Herbstempfang in Bisingen

Donald Trump zeigt Wirkung

„Ich mache mir Sorgen um die Zukunft des Welthandels“, sagte Thomas Bareiß, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium beim IHK-Herbstempfang. Aus seiner Sicht zeigen „die Taten von Donald Trump bereits ihre Wirkung.“

Donald Trump zeigt WirkungThomas Bareiß beim IHK-Herbstempfang 2018 Foto: Trinkhaus

Mit Blick auf die aktuellen Handelskonflikte sprach sich der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete dafür aus, die gewachsenen Verbindungen zu den Vereinigten Staaten nicht abreißen zu lassen. „Die USA und Europa sind eine Wertegemeinschaft und stehen wie wenige andere für Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.“

IHK-Vizepräsident Dr. Thomas Lindner hatte in seinen Begrüßung vor 200 Gästen in der Bisinger Hohenzollernhalle vor einem „Revival protektionistischer Maßnahmen“ gewarnt. „Wenn die USA und China sich streiten, ist das keine gute Nachricht für uns. Die USA sind unser wichtigster Markt außerhalb Europa und China kommt direkt dahinter.“ Aktuell sind 220 regionale Firmen im USA-Geschäft aktiv, knapp 200 in China. Lindner sprach sich daher für neue Freihandelsverhandlungen mit den Vereinigten Staaten aus. „Gerne auch ein TTIP light.“

Hohe Abbruchquoten
Den Problemen der Unternehmen im Zollernalbkreis widmete sich eine Podiumsrunde mit Bareiß, Lindner, Regierungspräsident Klaus Tappeser und IHK-Präsident Christian O. Erbe. Erbe nannte den Fachkräftemangel als das drängendste Problem des Kreises. Regionsweit werden bis 2030 über 29.000 Fachkräfte fehlen, vor allem solche mit einer Ausbildung. „Wir brauchen ein Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz“, so der IHK-Präsident und wies darauf hin, dass in der Diskussion oft Fachkräftezuwanderung mit dem Asyl von Flüchtlingen vermischt werde. Thomas Lindner kritisierte, dass Jugendliche eine duale Ausbildung mittlerweile nicht mehr als ernst zu nehmende berufliche Alternative ansehen. „Die jungen Leute denken, sie müssten studieren.“ Die Abbruchquoten an den Hochschulen zeigten allerdings, dass dringend ein Umdenken notwendig ist. „Wir müssen klar machen, dass praktische Tätigkeiten genauso wertvoll sind wie geistige.“

Neue Wege braucht es auch beim Wohnraum. Bareiß will sich weiter dafür einsetzen, dass Bauland einfacher ausgewiesen werden könne. Das Wohnraumproblem sei nicht allein durch das Schließen von Baulücken lösbar. Regierungspräsident Tappeser berichtete, dass aus seiner Wahrnehmung viele neue Baugebiete vor allem für Einfamilienhäuser genutzt würden. „Das hilft aber nicht dem Facharbeiter.“ Mit Blick auf den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sagte er, dass im Regierungsbezirk Tübingen in 2017 über 200 Millionen Euro in Straßen investiert werden konnten. Jetzt fehlten Planer, außerdem würde er sich unbürokratischere Verhältnisse und mehr offene Kommunikation bei der Planung wünschen. „Wir brauchen weniger Konfrontation, sondern mehr Zusammenarbeit, etwa zwischen Verwaltung und Naturschutz.“

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Matthias Miklautz

Matthias Miklautz

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