Alle Landkreise legen beim Export zu

Neuer Rekord im Außenhandel

Allzeithoch beim regionalen Export: Der Wert der ins Ausland gelieferten Produkte aus Neckar-Alb erreichte im letzten Jahr 10,8 Milliarden Euro.

Neuer Rekord im AußenhandelFoto: ssguy/Shutterstock.com

Erstmals übersteigt der Export aus den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb damit die Schwelle von 10 Milliarden Euro und liegt 15 Prozent über dem bisherigen Rekordjahr 2018. Knapp 56 Prozent aller industriellen Waren aus der Region werden damit ins Ausland geliefert. Auch dieser Wert, die sogenannte Exportquote, war niemals zuvor so hoch. „Alle regionalen Leitmärkte liefen im Schnitt sehr gut, also der europäische Binnenmarkt, die USA und China. Nach der ersten Corona-Welle hat die Nachfrage nach heimischen Produkten im Welthandel schnell wieder in die Spur gefunden“, sagt IHK-Präsident Christian O. Erbe. Auswirkungen von Corona gibt es vor allem noch mit Blick auf die Rohstoff- und Teileversorgung sowie die Lieferzeiten und Preise. „Vor Mitte des Jahres sehe ich kaum echte Besserung, vermutlich eher später.“

Landkreise wachsen stärker als der Schnitt in Baden-Württemberg
In den drei Landkreisen der Region verlief die Entwicklung durch die Bank sehr positiv: Im Landkreis Reutlingen nahm der Export von 5,65 zu 7,06 Milliarden Euro um 25 Prozent zu. Im Landkreis Tübingen lag das Plus bei knapp 17 Prozent (1,19 zu 1,39 Milliarden Euro) und im Zollernalbkreis legte der Außenhandel mit fast 20 Prozent von 1,98 auf 2,37 Milliarden Euro zu. Alle drei Landkreise liegen über der Wachstumsrate im Land Baden-Württemberg von rund 15 Prozent.

Für das laufende Jahr ist man bei der IHK optimistisch. Weil die Aussichten auf das USA-Geschäft gut sind und auch die Bestellungen aus China weiter zunehmen, könnte 2022 erneut ein sehr guter Export-Jahrgang werden – vor allem dann, wenn sich Rohstoffversorgung, Lieferzeiten und Preise nach und nach wieder einpendeln. Eine schwere Bürde für den Außenhandel wären allerdings kriegerische Auseinandersetzungen in Osteuropa oder Asien, erklärt Martin Fahling, Bereichsleiter International bei der IHK Reutlingen. „Die Auswirkungen solcher Konflikte wären deutlich spürbar, auch für die Geschäfte in der Region und die heimischen Firmen.“ Der Außenwirtschaftsexperte rät Unternehmen daher, sich noch stärker in ihren Ländermärkten zu diversifizieren und beispielsweise die Kontakte der IHK über das „Institute for Emerging Markets“ zu nutzen.

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Martin Fahling

Martin Fahling

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IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter
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