Der Zoll informiert, dass bei Eintreten eines ungeregelten Brexits der Nachrichtenverkehr im IT-Verfahren ATLAS am 1. November 2019 während eines Wartungsfensters von 00:00 bis 09:00 Uhr (MEZ) nicht zur Verfügung steht. Ferner wird die Beantragung/Änderung von EORI-Nummern vom 29. Oktober bis einschließlich 5. November 2019 ausgesetzt.Das meldet der DIHK.

ATLAS - Wartungsfenster "Brexit"

Mit der "ATLAS - Info" informiert die deutsche Zollverwaltung, dass im Fall eines ungeregelten Brexits für den Warenverkehr zwischen Großbritannien und der EU ab dem 1. November 2019, 00:00 Uhr (MEZ) ohne Übergangsfrist die zollrechtlichen Bestimmungen für Drittländer unter Berücksichtigung des Versandübereinkommens gelten.

Für die aufgrund des Brexits erforderlichen Wartungsarbeiten plant der Zoll folgende Ausfallzeiten beim IT-Verfahren ATLAS: Freitag, 1. November 2019 um 00:00 Uhr bis voraussichtlich 09:00 Uhr (CET).

Während dieser Wartungsarbeiten ist der Nachrichtenverkehr im IT-Verfahren ATLAS Einfuhr, EAS, Versand und ATLAS Ausfuhr (AES) nicht möglich. Ferner stehen folgende Internetanwendungen für die Dauer der Wartungsarbeiten nicht zur Verfügung:

  • EZT-online Auskunft
  • Internet Eingangs-/Ausgangs-SumA (IIA)
  • Internet-Zollanmeldung-Einfuhr (IZA)
  • Internet-Versandanmeldung (IVA)
  • Internet-Ausfuhranmeldung-Plus (IAA-Plus)
  • Internetantrag-AEO (IAEO)
  • Internet-Statusauskunft (ISA)
  • Internetantrag Aufschub-BIN (IA-ABIN)

Vergabe/Änderungen von EORI-Nummern:

Der Zoll informiert zudem, dass im Zuge eines ungeordneten Brexits alle im Vereinigten Königreich erteilten EORI-Nummern ungültig werden. Britische Wirtschaftsbeteiligte können bereits im Vorfeld eine EORI-Nummer in einem Mitgliedstaat ihrer Wahl beantragen. In Deutschland beantragte EORI-Nummern werden erst nach Vollziehen des Brexits nach dem 1. November 2019 aktiviert und in die zentrale Datenbank in Brüssel hochgeladen.

Das zentrale EOS-System der Europäischen Kommission wird voraussichtlich vom 30. Oktober bis 3. November 2019 nicht zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund können Anträge auf Erteilung/Änderung einer EORI-Nummer nur bis spätestens 28. Oktober und nach dem 5. November 2019 durch die Generalzolldirektion - Dienstort Dresden - Stammdatenmanagement bearbeitet werden.

Zudem weist der deutsche Zoll darauf hin, dass der SumA-Verantwortliche für die Abgabe einer ESumA beziehungsweise ASumA in ATLAS EAS zwingend im Besitz einer EORI-Nummer sein muss. Die Identifizierung des Wirtschaftsbeteiligten durch Angabe des Namens/der Firmenbezeichnung und der Adressdaten ist nicht möglich. Weitere Informationen auf der Website des Zoll.

Im Fall einer Verschiebung oder einer kurzfristigen Absage des Brexits kann das dafür vorgesehene Wartungsfenster entfallen.

Irak: Wegfall der BVA-Beglaubigung für Ursprungszeugnisse und Handelsrechnungen

(DIHK) Die irakische Botschaft in Berlin informiert, dass die Beglaubigung von Ursprungszeugnissen und Handelsrechnungen durch das Bundesverwaltungsamt (BVA) künftig nicht mehr erforderlich ist.

Als Dachverband der 79 Industrie- und Handelskammern setzt sich der DIHK kontinuierlich für Bürokratieabbau und Vereinfachungen bei der Abwicklung von Handelsgeschäften ein. Für den Irak galt bislang ein sehr aufwendiges Verfahren zur Legalisierung von Handelsdokumenten. Voraussetzung für eine Legalisierung von Handelsdokumenten durch die irakische Botschaft war

  1. die Ausstellung/Bescheinigung von Ursprungszeugnissen/Handelsrechnungen durch die IHK
  2. die Beglaubigung durch das Bundesverwaltungsamt (BVA)
  3. die Beglaubigung durch die Arab-German Chamber of Commerce and Industry (GHORFA)

Seit dem 7. Oktober 2019 ist eine Beglaubigung von Ursprungszeugnissen und Handelsrechnungen durch das Bundesverwaltungsamt nicht länger erforderlich. Künftig ist die Ausstellung des Ursprungszeugnisses bzw. die Bescheinigung der Handelsrechnung durch die IHK sowie die Beglaubigung durch die GHORFA für eine Legalisierung durch die irakische Botschaft in Berlin ausreichend.

Mit dem Verzicht auf eine Beglaubigung von Ursprungszeugnissen durch das BVA rückt auch eine zweite, langjährige Forderung des DIHK näher: elektronisch ausgestellte Ursprungszeugnisse und Handelsrechnungen für eine Legalisierung durch die irakische Botschaft zuzulassen. Hierzu ist der DIHK derzeit mit der irakischen Botschaft im Gespräch und informiert die IHKs, sobald es Neuigkeiten gibt.

Eurasische Wirtschaftsunion: Freihandelsabkommen mit Iran tritt in Kraft

Das Freihandelsabkommen zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) und dem Iran soll am 27. Oktober 2019 in Kraft treten. Nachdem das Abkommen unterzeichnet und ratifiziert wurde, einigten sich die Parteien darauf, weiterhin bei der Umsetzung des Abkommens zusammenzuarbeiten. Erster Schritt war bereits die Vereinbarung über einen Dialog zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Zollbehörden. Mehr dazu auf der Website von GTAI.

Türkei: Warenverkehrsbescheinigung A.TR. - Bezeichnung in Feld 4

Die Änderung des Wortlautes bezieht sich derzeit nur auf die Ausfuhr in die Türkei. Nach Mitteilung der türkischen Zollbehörde gegenüber der GZD enthalten für die Einfuhr in die EU bestimmte A.TR.-Bescheinigungen aus der Türkei in Feld 4 bis zu einer möglichen Änderung weiterhin die ursprüngliche Bezeichnung "ASSOCIATION between the EUROPEAN ECONOMIC COMMUNITY and TURKEY". Mehr dazu auf der Website des Zolls.

Incoterms 2020

Die Incoterms®-Regeln sind global anwendbare Standards zu den Lieferbedingungen in internationalen Geschäften (International Commercial Terms). Sie regeln die Rechte und Pflichten von Käufer und Verkäufer rund um die Lieferung einer Ware: wann geht die Ware vom Verkäufer auf den Käufer über, wer trägt welche Transportkosten, wer übernimmt ab wann die Haftung für Verlust und Beschädigung der Ware und/oder die Versicherungskosten. Nicht geregelt wird durch die Incoterms®-Klauselnzum Beispiel die Zahlungsbedingungen, der Eigentumsübergang einer Ware oder die Streitbeilegung.

Die Incoterms®-Klauseln sind weltweit anerkannt und werden auch tatsächlich in 90 Prozent aller internationalen Kaufverträge vereinbart. Mit der ersten Veröffentlichung des Incoterms®-Regelwerk im Jahre 1936 wurden erstmals global gültige Standards für die Lieferbedingungen bei internationalen Geschäften angeboten, die heute in über 120 Ländern anerkannt sind.

Das neue Incoterms® 2020-Regelwerk

Die Internationale Handelskammer (ICC) hat am 10. September 2019 mit den Incoterms® 2020 eine neue Version veröffentlicht. Sie tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Um allen Anwendern einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen, startet ICC Germany die Website Incoterms 2020. Diese bietet Interessierten einen Überblick zu einem deutschlandweiten Schulungsangebot, spannende Hintergrundinformationen und die Möglichkeit, sich das Incoterms® 2020-Buch bereits heute vorzubestellen.

Exporte nach China: chinesischer Zoll verlangt geänderte Ursprungsbezeichnung bei Warenursprung Taiwan

Die Zollbehörden der Volksrepublik China achten seit einigen Wochen bei Einfuhren von Waren mit Ursprung "Taiwan" verstärkt auf die Einhaltung der Vorgaben des China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT).

Laut der Bekanntmachung Nr. 41 / 2005 des CCPIT gilt bei Produkten aus Taiwan, die in irgendeiner Form eine Zertifizierung vom CCPIT bedürfen (betrifft faktisch fast alle Waren), Folgendes (unverbindliche Übersetzung des DIHK):

Zulässig sind ausschließlich folgende Bezeichnungen:

  1. TAIWAN PROVINCE OF CHINA oder
  2. TAIWAN, CHINA oder
  3. CHINESE TAIWAN oder
  4. TAIPEI, CHINA oder
  5. CHINESE TAIPEI.

Verboten sind folgende Bezeichnungen:

  1. REPUBLIC OF CHINA, oder ROC
  2. REPUBLIC OF CHINA (TAIWAN) oder ROC (TW)
  3. Die Worte TAIWAN oder TAIPEI alleine
  4. TAIPEI, TAIWAN
  5. TAIWAN/TAIPEI CHINA
  6. CHINA-TAIWAN/TAIPEI
  7. CHINA (TAIWAN/TAIPEI)

Aktuelle Hinweise verschiedener IHKs sowie der AHKs in China und in Taiwan bestätigen, dass es derzeit bei Nichteinhaltung zu Schwierigkeiten bei der Zollabfertigung in China kommen kann.

Die Formulierungsvorgaben betreffen sowohl Bezeichnungen in IHK-Ursprungszeugnissen, als auch Warenmarkierungen sowie Verpackungsbeschriftungen.
Hinweis:
Bindestriche oder Schrägstriche (Slash) sind nicht erlaubt. Zur Trennung sind gegebenenfalls Kommata zu verwenden.

Grundsätzlich können alle fünf der oben genannten, vom CCPIT als zulässig vorgegeben Varianten genutzt werden. Die Vorgaben beziehen sich auf Sendungen mit Ziel VR China. Für Sendungen, die in andere Zielmärkte gehen, kann die bisher verwendete Bezeichnung "Taiwan" beibehalten werden.

September 2019

Anträge für verbindliche Zolltarifauskünfte (vZTA) ab 1. Oktober 2019 nur noch elektronisch

Ab dem 1. Oktober 2019 erfolgt die Antragstellung auf eine Entscheidung über eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) ausschließlich mit Mitteln der elektronischen Datenverarbeitung (Artikel 6 Zollkodex der Union).

Wie der deutsche Zoll auf seiner Website mitteilt, ist Folgendes ab dem 1. Oktober 2019 zu beachten:

Für die elektronische Kommunikation steht in Deutschland das Bürger- und Geschäftskunden Portal (BuG) der Zollverwaltung zur Verfügung. Wirtschaftsbeteiligte müssen sich für den Zugang zum BuG authentifizieren und erhalten ein BuG-Postfach. Nach erfolgter Authentifizierung kann der Antragsteller bzw. Vertreter den elektronischen Antrag (eAntrag) auswählen und eingeben. Inhaltlich ergeben sich keine Änderungen zum bisherigen Antrag 0307 in Papierform.

Beim Ausfüllen des eAntrags gibt es einige Veränderungen, zum Beispiel

  • bestimmte Angaben wie Adressdaten werden in Feld 1/Feld 3 nach der Eingabe der EORI-Nummer automatisch aus den Stammdaten eingefügt
  • Feld 2 wird nicht mehr angezeigt, da auch hier die Daten aus den Stammdaten bereitgestellt werden

Weitere Hinweise zu jedem Feld können der "Ausfüllhilfe" zum Antrag entnommen werden. Unterlagen und Bilder können im PDF- beziehungsweise JPEG-Format im Antrag hochgeladen werden.

Nach dem Absenden des Antrags erhält der Antragsteller umgehend eine Eingangsbestätigung und ein Antragsbegleitdokument in sein Postfach. Das Antragsbegleitdokument muss verwendet werden, wenn z.B. Warenmuster und Warenproben oder weitere Unterlagen an das für VZTAs zuständige Hauptzollamt Hannover geschickt werden sollen, damit eine zweifelsfreie Zuordnung zum eAntrag erfolgen kann. Die weitere Kommunikation wird über das BuG-Postfach abgewickelt. Hierüber wird auch die vZTA zugestellt.

Nähere Informationen können Sie auf der Webseite des Deutschen Zolls nachlesen. Hinweis: Die elektronische Antragstellung ab dem 1. Oktober 2019 gilt nur für vZTAs. Anträge auf verbindliche Ursprungsauskünfte (vUAs) sind weiterhin in Papierform mit dem Antragsformular 0305 einzureichen.

Bewilligung für ermächtigter Ausführer und buchmäßige Trennung

(DIHK) Für die Inanspruchnahme des Verfahrens "ermächtigter Ausführer" bzw. des Verfahrens der "buch­mäßigen Trennung" von Vormaterialien mit und ohne Ursprungseigenschaft ist eine Bewilligung durch das zuständige Hauptzollamt auf Grundlage eines schriftlichen Antrags erforderlich.

Zur Erleichterung und Beschleunigung des Bewilligungsverfahrens sind für die Antragsstellung zukünftig ver­bindlich die elektronisch ausfüllbaren Antragsformulare zu verwenden, die im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung online zur Verfügung stehen oder über Zoll online abrufbar sind.

Formular 0448a "Antrag auf Bewilligung als ermächtigter Ausfüher (EA)" 

Formular 0441a "Antrag auf Bewilligung der buchmäßigen Trennung (bT)"  

Australien: Abwehr der Marmorierten Baumwanze vor dem Import nach Australien

Die australischen Maßnahmen zur Abwehr der Marmorierten Baumwanze (brown marmorated stink bug, BMSB) vom 1. September 2019 bis zum 31. Mai 2020 für Importe aus Deutschland bleiben praktisch unverändert im Vergleich zur letzten Saison. Insgesamt wurden die Maßnahmen jedoch massiv auf 33 Län­der ausgeweitet, darunter vor allem mehr europäische Länder.

Das zuständige australische Ministerium für Landwirtschaft versichert zwar, dass aus den Anwendungsprob­lemen der letzten Saison gelernt wurde und ausreichend Abfertigungskapazitäten zur Ausweitung der Ziel­länder vorhanden seien, es ist jedoch mit Verzögerung insbesondere am Beginn der Saison ab 1. September zu rechnen. Auf seiner Webseite hat der australische Zoll bereits deutsche Unternehmen benannt, die die Behandlung gegen die marmorierte Baumwanze durchführen dürfen. Unternehmen, die bereits letztes Jahr autorisiert waren, die Behandlung durchzuführen, müssen sich für die neue Saison neu registrieren lassen.

VR China: Weitere Erleichterungen bei der CCC-Zertifizierung

In der VR China wurden weitere Erleichterungen bei der CCC-Zertifizierung bekannt gegeben. In folgenden Fällen können Waren, die der Zertifizierungspflicht unterliegen, ausnahmsweise ohne Zertifizie­rung eingeführt werden:

  • Waren, die zur wissenschaftlichen Forschung, zu Prüfungs- und Zertifizierungstests eingeführt werden. Die Prüfung muss sich auf die Ware selbst beziehen
  • Waren, die für Reparatur- oder Wartungszwecke von Endverbrauchern benötigt werden
  • Ausrüstungen und Teile, die für eine werkseigene Produktionslinie benötigt werden
  • Waren, die nur zur kommerziellen Präsentation, aber nicht zum Verkauf bestimmt sind
  • Komponenten, die für Waren benötigt werden, die anschließend aus der VR China exportiert werden

Um diese Ausnahmeregelung nutzen zu können, ist ein Einzelantrag des Einführers bei der Zertifizierungs­behörde CNCA bzw. einer von dieser bestimmten anderen Stelle erforderlich. Mehr.

USA: Weitere Zusatzzölle auf Waren chinesischen Ursprungs

Ab 1. September 2019 gelten Zusatzzölle auf chinesische Ursprungswaren im Wert von 300 Milliarden US-Dollar in Höhe von (zunächst) zehn Prozent. Inwiefern Produkte chinesischen Ursprungs bei der Einfuhr in die USA mit Zusatzabgaben belegt sind, kön­nen Sie anhand der achtstelligen US-Zolltarifnummer prüfen. Mehr.

August 2019

Erinnerung: Verwendungsfrist für alte A.TR läuft ab

Die seit 2016 geltende Übergangsfrist für alte A.TR-Formulare mit Eindruck "Europäische Gemeinschaft" in Feld 4 läuft ab. Die alten Formulare für den Warenverkehr mit der Türkei können noch bis zum 30. August 2019 aufgebraucht werden. Die neuen Formulare haben in Feld 4 den Eindruck "Europäische Union". Mehr dazu gibt es auf der Website des Zolls.

Libyen: Legalisierung von Handelsdokumenten

Die libysche Botschaft in Berlin erinnert nochmals an die getroffene Regelung der Legalisierung von Handelsdokumenten.

In Fällen, in denen die Legalisierung von Dokumenten durch das libysche Konsulat in Berlin erforderlich ist, sind diese ausschließlich über die Ghorfa vorzubehandeln und einzureichen. Dokumente, die über die Deutsch-Libysche Handelskammer e.V. (DLHK) eingereicht werden, werden dagegen nicht legalisiert.

Für weitere Fragen und Informationen steht Herr Soufiane Amari in der Botschaft Libyens in Berlin zur Verfügung:

Libysche Botschaft Berlin
Podbielskiallee 42
14195 Berlin
Tel.: 030-200596-49
s.amari( at )libyanembassy.de

Neue Formulare "Ermächtigter Ausführer" / "Buchmäßige Trennung"

Die Zollverwaltung informiert, dass es neue Formulare für die Beantragung von einer Bewilligung als ermächtigter Ausführer oder der buchmäßigen Trennung gibt. In der Meldung vom 1. August 2019 gibt der Zoll an, dass ausschließlich die elektronisch ausfüllbaren Antragsformulare zu verwenden sind.

Für die Inanspruchnahme des Verfahrens "Ermächtigter Ausführer" beziehungsweise des Verfahrens der "Buchmäßigen Trennung" von Vormaterialien mit und ohne Ursprungseigenschaft ist eine Bewilligung durch das zuständige Hauptzollamt auf Grundlage eines schriftlichen Antrags erforderlich.

Zur Erleichterung und Beschleunigung des Bewilligungsverfahrens sind für die Antragsstellung verbindlich die elektronisch ausfüllbaren Antragsformulare zu verwenden, die im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung online zur Verfügung stehen oder über Zoll online abrufbar sind.

Der mit den erforderlichen Angaben vervollständigte Antrag ist auszudrucken und unterschrieben mit den notwendigen Anlagen dem örtlich zuständigen Hauptzollamt zuzuleiten. 

Handbuch ersetzt Merkblatt zur elektronischen Abschreibung (Zoll.de)

Das "Handbuch Ausfuhrgenehmigungen, Genehmigungscodierungen, elektronische Abschreibung" wurde neu veröffentlicht. Es ersetzt das Merkblatt zu den Genehmigungscodierungen und zur elektronischen Anmeldung/ Abschreibung genehmigungspflichtiger Ausfuhren im IT-Verfahren ATLAS-Ausfuhr. Mehr.

BAFA-Merkblatt zum Außenwirtschaftsverkehr mit der Russischen Föderation (BAFA)

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat sein Merkblatt zum „Außenwirt­schaftsverkehr mit der Russischen Föderation“ aktualisiert. Es vermittelt eine Übersicht über die Handelsbe­schränkungen sowie die Finanzsanktionen im Rahmen der von der Europäischen Union (EU) gegen die Russische Föderation verhängten Embargo-Regelungen. Mehr.

Unionszollkodex: Änderung von Zollanmeldungen für Sendungen von geringem Wert

DIHK) Die EU hat Änderungen des UZK im Hinblick auf die Anmeldung von Waren mit geringem Wert ver­öffentlicht:

Die Möglichkeit der Anmeldung von Waren, deren Einzelwert 22 Euro nicht übersteigt, durch einfache Gestellung bei den Zollbehörden zu vollziehen (anstelle einer Standard-Zollanmeldung), bleibt so­lange weiter bestehen, bis der Schwellenwert von 22 Euro für Mehrwertsteuerzwecke am 1. Januar 2021 aufgehoben wird.

Es wird die Möglichkeit geschaffen, bei der Abgabe einer Zollanmeldung von Sendungen mit geringem Wert (low-value consignments unter 150 Euro) einen reduzierten Datensatz zu verwenden (super reduced dataset).

Die Möglichkeit, bei der Anmeldung von Sendungen mit geringem Wert den reduzierten Datensatz zu verwenden, gilt nicht für Waren, die Verboten oder Beschränkungen unterliegen. Diese Waren müs­sen weiterhin unter Verwendung einer Standard-Zollanmeldung angemeldet werden, die alle rele­vanten Informationen enthält. Der reduzierte Datensatz darf auch nicht zur Anmeldung von Waren verwendet werden, die gemäß Artikel 143 Absatz 1 Buchstabe d der Richtlinie 2006/112/EG des Rates (Zollverfahrenscodes 42 und 63) bei der Einfuhr von der Mehrwertsteuer befreit sind.

Die Änderung tritt zum 25. Juli 2019 in Kraft.

Delegierte Verordnung (EU) 2019/1143

Saudi-Arabien: Erneuter Aufschub für die oxo-biologische Zertifizierungspflicht bestimmter Kunststoffprodukte bis April 2020

(DIHK) Saudi-Arabien führt zurzeit schrittweise ein Zertifizierungs- und Markierungssystem für bestimmte Kunststoffprodukte ein, die oxo-biologisch abbaubar sein müssen.

Nach Auskunft der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Riad (AHK) und der saudi-arabischen Organisa­tion für Standards, Metrologie und Qualität (SASO) wurde der Beginn der 2. und 3. Phase der Umsetzung erneut verschoben. Neuer Starttermin ist nun der 1. April 2020. Dies gilt insbesondere auch für Stretch Film und Shrink Film Rolls.

Die oxo-biologischen Zertifizierungsbestimmungen erstrecken sich sowohl auf Waren, die als eigenständiges Produkt unter den auf der SASO-Website genannten HS-Nummern eingeführt werden, als auch auf Kunst­stoffprodukte, die lediglich aus Transportgründen zur Umschließung/Verpackung der eigentlich zu importie­renden Hauptware verwendet werden.

Juli 2019

Türkei: Neue Vorschriften für die Einfuhr

Der türkische Zoll akzeptiert die "Exporter’s Declaration" für Waren, die Zusatzabga­ben unterliegen, nicht mehr. Das hat das türkische Staatssekretariat am 24. Mai 2019 mit sofortiger Wir­kung verordnet. Hintergrund ist, dass die Türkei für bestimmte Waren Zusatzzölle und Ausgleichssteuern verlangt. Ausgenommen sind Waren, die nachgewiesenermaßen EU- oder Türkei-Ursprung haben. Der Nachweis ließ sich bisher relativ einfach über eine Herstellererklärung (Exporter’s Declaration) erbringen. Diese konnte der Hersteller selbständig erstellen. Eine Bestätigung durch eine andere Stelle (zum Beispiel Zoll oder IHK) war nicht erforderlich. Auf die Erhebung der Zusatzzölle wurde bei Vorlage der Erklärung verzichtet. In manchen Fällen war die Vorlage eines IHK-Ursprungszeugnisses zusätzlich erforderlich. Jetzt akzeptiert die türkische Verwaltung die Exporteurs-Erklärung grundsätzlich nicht mehr.

Bei der Einfuhr von Waren, die Zusatzabgaben unterliegen und die ihren Ursprung in der EU oder der Tür­kei haben, sollte die Vorlage der Warenverkehrsbescheinigung A.TR genügen. Allerdings behält sich die türkische Verwaltung vor, bei „Risikokriterien” dennoch ein IHK-Ursprungszeugnis zu verlangen. Problema­tisch ist, dass die türkische Verwaltung eine Liste der Risikowaren bisher nicht publiziert hat. Laut Rück­meldung einiger betroffener Unternehmen scheint der Zoll pauschal bei sämtlichen Waren, die von Zusatz­abgaben betroffen sind, IHK-Ursprungszeugnisse zusätzlich zur A.TR zu verlangen.

Zoll: Bürger- und Geschäftskundenportal zum 1. Oktober 2019 online

Ab 1. Oktober 2019 soll das neue "Bürger- und Geschäftskundenportal" (BuG) der Zollverwaltung online gehen. Den Unternehmen wird damit künftig ermöglicht, zum Beispiel verbindliche Zolltarifauskünfte vollelektronisch zu beantragen. Außerdem erfolgen die Stammdatenpflege, die Beantragung  und Verwaltung der EORI-Nummer im "BuG". Mehr.

Ausfuhr: Mitwirkung der Zollstellen beim Ausfuhrnachweis für Umsatzsteuerzwecke

Die Zollstellen wirken beim Ausfuhrnachweis für Umsatzsteuerzwecke mit. Bei Abgabe einer elekt­ronischen Ausfuhranmeldung ist die Ausfuhr der Waren gegenüber dem Finanzamt grundsätzlich mit dem durch die Ausfuhrzollstelle an den Anmelder/Ausführer per EDIFACT-Nachricht übermittelten PDF-Dokument "Ausgangsvermerk" oder "Alternativ-Ausgangsvermerk" nachzuweisen. Dies gilt unabhängig davon, wie die Warenbewegung konkret abgewickelt wurde, d.h. ob es sich steuerlich um einen Versen­dungsfall (der Unternehmer versendet den Gegenstand der Ausfuhr) oder um einen Beförderungsfall (der Abnehmer befördert den Gegenstand der Ausfuhr) handelt.

Anders verhält es sich bei Abgabe einer mündlichen Ausfuhranmeldung. Mangels Daten im IT-System ATLAS-Ausfuhr ist in diesem Fall der Ausfuhrnachweis für Umsatzsteuerzwecke auf andere Weise zu er­bringen.

In den Versendungsfällen, in denen ein Spediteur, Frachtführer oder Verfrachter mit der Beförderung oder Versendung der Waren in das Drittlandsgebiet beauftragt worden ist, ist die Ausfuhr für Umsatzsteuerzwe­cke durch Versendungsbelege (z.B. Frachtbriefe) oder durch sonstige handelsübliche Belege (z.B. Spedi­teurbescheinigungen) nachzuweisen.

Nur in den Beförderungsfällen ist durch Dienststempelabdruck der Grenzzollstelle auf einem handelsübli­chen Beleg (z.B. Rechnung) die Ausfuhr für steuerliche Zwecke zu bestätigen.

Die Dienstvorschrift über die Mitwirkung der Zollstellen beim Ausfuhrnachweis für Umsatzsteuerzwecke regelt in Abs. 210 die zollamtliche Bestätigung des Ausgangs im Falle von mündlichen Ausfuhranmeldun­gen und wird in Kürze an die Vorgaben des Umsatzsteuerrechts angepasst (grundsätzlich kein Dienst­stempelabdruck auf einem handelsüblichen Beleg in Versendungsfällen). Ausnahmen hiervon sind nur noch im Ermessen der Ausgangszollstelle zulässig. Mehr.

"K und M" in der 43. Auflage erschienen

Die Konsulats- und Mustervorschriften – kurz: "K und M" – der Handelskammer Hamburg sind seit 1920 als das Standardwerk zum Thema Einfuhrbestimmungen, insbesondere von Drittstaaten, bekannt. Auf über 700 Seiten bietet es dem Leser einen Überblick über die wichtigsten benötigten Warenbegleitpapiere, ihre Aufmachung, Verpackungs- und Markierungsvorschriften, Legalisierungsbestimmungen, Konsulatsgebüh­ren u.v.m. für nahezu alle Bestimmungsländer.

Als eine der auflagenstärksten außenwirtschaftlichen Publikationen richten sich die "K und M" an alle, die im Außenhandel tätig sind. Insbesondere in Versand-, Export- und Zollabteilungen von Unternehmen aller Größen wird das Werk intensiv genutzt. Auch bei Dienstleistern wie Spediteuren, in der Exportfinanzierung und der Außenwirtschaftsberatung ist das Export-Nachschlagewerk regelmäßig im Einsatz.

Die "K und M" werden periodisch alle 2 Jahre neu aufgelegt und sind im Juni 2019 bereits in 43. Auflage erschienen. Mit dieser Neuauflage wurden wieder umfangreiche Änderungen in die Länderabschnitte ein­gearbeitet und die "Allgemeinen Hinweise" sowie ergänzenden Anhänge und Übersichten auf Stand ge­bracht. Bis zur jeweiligen nächsten Neuauflage wird das Werk durch 5-6 kostenlose Nachträge aktuell ge­halten. 

Damit erhöht sich der Aufwand für EU-Exporteure, die Ware in die Türkei liefern. Da die Auflage nicht für alle Warensendungen gilt, ist es dringend zu empfehlen, mit dem Kunden vorab zu klären, welche Doku­mente für die Einfuhrverzollung benötigt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die türkischen Kunden im Zweifel angeben werden, dass ein Ursprungszeugnis erforderlich ist – schon alleine um eine Zeitverzögerung bei der Importverzollung zu vermeiden. Mehr.

Ihr Ansprechpartner

IHK-Zentrale
IHK Reutlingen Bereich: International
Position: Mitarbeiter Zoll und internationaler Warenverkehr
Schwerpunkte: Ursprungszeugnisse, Bescheinigungsdienst, Carnet ATA, Export- und Importabwicklung, Exportkontrolle, Ursprungsrecht, Zollverfahren
Telefon: 07121 201-181
Fax: 07121 201-4181
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