Dienstleistungsausschuss fordert Vereinfachungen

Arbeitszeiten in der Realität

Der Dienstleistungsausschuss der IHK Reutlingen plädiert für eine deutliche Entbürokratisierung der Arbeitszeitregelungen und hat seine Vorschläge dem zuständigen Bundestagsausschuss übermittelt.

Arbeitszeiten in der RealitätFoto: bnenin - stock.adobe.com

„Die gültigen starren Regelungen entsprechen nicht mehr der Lebenswirklichkeit unserer Branche. Die Arbeitswelt ist vernetzter, ortsunabhängiger und flexibler. Mit dieser Entwicklung muss sich auch das Arbeitszeitgesetz auseinandersetzen“, kritisiert Dr. Claus-Peter Fritz, Vorsitzender des IHK-Dienstleistungsausschusses. In dem Schreiben an die Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales weist der Ausschuss darauf hin, dass Regelungen wie die 10- und die 11-Stunden-Vorschrift bei der maximalen Arbeitszeit und bei der Mindestruhezeit eher einer industriellen Logik entsprechen, bei der in Schichten und festen Arbeitsabläufen gedacht wird. „Projektorientiertes und agiles Arbeiten jenseits fester Büro-Arbeitsplätze funktioniert so nicht“, erklärt Fritz.

Beruf, Familie und Care-Arbeit vereinbaren
Dazu kommt: Gerade in anspruchsvollen und wissensbasierten Tätigkeiten fordern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittlerweile fast regelmäßig mobile Arbeit und Home-Office, um Beruf, Familie und Care-Arbeit noch besser miteinander vereinbaren zu können. „Viele wechseln im Laufe eines Tages regelmäßig zwischen beruflicher und familiärer Arbeit hin und her. Das ist die Realität.“ Die guten praktischen Erfahrungen aus der Corona-Pandemie zeigen, dass Unternehmen und die Beschäftigten sehr gut in der Lage sind, das orts- und zeitflexible Arbeiten zu organisieren und im beiderseitigen Einvernehmen abzustimmen – „und es daher auch stärker selber regeln sollten.“

Mit Blick auf Bürokratie-Vermeidung mahnt der Ausschuss, dass Regelugen so gestaltet sein sollten, dass neben kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) insbesondere auch Einpersonen- und Kleinstunternehmen (EKU) mit oftmals nur sehr wenigen Beschäftigten in der Lage sein müssen, geltende Regelungen aufwandsarm zu bewältigen. Sie sollten ihre knappen personellen Kapazitäten nicht in die umfangreiche und kostenintensive Erfassung von Arbeitszeiten stecken müssen. „Produktive Arbeit statt sich verwalten muss auch aufgrund des demografischen Problems absolut im Fokus stehen“, so Claus-Peter Fritz.

Der Ausschuss
Der IHK-Dienstleistungsausschuss setzt sich für die Interessen der regionalen Dienstleistungswirtschaft zu zukunftsfähigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Region ein. Die Mitglieder stammen vor allem aus den Bereichen IT/TK, Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung, Ingenieur-Büro, Immobilien, Personalberatung, Unternehmensberatung und Werbung und sind kleinbetrieblich oder mittelständisch strukturiert. Die Mitglieder werden von der Vollversammlung der IHK Reutlingen berufen.

Christoph Heise

Christoph Heise

Existenzgründung und Unternehmensförderung, Kommunikation,
IHK-Zentrale
Position: Stellvertretender Hauptgeschäftsführer, Bereichsleiter
Schwerpunkte: Pressearbeit, Redaktion "WNA | Wirtschaft Neckar-Alb", Online-Redaktion, Koordination Interessenvertretung
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