IHK-Studie: Schweiz liegt vorn, China legt zu

Investitionen aus dem Ausland steigen

Die Zahl der regionalen Unternehmen mit ausländischer Beteiligung ist in den vergangenen drei Jahren weiter gestiegen. Eine aktuelle Studie der IHK Reutlingen zeigt die Herkunft der Investoren: Die Schweiz bleibt unangefochten auf Platz 1, China macht Boden gut.

Investitionen aus dem Ausland steigenFoto: imaginima/iStockphoto.com

Im vergangenen Jahr verzeichneten 260 Unternehmen in der Region eine ausländische Beteiligung. Das ist rund ein Drittel mehr als noch im Jahr 2018 (198 Unternehmen). Mit rund 17.500 Arbeitsplätzen sind ausländische Investoren mittlerweile „ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, sagt Michael Rampf, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses. „Ansiedlungen von außen bringen immer auch neue Ideen und Impulse mit. In unserer globalen Welt ist es schon längst völlig normal, über Länder und Kontinente hinweg aktiv zu sein. So stärken auch unsere heimischen Unternehmen das Geschäft am eigenen Standort durch Investitionen im Ausland.“

Neue Länder, Plus aus Schweiz und China
Insgesamt verzeichnet die Region Neckar-Alb Investitionen aus 36 Ländern. Zu den Investoren aus Europa und den USA gesellen sich vermehrt Investoren von anderen Kontinenten. Seit der letzten Auswertung Ende 2018 kamen in der Region Neckar-Alb ausländische Beteiligungen aus sieben neuen Ländern – beispielsweise aus Saudi-Arabien, Litauen und Singapur – hinzu. Im Ranking liegt weiterhin die Schweiz mit 61 Beteiligungen auf Platz 1, gefolgt von den USA (39), Italien (18), Frankreich (15) und Österreich (14).

Ein deutlicher Zuwachs ist bei der Anzahl der schweizerischen und chinesischen Beteiligungen zu erkennen, die um ein Drittel gestiegen sind beziehungsweise sich sogar verdoppelt haben. China lag vor drei Jahren auf Rang neun und belegt aktuell Rang 7, Tendenz weiter steigend. „Chinesische Unternehmen werden als Investoren weiter zulegen, das ist Teil der Globalisierung und nicht ungewöhnlich“, so Martin Fahling, Bereichsleiter International bei der IHK Reutlingen. „Allerdings erwarten wir im Gegenzug Chancengleichheit für deutsche Unternehmen, die in China investieren möchten.“ Die Barrieren für ausländische Investoren sind dort sehr viel höher als in Deutschland. „Diese gilt es weiter abzubauen, um einen fairen Wettbewerb zu sichern.“

Blick in die Branchen und Landkreise
Die meisten ausländischen Beteiligungen oder Gründungen finden sich mit 68 Prozent im verarbeitenden Gewerbe – speziell im Maschinenbau, gefolgt von der Informationstechnologie und der Elektrotechnik. Mit 135 ausländischen Beteiligungen (52 Prozent) hat der Landkreis Reutlingen die Nase vorn, in Tübingen sind 65 ausländische Unternehmen (25 Prozent) aktiv. Der Zollernalbkreis hat in den vergangenen drei Jahren stark aufgeholt: Die ausländischen Beteiligungen wuchsen im Vergleich zu 2018 um mehr als 60 Prozent auf 60 Unternehmen (23 Prozent).

Hintergrund
Alle drei Jahre analysiert die IHK, wie IHK-zugehörige Unternehmen mit ausländischer Beteiligung zur Standortattraktivität der Region Neckar-Alb beitragen. In die aktuelle Studie wurden 260 im Handelsregister (HR) eingetragene Unternehmen mit einer Beteiligung von mindestens 25 Prozent einbezogen.

Der Bereich International der IHK Reutlingen berät IHK-Mitgliedsunternehmen zu Fragen des internationalen Geschäfts. Er begleitet sie bei den ersten Schritten in anderen Ländern, beantwortet Zoll-, Rechts- und Verfahrensfragen und stellt erforderliche Dokumente für die Abwicklung von Import und Export aus.

Zur gesamten Studie als Download.

Martin Fahling

Martin Fahling

International
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Außenwirtschaftspolitik, Beratungen
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