EU-News

Für Sie zusammengestellt: Infos aus Brüssel für die unternehmerische Praxis.

Januar 2023

Innovative Unternehmerinnen gesucht

Innovative Start-ups und KMU, die von Frauen geführt werden, und die einen Antrag im EIC-Accelerator stellen wollen, erhalten ab sofort über das Projekt EEN2EIC kostenfreie Unterstützung bei der Antragstellung. Ziel ist es, dass künftig mehr frauengeführte Unternehmen einen erfolgreichen Antrag stellen.

Die Unterstützung beinhaltet unter anderem ein 3 bis 5-tägiges individuelles Beratungspaket, eine Bedarfsanalyse, die Herausarbeitung und Stärkung der Argumentation für den Antrag und eine Einschätzung zu den Aussichten der Antragstellung. Die Beratung wird durch einen qualifizierten EEN-Partner erbracht.

Im Fokus stehen technologieorientierte Start-ups und KMU, die an bahnbrechenden, hochrisikoreichen Innovationen mit großem Marktpotential arbeiten. Erfolgreiche Antragsteller erhalten einen Zuschuss von maximal 2,5 Millionen Euro. Dieser wird mit einer Beteiligungsfinanzierung kombiniert, deren Höhne zwischen 0,5 und 15 Millionen Euro liegt.

EU-Befragung zum Umgang mit Plastikpellets

Plastikpellets, auch Granulate genannt, werden in der Industrie als Rohstoff für die Weiterverarbeitung zu Plastikprodukten verwendet. Die EU-Kommission schätzt, dass in den Ländern der Europäischen Union jedes Jahr zwischen 134.000 und 198.000 Tonnen Kunststoffpellets unbeabsichtigt in die Umwelt gelangen und Boden, Luft oder Wasser schädigen. Mit der aktuellen Befragung, die das Enterprise Europe Network durchführt, möchte die EU-Kommission bewährte Praktiken aus Unternehmersicht zur Risikominimierung identifizieren und die europäische Gesetzgebung entsprechend gestalten.

Produzenten von Kunststoffpellets sowie Logistik- und Recycling-Unternehmen werden gebeten, sich an der EU-Befragung zu Mikroplastik zu beteiligen.
Zur Umfrage auf Website der Europäischen Kommission

Arbeitskosten – Entwicklung und Vergleich in Europa

Norwegen hatte im Jahr 2021 mit 51,10 Euro die höchsten Arbeitskosten je Stunde. Deutschland liegt auf Platz 10. Schlusslicht bildet Serbien mit 6,90 Euro. Eine Übersicht von Eurostat zeigt die Entwicklung der Arbeitskosten in Europa.

30 Jahre Binnenmarkt: Events rund um das Jubiläum

In diesem Jahr feiert die EU den 30. Jahrestag des europäischen Binnenmarkts. Er wurde am 1. Januar 1993 geschaffen und ermöglicht den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital innerhalb der EU. Informationen und Events rund um das Jubiläum finden Sie auf der Website der EU-Kommission.

Dezember 2022

Sanktions-Umgehung wird Straftat

Die Umgehung der Russlandsanktionen soll ein EU-Straftatbestand werden, hat der Europäische Rat beschlossen. Bisher zählen etwa Terrorismus, Menschenhandel und Geldwäsche zu den besonders schweren Straftaten innerhalb der EU, die Auswirkungen über die nationalen Grenzen haben, wie es im Factsheet der EU dazu heißt. Nun wird die Europäische Kommission einen Vorschlag ausarbeiten, was unter „Verstoßen gegen restriktive Maßnahmen“ der EU gegen Russland zu verstehen sei und welche Strafen dafür verhängt werden sollen. Vor Inkrafttreten der Regelung müssen ihr noch der Europarat und das EU-Parlament zustimmen.

Österreich Bevollmächtigter für Verpackungen

Durch die novellierte Verpackungsgesetzgebung ergeben sich weitreichende Änderungen ab 1. Januar 2023. In bestimmten Fällen benötigen deutsche Unternehmen einen Bevollmächtigten für Verpackungen in Österreich.

Deutsche Versandhändler, die keinen Sitz und keine Niederlassung in Österreich haben und die Verpackungen oder Waren oder Güter in Verpackungen in Österreich an einen privaten Letztverbraucher im Rahmen des Fernabsatzes übergeben, müssen für ab dem 1. Januar 2023 in Verkehr gesetzte Verpackungen einen Bevollmächtigten in Österreich bestellen.

Gleiches gilt auch, wenn ein deutsches Unternehmen ohne Sitz in Österreich für seine österreichischen Firmenkunden die Vorentpflichtung für Verpackungen übernehmen möchte. Dieses kann einen Bevollmächtigten bestellen.

Dieser Bevollmächtigte ist für die Erfüllung der Verpflichtungen des ausländischen Versandhändlers für Verpackungen in Österreich verantwortlich.

Die Deutsche Handelskammer in Österreich bietet deutschen Versandhändlern und Unternehmen ohne Sitz in Österreich an, im Rahmen einer kostengünstigen jährlichen Pauschale als Bevollmächtigter für Verpackungen in Österreich für das deutsche Unternehmen zu agieren. Weitere Informationen gibt es bei der AHK Österreich.

Kanada sucht Anbieter von Umwelttechnologie und Kreislaufwirtschaftslösungen

Kanada sucht deutsche Anbieter von Umwelttechnologie und Kreislaufwirtschaftlösungen – informieren Sie sich über Geschäftschancen für KMU über das EU-Portal LCBA – Low Carbon Business Action and Circular Economy. Die Unternehmensplattform soll die Präsenz von EU-Lösungsanbietern im Bereich kohlenstoffarmer Technologien und Kreislaufwirtschaft in Kanada fördern. Das Programm wird von der Europäischen Union finanziert und zielt darauf ab, die Ziele des Pariser Abkommens zum Klimawandel zu fördern.
Mehr auf der Plattform LCBA Canada

November 2022

EU-Medizinprodukte-Verordnung: Pragmatische Lösungen nötig

(BaB) Medizinprodukte müssen sicher und verlässlich sein – dafür soll eine EU-Verordnung von 2017 sorgen, die seit Ende Mai 2021 anzuwenden ist. Diese "Medical Device Regulation", kurz MDR, hat jahrzehntelang etablierte Vorgänge der Einführung und Bereitstellung von Medizinprodukten abgelöst.

Auch wenn der neue Rechtsrahmen richtige und wichtige Ziele verfolgt: In der Praxis stellt er die Unternehmen vor große Herausforderungen.

Zahlreiche Medizinprodukte werden infolge der MDR schon jetzt vom Markt genommen, viele weitere werden bald verschwinden, so das Ergebnis einer DIHK-Unternehmensbefragung, in der sich 378 Betriebe zu den Auswirkungen der Verordnung äußern. Denn die Übergangsregelungen, die die MDR für Bestandsprodukte vorsieht, laufen am 26. Mai 2024 aus. Danach verlieren alle Altzertifikate ihre Gültigkeit.

Unternehmen brauchen jetzt pragmatische Maßnahmen, um die Probleme der neuen MDR-Regelung zu entschärfen. Dazu zählen Zertifikate unter Auflagen und die Anerkennung von Nachweisen aus früheren Zertifizierungen. Ferner braucht es für Nischenprodukte Sonderregelungen. Denn nur so lässt sich sicherstellen, dass Innovationen auch für kleine Absatzmärkte entwickelt werden und in der Versorgung zur Verfügung stehen.

Es ist daher ein richtiger Schritt, dass die Medical Device Coordination Group nun Vorschläge unterbreitet hat – diese müssen nun zügig, rechtssicher und verbindlich umgesetzt werden. Mehr auf der Website der Europäischen Kommission

EU-Kommission stimmt Gründung einer Industrieallianz für Solarenergie zu

(BaB) Die EU-Kommission stimmte der Bildung einer Photovoltaik-Allianz zu. Die Allianz soll Industrie, Wissenschaft, Verbraucherverbände, Mitgliedstaaten und EU-Kommission zusammenbringen, um die Kapazität der europäischen Solarindustrie massiv auszubauen. Ab November 2022 sollen Unternehmen der Allianz beitreten können.

Die Allianz soll sich zu Themen wie Forschung und Innovation, Technologie, industriellen Versorgungsketten, Rohstoffen, Zugang zu Finanzmitteln, Abnehmern, internationalen Partnerschaften und globaler Belastbarkeit der Versorgungsketten, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Qualifikationen austauschen. In den vergangenen Jahren war die Bildung von Allianzen häufig die Vorstufe für die Schaffung sogenannter "Wichtiger Projekte von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI)", welche es ermöglichen, den Aufbau strategisch wichtiger Wertschöpfungsketten mit staatlichen Fördermitteln in Milliardenhöhe zu unterstützen.

Die EU-Kommission will mit Gründung der Industrieallianz für die Solarindustrie den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben und einen Beitrag zur Energieversorgungssicherheit leisten. Gleichzeitig soll mit dem Aufbau der Wertschöpfungskette für Photovoltaik in der EU die Abhängigkeit vom Ausland reduziert werden. Gegenwärtig kommen Photovoltaikanlagen überwiegend aus Asien. Mehr auf der Website der Europäischen Kommission

EU-Berichte zur Überprüfung ausländischer Direktinvestitionen und Exportkontrollen

(BaB) Im September hat die EU-Kommission ihren Jahresbericht zur Überprüfung ausländischer Direktinvestitionen veröffentlicht. Im Jahr 2021 analysierte die Kommission mehr als 400 ausländische Direktinvestitionen in der Union, die ihr von den Mitgliedstaaten übermittelt worden waren. Mit Ausnahme von zwei EU-Mitgliedstaaten verfügen inzwischen alle EU-Mitgliedstaaten über entsprechende Überprüfungsmechanismen oder sind im Begriff, diese einzurichten.

Zudem hat die EU-Kommission ihren Jahresbericht zu Exportkontrollen veröffentlicht. Im Rahmen der Ausfuhrkontrollregelungen der EU prüften die Mitgliedstaaten im Laufe des Jahres 2021 rund 40.000 Anträge auf Ausfuhr von Gütern mit potenzieller militärischer Verwendung in Drittländer im Wert von 38,4 Milliarden Euro. In etwas über 550 Fällen wurden die entsprechenden Ausfuhren blockiert. Mehr auf der Website der Europäischen Kommission

Interreg Alpenraum – (2. Call) – Klassische Projekte (1/2)

Das transnationale Kooperationsprogramm INTERREG B Alpenraum finanziert Projekte in 7 Alpenländern bzw. -regionen. Dabei bringt es Schlüsselakteure aus Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und verschiedenen politischen Ebenen zusammen, die gemeinsam Lösungen für gemeinsame Herausforderungen im Alpenraum finden wollen. Ein Schwerpunkt des Programms liegt im Austausch von Fachwissen und Erfahrungen, mit dem Ziel, die Lebensqualität im Alpenraum zu erhöhen. Auch kleine und mittlere Unternehmen aus allen Regionen Baden-Württembergs können Projektpartner werden.

Das Programm hat 4 Prioritäten definiert:

Priorität 1: Klimaresilienter und grüner Alpenraum
Priorität 2: CO2-neutraler und ressourcensensitiver Alpenraum
Priorität 3: Innovation und Digitalisierung für einen grünen Alpenraum
Priorität 4: Kooperativ verwalteter und entwickelter Alpenraum

Organisationen, die gemeinsam Herausforderungen in diesen Bereichen angehen wollen, können eine Kofinanzierung ihrer Kooperationsprojekte von bis zu 75% über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beantragen.

Im zweiten Call können bis 31. Mai 2023 Projektanträge für klassische Projekte (Budget 1 bis 3 Millionen Euro, 24 bis 36 Monate Laufzeit, 7 bis 12 Partner aus mindestens vier Ländern) eingereicht werden. Das Antragsverfahren erfolgt in zwei Stufen.

Weitere Informationen auf der Interreg-Website

Konsultation zum Europäischen Gesetz über kritische Rohstoffe

Konsultation zum Europäischen Gesetz über kritische Rohstoffe

Um den ökologischen und digitalen Wandel zu realisieren, sollte die EU die Versorgung mit kritischen Rohstoffen erheblich steigern und diversifizieren, die Kreislaufwirtschaft stärken und Forschung und Innovation fördern. Ziel des neuen Gesetzes ist die Stärkung der EU-Versorgungsketten unter Wahrung nachhaltiger Wettbewerbsbedingungen. Es sollen insbesondere Projekte für mineralische Ressourcen und Rohstoffe identifiziert werden, die für die EU von strategischem Interesse sind und ein hohes Maß an Umweltschutz bieten. Auch die Außenpolitik soll in Bezug auf kritische Rohstoffe überprüft werden. Der Verordnungsentwurf ist für das 1. Quartal 2023 vorgesehen. Die Beteiligung an der Konsultation auf der Website der Europäischen Kommission ist bis zum 25. November möglich.

Oktober 2022

EU-Mobilitätsprogramm für Mitarbeiter von KMU

Die Europäische Union bietet ein Programm zur Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität von Mitarbeitern in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an. Mit MobiliseSME sollen Unternehmen unterstützt werden, die Arbeitnehmer in andere Unternehmen ins Ausland entsenden, um Kompetenzen auszutauschen.

Das Ziel von MobiliseSME ist es, die Internationalisierung von in der EU ansässigen KMU zu fördern, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und auf EU-Ebene eine gemeinsame Methodik für ein Mobilitätsprogramm für Mitarbeiter von KMU zu errichten.

Das Programm bietet KMU praktische und finanzielle Unterstützung durch die Organisation und Förderung von Kurzaufenthalten (1 bis 6 Monate) bei KMU in anderen EU-Ländern. Diese Entsendungen werden von der Europäischen Kommission mit monatlichen Zuschüssen zwischen 560 Euro und 1 100 Euro je nach Lebenshaltungskosten in den einzelnen Ländern kofinanziert. Diese Zuschüsse decken Eingliederungs-, Unterbringungs-, Reise- und Schulungskosten ab. Das Programm MobiliseSME läuft noch bis Ende März 2023.

Umfrage zur “Vom Hof auf den Tisch” – Strategie der EU

Mit der Strategie "Vom Hof auf den Tisch“ will die Europäische Kommission im Rahmen des Green Deals den Übergang zu einem nachhaltigen Lebensmittelsystem unterstützen. Im Zuge der Strategie plant die EU für 2023 eine Initiative für einen Gesetzesrahmen für nachhaltige Lebensmittelsysteme (“Framework for Sustainable Food Systems“ FSFS). Der Rahmen soll sicherstellen, dass in der EU in Verkehr gebrachte Lebensmittel immer nachhaltiger werden. KMU aus dem Lebensmittelsektor können bis zum 30. Oktober 2022 Ihre Meinung zu dieser politischen Initiative äußern. Die Umfrage ist auf Deutsch verfügbar und dauert maximal 30 Minuten (7-stellige EEN-ID Nummer: DE00187). Zur Umfrage auf der Website der Europäischen Kommission

Innowwide: Förderung von Projekten zur Marktdurchführbarkeit (Nord- und Südamerika, Naher Osten, Asien-Pazifik, Afrika)

INNOWWIDE fördert Internationalisierungsprojekte von innovativen, europäischen KMUs und Start-Ups aus jeglichen Branchen, um sie an die Spitze internationaler Märkte zu bringen. Über die Antragseinreichung von sog. Viability Assessment Projects (VAPs) werden Projekte zur Machbarkeitsanalyse einer Internationalisierung in das jeweilige Zielland gefördert. Diese VAP-Projekte sollen im Verbund mit einem lokalen Partner im jeweiligen Zielland durchgeführt werden und zur gemeinsamen technologischen Co-Creation, Durchführung von Machbarkeitsstudien und zur Vorbereitung eines Markteintritts dienen. Jedes VAP-Projekt wird dabei mit einem fixen Förderbetrag von 60.000€ gefördert (bei einer Mindestprojektsumme von 86.000 Euro). Die Frist für die aktuelle Ausschreibungsrunde endet am 15. November 2022.

Notfallinstrument für den EU-Binnenmarkt

Die EU-Kommission will die Krisenfestigkeit des EU-Binnenmarkts erhöhen und hat einen Vorschlag für ein Notfallinstrument vorgelegt. Damit soll der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Personen in Krisen aufrechterhalten werden. Zusätzlich möchte die Kommission die Verfügbarkeit von strategisch wichtigen oder zur Bewältigung einer bestimmten Krise relevanten Rohstoffen und Produkten monitoren. Deutsche Unternehmen wickeln mehr als die Hälfte ihrer Importe und Exporte mit anderen EU-Ländern ab. Sie sind daher darauf angewiesen, dass der europäische Binnenmarkt auch in Krisenzeiten reibungslos funktioniert. Weitere Informationen auf der Website der IHK-Organisation

Verhandlungsdurchbruch EU-Neuseeland-Handelsabkommen

(DIHK) Ende Juni haben die EU und Neuseeland die Verhandlungen über ein Handelsabkommen abgeschlossen. Das Abkommen kann Unternehmen in der EU ab dem ersten Jahr der Anwendung einen Zollabbau in Höhe von jährlich etwa 140 Millionen Euro bringen.

Laut EU-Berechnungen kann der bilaterale Handel durch das Abkommen um bis zu 30 Prozent wachsen, während sich die jährlichen EU-Ausfuhren um bis zu 4,5 Milliarden Euro erhöhen könnten. Die EU-Investitionen in Neuseeland könnten um bis zu 80 Prozent ansteigen.

Nach der Rechtsförmlichkeitsprüfung und der Annahme durch den Rat können die EU und Neuseeland das Abkommen unterzeichnen. Nach der Zustimmung des Europäischen Parlaments und der Ratifizierung durch Neuseeland kann das Handelsabkommen in Kraft treten, was bis Ende 2023 erfolgen könnte.

Der derzeitige bilaterale Handel der EU mit Neuseeland beläuft sich bereits auf 7,8 Milliarden Euro pro Jahr für Waren und 3,7 Milliarden Euro für Dienstleistungen. Die EU exportiert nach Neuseeland Waren im Wert von 5,5 Milliarden Euro pro Jahr und importiert neuseeländische Produkte im Wert von 2,3 Milliarden Euro, das ist für die EU ein Handelsüberschuss von 3,2 Milliarden Euro. Bei den Dienstleistungen exportiert die EU mehr als doppelt so viel wie sie importiert: 2,6 Milliarden Euro an Dienstleistungen, die von EU-Firmen an Kunden in Neuseeland geliefert werden, stehen 1,1 Milliarden Euro an Dienstleistungen gegenüber, die von neuseeländischen Firmen an EU-Kunden erbracht werden.
Weitere Informationen auf der Website der Europäischen Kommission

EU-Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien und Albanien gestartet

(DIHK) Am 19. Juli 2022 haben Albanien und Nordmazedonien die Verhandlungen über den Beitritt zur Europäischen Union aufgenommen. Nordmazedonien war bereits seit 2005 offizieller EU-Beitrittskandidat, Albanien seit 2014. Die Europäische Kommission hatte bereits 2019 bezihungsweise 2018 empfohlen, Beitrittsverhandlungen aufzunehmen. In einem Screening-Prozess prüft nun die Europäische Kommission, in welchen Bereichen das nationale Recht des Kandidatenlandes an die EU-Rechtsvorschriften angeglichen werden muss. Im nächsten Schritt kann die Kommission empfehlen, die Verhandlungen über die 35 thematischen Kapitel zu beginnen.
Mehr auf der Website der Europäischen Kommission

August 2022

EU-Lieferkettenrichtlinie: mehr Verantwortung für Unternehmen

(IHK Region Stuttgart). Aus der EU-Lieferketten-Richtlinie wird voraussichtlich 2024 ein Gesetz: Unterneh­men müssen dann entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette eine Sorgfaltsprüfung durchführen und Aspekte der Nachhaltigkeit und Menschenrechte in ihre Geschäftsstrategie einbeziehen.

Das EU-Gesetz findet breitere Anwendung als das ab 2023 verbindliche deutsche Lieferkettengesetz: Auch Unternehmen ohne Zweigniederlassung in der EU fallen darunter, wenn sie Produkte und Dienstleistungen in der EU anbieten.

Das Gesetz gilt für EU-Unternehmen ab einer Größe von 500 Beschäftigten und einem Nettoumsatz von mindestens 150 Millionen Euro. Für EU-Unternehmen in ressourcenintensiven Sektoren ist die Schwelle niedriger. KMU sind nicht direkt betroffen, können aber durch Weitergabeklauseln indirekt einbezogen sein.

Das EU-Gesetz beschränkt sich nicht auf die Lieferkette an sich, sondern gilt für jede etablierte Geschäfts­beziehung und somit beispielsweise auch für die Entwicklung eines Produkts oder dessen Entsorgung. Es wird auch nicht mehr zwischen mittelbaren und unmittelbaren Zulieferern unterschieden – fällt bei irgendei­nem Geschäftspartner eine Pflichtverletzung an, muss der EU-Geschäftspartner handeln.

Unternehmen müssen die menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten in ihre Unterneh­menspolitik integrieren, eine Due Diligence durchführen, negative Auswirkungen auf Menschenrechte oder Umwelt identifizieren, verhindern, beheben oder minimieren. Sie müssen weiterhin ein Beschwerdeverfahren einrichten, ihre Verfahren regelmäßig evaluieren und die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen überwachen und all diese Schritte veröffentlichen.

Jedes EU-Mitgliedsland wird Behörden benennen, die bei Verstößen Sanktionen und Bußgelder verhängen können. Unternehmen, die Verstöße begehen, können namentlich veröffentlicht und von Subventionen aus­geschlossen werden.

Führungskräfte werden dabei – ebenfalls anders als noch im deutschen Gesetz - besonders in die Verant­wortung genommen, indem eine zivilrechtliche Haftung im Gesetz verankert sein wird.

Unternehmen sollten sich schnellstmöglich vorbereiten, indem sie einen Code of Conduct etablieren, ihre Wertschöpfungsketten und Lieferverträge anpassen - etwa im Hinblick auf Kündigungsrechte und Auskunfts­ansprüche gegenüber Zulieferern - eine Due Diligence durchführen und neue Lieferanten sorgfältig prüfen.

Europäisches Förderprojekt für grünen Wasserstoff

Deutschland und 14 weitere EU-Mitgliedstaaten können den Ausbau von grünem Wasserstoff mit staatlichen Mitteln fördern. Entsprechende Hilfen hat die EU-Kommission genehmigt. Die Staaten stellen rund 5,4 Milliarden Euro als Anschub-Finanzierung bereit und mobilisieren damit private Investitionen von rund 8,8 Milliarden Euro, um die Herstellung von grünem Wasserstoff voranzutreiben und ihn als klimaschonende Energie-Alternative einzusetzen, etwa in der Stahlproduktion. Im Rahmen dieses wichtigen Vorhabens von gemeinsamem europäischem Interesse (IPcEI) mit dem Titel „IPcEI Hy2Tech“ werden 35 Unternehmen, die in einem oder mehreren Mitgliedstaaten tätig sind, an 41 Vorhaben teilnehmen. Unter den Unternehmen finden sich auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-up-Unternehmen.
Mehr auf der Website der EU-Kommission

EU-Fördermöglichkeit für KMU für Geistiges Eigentum

Die EU-Kommission fördert Marken-, Patent- beziehungsweise Designanmeldung von KMU mit einem Zuschuss von bis zu 2.250 Euro. Anträge können beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EU IPO) gestellt werden. Die Mittel dafür kommen aus dem KMU-Fonds “Ideas Powered for business SME Fund" in Form eines Erstattungsprogrammes, bei dem Gutscheine ausgegeben werden, mit denen die Gebühren für die ausgewählten Aktivitäten teilweise gedeckt werden können. Das Programm läuft noch bis 16. Dezember 2022. Die Mittel sind begrenzt und werden in der Reihenfolge der Antragseingänge vergeben.

Erstattung von in anderen EU-Staaten gezahlter Vorsteuer

In Deutschland ansässige Unternehmen, die zum Vorsteuerabzug berechtigt sind und im Zusammenhang mit ihrer unternehmerischen Tätigkeit im EU-Ausland Vorsteuerbeträge entrichtet haben, können diese in einem besonderen Verfahren vergütet bekommen. Frist für die Abgabe der Vergütungsanträge ist der 30. September 2022 (maßgebend ist der rechtzeitige Eingang des Antrags beim Bundeszentralamt für Steuern).

EU-Beitrittskandidaten steht große Aufholjagd bevor

(GTAI) Die Ukraine und Moldau haben die Eintrittskarte für die Europäische Union bekommen. Georgien muss sich noch gedulden. Welche wirtschaftliche Aufholjagd liegt nun vor den Ländern?

"Historisch" - das war die häufigste Vokabel nach der Sitzung des Europäischen Rates am 23. Juni 2022. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) votierten einstimmig dafür, der Republik Moldau und der Ukraine den offiziellen Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen.

Damit ist der Weg zu einer vollwertigen EU-Mitgliedschaft für beide Länder frei, wenngleich noch lang und dornig. Die EU-Kommission drängt auf umfangreiche Reformen, auf die Bekämpfung der Korruption und auf weniger Einfluss durch Oligarchen. Kiew und Chisinau müssen Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit und Min­derheitenschutz stärken.

Noch länger wird der Weg in die Europäische Union für Georgien. Der Kaukasusstaat bekam beim EU-Gipfel in Luxemburg lediglich eine "europäische Perspektive" angeboten. Für einen offiziellen Kandidatenstatus muss Tiflis das Reformtempo erhöhen und für mehr politische Stabilität sorgen. Mehr auf der Website von Germany Trade & Invest

Indien und EU verhandeln über Freihandel und Investitionsschutz

(GTAI) Im Juni 2022 haben die Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Indien über drei ver­schiedene bilaterale Abkommen in New Delhi (wieder) begonnen. Darüber, dass man die Verhandlungen über ein bilaterales Freihandelsabkommen wiederaufnehmen und gleichzeitig erstmals über ein separates Investitionsschutzabkommen sowie ein Abkommen über geografische Angaben verhandeln möchte, waren die EU und Indien im Mai 2021 übereingekommen. Angestrebt wird ein Abschluss der Gespräche bis Ende des Jahres 2023.

Juli 2022

Leitfaden zur Umsetzung der EU-Produktvorschriften

Maschinen, Medizinprodukte, Spielzeug oder Messinstrumente – für all diese und weitere Produkte gelten EU-Produktvorschriften im europäischen Binnenmarkt. Wie diese Vorschriften umzusetzen sind, erläutert der überarbeitete, so genannte “Blue Guide” der EU-Kommission. Der "Blue Guide" enthält außerdem Erläuterungen und Ratschläge zum europäischen System der Konformitätsbewertung, zur Akkreditierung von Laboratorien, zur CE-Kennzeichnung und zur Marktüberwachung. Die aktuelle Überarbeitung berücksichtigt die Entwicklungen seit 2016.

Mehr zum Leitfaden auf Eur-Lex

Neustart der EU-Indien Handelsverhandlungen

Am 17. Juni 2022 haben Indien und die EU in Brüssel die seit 2013 unterbrochenen Handelsverhandlungen wieder aufgenommen. Außerdem nahmen beide Seiten die Verhandlungen über ein Investitionsschutzabkommen und ein Abkommen über geografische Angaben auf. Beide Seiten einigten sich auf ein beschleunigtes Verfahren mit dem Ziel, die Gespräche bis Ende 2023 abzuschließen.

Mehr auf der Website der EU-Kommission

Belgien: Abfallkosten für Verpackungen ab 2023

Unternehmen, die verpackte Produkte auf den belgischen Markt bringen, müssen ab dem 1. Januar 2023 die Abfallkosten für ihre Verpackungen tragen. Dies geht zurück auf das auf europäischer Ebene eingeführte Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung. Gemäß diesem Prinzip müssen die Verpackungsverantwortlichen eine Reihe von rechtlichen Verpflichtungen erfüllen. So bleiben sie beispielsweise für den gesamten Lebenszyklus der von ihnen in Verkehr gebrachten Verpackungen verantwortlich, einschließlich deren Recycling. In Belgien wurde hierfür das kollektive System Fost Plus eingeführt. Die Schwesterorganisation Valipac setzt die Verpflichtungen für gewerbliche Verpackungen um.

Nähere Informationen gibt es auf der Homepage der Deutsch-Belgisch-Luxemburgischen Handelskammer.

Training zu Japans World Class Manufacturing-Methode

Das EU-Japan Zentrum für industrielle Zusammenarbeit ruft zur Teilnahme an einer Bewerbungsrunde für sein nächstes Trainingsprogramm zu Japans World Class Manufacturing-Methode auf. Das Programm wird seit 1992 vom EU-Japan Zentrum durchgeführt und bietet eine vertieften Einblick in japanische Produktionsmethoden wie TQC (Total Quality Control), TQM ( Total Qualitiy Management oder JIT (Just In Time). Ziel ist es, einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu leisten. Aufgrund anhaltender Reisebeschränkungen findet das 5-tägige Training virtuell über eine interaktive Plattform statt. Bewerbungsschluss ist der 13. September 2022. Weitere Informationen auf der Website des EU-Japan Centre for Industrial Cooperation

Juni 2022

EU-Rechtsrahmen für Medizinprodukte praxisuntauglich

(BaB) Die Vielfalt an Medizinprodukten in Europa droht kleiner zu werden, in einigen Fällen werden sich keine Alternativen am Markt finden lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der MedicalMountains GmbH und des Industrieverbandes Spectaris.

Ob chirurgische Instrumente, Produkte der Orthopädie oder Seh- und Hörhilfen: Viele Medizinprodukte werden infolge der neuen europäischen Medizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation, MDR) schon jetzt vom Markt genommen, zahlreiche weitere werden spätestens 2024 verschwinden. Das zeigt eine erste Bilanz der deutschen Hersteller von Medizinprodukten, bei der sich 378 Unternehmen zu den Auswirkungen der MDR geäußert haben.

Die Verordnung gilt seit dem 26. Mai 2021 verbindlich innerhalb der EU und hat jahrzehntelang etablierte Prozesse des Inverkehrbringens und der Bereitstellung von Medizinprodukten abgelöst. Der Erhebung zufolge werden in der Konsequenz zahlreiche Bestandsprodukte vom Markt genommen – und zwar in allen der 21 abgefragten Anwendungsgebieten. In 16 Anwendungsgebieten beziehungsweise Produktgruppen streicht mindestens die Hälfte der darin tätigen Unternehmen einzelne Produkte, ganze Produktlinien oder gar komplette Sortimente, wie zum Beispiel in der Orthopädie oder bei den klassischen chirurgischen Instrumenten.

Darüber hinaus erschweren strukturelle Probleme die Implementierung des kompletten MDR-Systems. Der Befragung zufolge ist die für den Marktzugang erforderliche Zusammenarbeit mit den sogenannten "Benannten Stellen" erheblichen Hindernissen ausgesetzt. Die Unternehmen verzeichnen bei der Einbindung einer Benannten Stelle nicht nur deutliche Kostensteigerungen von durchschnittlich 100 Prozent, sondern auch eine mehr als verdoppelte Dauer der Bewertungsverfahren. In der Folge verzögert sich die Bereitstellung der Produkte massiv.

Insbesondere den kleinen Unternehmen bereiten die hohen Zertifizierungskosten große Schwierigkeiten. "Neben Kosten und Dauer sind es auch die fehlenden Kapazitäten bei den Benannten Stellen, die grundsätzlich als großes Hindernis in Hinblick auf die Zusammenarbeit genannt werden", sagt Julia Steckeler, Geschäftsführerin der MedicalMountains GmbH. "Zum Zeitpunkt der Befragung waren EU-weit noch immer weniger als die Hälfte der ursprünglich geplanten 59 Benannten Stellen (aktuell sind es 28) für die Zertifizierung der Produkte unter neuem Recht benannt. Dies führt zu substanziellen Engpässen bei der notwendigen Erneuerung der Produktzertifikate unter der MDR und erfordert schnelle, aber auch nachhaltige Lösungen, die das System dauerhaft funktionsfähig machen."

Aus Sicht der Industrie besteht dringender Anpassungsbedarf der MDR durch den Gesetzgeber. DIHK, MedicalMountains und Spectaris unterbreiten deshalb umfassende Handlungsempfehlungen: Alle Alt-Zertifikate, die zum Stichtag 26. Mai 2024 nachweislich nicht in die MDR überführt werden können, sollten unbürokratisch verlängert werden, um so die Verfügbarkeit dieser Produkte weiter zu gewährleisten. Die Politik sollte zudem pragmatische Lösungen schaffen, die eine verlässliche Implementierung der MDR ermöglichen. Hierzu zählen neben dem Ausbau der Benannten Stellen auch die bestmögliche Nutzung ihrer Ressourcen.

EU-Projektaufruf „Get Digital: Go Green and Be Resilient“

Für das EU-Projekt Get Digital: Go Green and Be Resilient werden KMU gesucht, die mit innovativen digitalen Lösungen zu Energieunabhängigkeit beitragen und Nachhaltigkeit fördern können. Ausgewählte Firmen können sich in zwei Workshops präsentieren und/oder werden in einen EU-weiten Katalog mit digitalen Lösungsansätzen aufgenommen. Das Projekt „Get digital, go green & resilient“ zielt darauf ab, innovative digitale Lösungen „made in Europe“ zu fördern und zu ihrer Verbreitung beizutragen, auch indem es hilft, noch bestehende Hindernisse für die Digitalisierung aufzudecken und zu beseitigen.

REPowerEU

Die EU hat ihren Plan "REPower EU" vorgestellt, der dazu beitragen soll, die Abhängigkeit der EU von russischen fossilen Energieträgern durch einen schnellen Übergang zu "sauberer" Energie bis 2027 zu beenden. Zudem soll die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen europaweit gestärkt werden. Der Plan sieht eine beschleunigte Diversifizierung der Energieversorgung, ambitioniertere Energieeinsparungen und einen höheren Elektrifizierungsgrad vor. Außerdem sollen erneuerbare Energien als Ersatz für fossile Brennstoffe in Haushalten, in der Industrie und bei der Stromerzeugung schneller eingeführt werden. Ziel ist es, ein widerstandsfähigeres Energiesystem und eine echte Energieunion zu schaffen. Mit dem REPower EU-Plan wurden zahlreiche weitere Vorhaben und Strategien veröffentlicht, die die gemeinsamen Ziele unterstützen sollen. Dazu zählen unter anderem die EU Solar Strategie, eine Empfehlung zum Ausbau von Power Purchase Agreements (PPAs) sowie zum Ausbau der Wasserstoff- und Biomethanproduktion, eine deutliche Beschleunigung der Genehmigungsverfahren, aber auch Überarbeitungen der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie, der Gebäuderichtlinie und Energieeffizienzrichtlinie.

Mai 2022

Potenziale nutzen: Indien im Fokus der Außenwirtschaft

Bei ihrem jüngsten Treffen haben der indische Premierminister Narendra Modi und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Subkontinent angekündigt. Für die deutschen Unternehmen wäre eine engere Partnerschaft mit Indien angesichts zunehmender Herausforderungen in den globalen Handelsbeziehungen und weltwirtschaftlicher Entkopplungsbewegungen eine gute Nachricht. Sie könnten unter anderem von Zollsenkungen und einem Abbau bestehender Handelshürden profitieren. Mehr auf der Website der IHK-Organisation

Cyber Resilience Act: Konsultation gestartet

Cybersicherheit ist für den Aufbau eines widerstandsfähigen, grünen und digitalen Europas von maßgeblicher Bedeutung. In ihrer Cybersicherheitsstrategie hat die EU-Kommission nun die Einführung "neuer horizontaler Regeln" für vernetzte Produkte und damit verbundene Dienstleistungen auf dem Binnenmarkt angekündigt.

Alle Unternehmen setzen Produkte oder Vorprodukte ein, die IT-Komponenten und Software enthalten. Sie sind darauf angewiesen, dass sie sich auf die Sicherheit dieser (Vor-)Produkte und Lösungen verlassen können. Mit dem Cyber Resilience Act sollen Cybersicherheitsanforderungen für ein breites Spektrum digitaler Produkte und zugehöriger Dienste sowie Software definiert werden. Er soll die Richtlinie über die Sicherheit von Netz- und Informationssystemen (NIS-Richtlinie) und den Cybersecurity-Act ergänzen.

In ihrer Konsultation will die EU-Kommission sich über Probleme im Zusammenhang mit der Cybersicherheit informieren, mögliche Wege der Problemlösung erkunden und die Auswirkungen verschiedener Arten von Interventionen bewerten. Die Konsultation au der Website der EU-Kommision läuft bis zum 25. Mai.

Neue EU-Textilienstrategie vorgestellt

Die EU-Kommission hat im Rahmen des europäischen Green Deals die EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien präsentiert. Die neue Strategie zielt darauf ab, Textilien haltbarer, reparierbarer, wiederverwendbar und recycelbar zu machen, gegen Fast Fashion, Textilabfälle und die Vernichtung von unverkauften Textilien vorzugehen und sicherzustellen, dass die Textilproduktion unter Wahrung der sozialen Rechte erfolgt. Weitere Informationen gibt eine Pressemeldung der EU-Kommission.

April 2022

Plattform "Kohesio" gibt Einblick in EU-geförderte Projekte in den Regionen

Die neue EU-Plattform Kohesio bietet Informationen über EU-geförderte Projekte in den EU-Regionen. Auf der Plattform sind mehr als 1,5 Millionen Projekte in allen 27 Mitgliedstaaten gelistet, die seit 2014 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), dem Kohäsionsfonds und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wurden. So kann man rund 35.000 Projekte EU-weit zum Thema Umweltschutz und Ressourceneffizienz einsehen.

Unterbrochene Lieferketten

Infolge der aktuellen geopolitischen Situation leiden etliche Unternehmen unter Problemen in den Lieferketten. Um diese Probleme zu identifizieren und Lösungsansätze zu erarbeiten, führen das Enterprise Europe Network und die "European Cluster Collaboration Platform" im Auftrag der EU-Kommission eine Umfrage zu den Schwierigkeiten mit Lieferketten durch. Beteiligen Sie sich und tragen Sie so dazu bei, Lieferketten resilienter zu gestalten.
Zur Umfrage auf EU Survey

Digitales Europa

Die zweite Ausschreibungsrunde des Programms Digitales Europa ist eröffnet. Unternehmen können bis 17. Mai 2022 Anträge einreichen. Im Rahmen der Förderung werden 249 Millionen Euro in verschiedene Bereiche investiert: Datenräume, europäische Blockchain-Infrastruktur, Schulungen für fortgeschrittene digitale Kompetenzen, digitale Lösungen für bessere Behördendienste, Projekte zur Erprobung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Verbrechensbekämpfung und KI-Testeinrichtungen. Letztere werden KI für die Bereiche Fertigung, Lebensmittel, Gesundheit und intelligente Gemeinschaften testen.

Aktuelle Aufrufe für Projektvorschläge stehen im Funding & Tenders Portal der EU. Weitere Informationen und Förderbedingungen im Rahmen des Programms Digitales Europa gibt es auf der Website der EU-Kommission.

März 2022

Vorschlag für EU-Lieferkettengesetz vorgelegt

Die Europäische Kommission hat am 23. Februar 2022 einen Vorschlag für ein Gesetz über Nachhaltigkeitspflichten von Unternehmen, das sogenannte EU-Lieferkettengesetz vorgelegt. Die EU-Richtlinie zielt darauf ab, in der EU einheitliche Regeln für nachhaltiges und verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln festzulegen, nachdem mehrere Mitgliedstaaten bereits eigene Gesetze über unternehmerische Sorgfaltspflichten in Lieferketten verabschiedet haben. Der Gesetzentwurf wird in der Folge vom Parlament und den Mitgliedstaaten im Rat beraten. Der Gesetzesvorschlag der EU-Kommission zum Lieferkettengesetz geht über das ab dem 1. Januar 2023 geltende deutsche Lieferkettengesetz hinaus. Der DIHK fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Umsatzsteuer bei Nutzung eines Konsignationslagers im EU-Ausland

In vielen Branchen werden sogenannte Konsignationslager unterhalten. Diese unter den Wirtschaftsbeteiligten gängige Praxis birgt für die steuerliche Abwicklung Fallstricke. Verantwortlich hierfür sind die komplizierten Regelungen des Umsatzsteuerrechts. Das Bundesfinanzministerium hat nun dazu wichtige Erläuterungen veröffentlicht. Dabei wurden auch Hinweise aus der Praxis zur seit zwei Jahren geltenden Vereinfachungsregelung aufgegriffen, die noch immer recht komplex ist. Der DIHK fasst die wichtigsten Punkte zusammen. Weitere Informationen zu Konsignationslagern

European Chips Survey: Halbleiterengpässen begegne

Die Corona-Pandemie hat Abhängigkeiten in den industriellen Lieferketten verdeutlicht, die zu neuen Lösungen führen müssen. Die EU-Kommission hat ein Chip-Gesetz vorgeschlagen, um europäische Unternehmen bei zukünftigen Unterbrechungen in der Halbleiter-Lieferkette zu unterstützen. Die politischen Entscheidungsträger brauchen bei der Ausgestaltung von Maßnahmen die Unterstützung der Wirtschaft. Die European Chips Survey soll identifizieren, wie der Bedarf in der Industrie an Chips und Wafern eingeschätzt wird und welche Instrumente entwickelt werden sollten.

Was halten Sie davon? Wie sollte die Unterstützung der EU für die Industrie aussehen? Hier geht's zur European Chips Survey der Europäischen Kommission. Bis 20. März 2022 können Sie sich an der englischsprachigen Umfrage beteiligen. 

Neue CORNET-Ausschreibungsrunde geöffnet

Das internationale Forschungsförderungsnetzwerk CORNET (Collective Research Networking) hat eine neue Ausschreibungsrunde gestartet. Gefördert werden internationale Projekte der vorwettbewerblichen Gemeinschaftsforschung zugunsten kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU). Die Förderung ist themenoffen angelegt und erfolgt durch nationale Budgets. Im Rahmen der Ausschreibungen können Projektkonsortien bestehend aus Unternehmensverbänden, KMU und Forschungseinrichtungen aus mindestens zwei beteiligten Ländern Anträge für gemeinsame Projekte der Gemeinschaftsforschung stellen. Anträge können bis zum 30. März 2022 eingereicht werden. Detaillierte Informationen gibt es auf der Cornet-Website.

Februar 2022

Neuer EU-Helpdesk für den Handel mit Iran

Das Due Diligence Helpdesk zu EU-Sanktionen für europäische KMUs im Handel mit Iran präsentiert ein kostenloses "Sanctions Due Diligence Analysis Tool".

Das "Sanctions Due Diligence Analysis Tool" ist über eine von der Europäischen Union finanzierte Helpdesk-Initiative verfügbar. Der Helpdesk zielt darauf ab, mittelständische Unternehmen (KMU) in der Europäischen Union zu unterstützen, die mit dem Iran zusammenarbeiten möchten.

Durch dieses Projekt erhalten die Unternehmen Beratung, wie sie im Einklang mit dem EU-Recht und im Rahmen des Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplans (JCPoA) Geschäfte mit iranischen Unternehmen tätigen können, ohne gegen bestehende restriktive EU-Maßnahmen (Sanktionen) gegen den Iran zu versto­ßen. Auch nach dem Abschluss des JCPoA und der Aufhebung der meisten EU-Sanktionen gegen den Iran bleiben einige EU-Beschränkungen in Kraft. Aus diesem Grund bietet der Helpdesk KMU in der EU kosten­lose Unterstützung bei der Durchführung von Due-Diligence-Prüfungen zur Einhaltung der restriktiven EU-Maßnahmen für bestimmte Geschäftsprojekte mit dem Iran an. Die Initiative bietet keine Beratung zu US-Sanktionen gegen den Iran an. Das Ziel besteht ausdrücklich darin, KMU bei der Prüfung legitimer Geschäftsmöglichkeiten mit dem Iran zu unterstützen und die Zusammenarbeit mit europäischen Banken zu erleichtern.

Mehr Infos.

Neuer EU-Helpdesk für den Handel in der Östlichen Partnerschaft

Die Europäische Kommission hat am 16.12.2021 den Eastern Partnership Trade Helpdesk ge­startet. Dieser soll Importeuren und Exporteuren in der EU und in den Ländern der Östlichen Partnerschaft neue Marktchancen eröffnen. Der Helpdesk wurde in Zusammenarbeit zwischen dem von der Europäischen Union finanzierten Projekt EU4Business Eastern Partnership Trade Helpdesk und dem International Trade Centre (ITC) als Durchführungspartner entwickelt.  Mehr.

EU fördert Schutz des geistigen Eigentums bei KMU

(EU-Komm) Die EU-Kommission und das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) ha­ben einen neuen KMU-Fonds der Europäischen Union eingerichtet, der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) helfen soll, ihre Rechte des geistigen Eigentums zu schützen. Unternehmen mit Sitz in der EU können über den mit 47 Mio. Euro ausgestatteten Fonds entsprechende Gutscheine erhalten. Der KMU-Fonds ist ein Erstattungsprogramm, bei dem Gutscheine ausgegeben werden, mit denen die Gebühren für die ausge­wählten Aktivitäten teilweise gedeckt werden können. Mehr.

Start der vorläufigen Anwendung des EU-Einheitspatents

Laut EU-Kommission kann das Einheitspatent in Europa jetzt vorläufig angewandt werden. Genügend Mitgliedstaaten haben die Rechtsinstrumente ratifiziert. Mit dem neuen einheitlichen Patentsystem wird eine zentrale Anlaufstelle für die Eintragung von Patenten in Europa geschaffen und die Kosten für den Patent­schutz gesenkt. Zudem wird die Rechtssicherheit für die Unternehmen erhöht, indem die zentralisierte Durch­setzung von Patenten in den teilnehmenden Mitgliedstaaten erleichtert wird. Der Weg für die vollständige Einführung des Einheitspatents in den kommenden 12 Monaten ist nun geebnet.

Davon werden nach Einschätzung der EU-Kommission alle Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere, profitieren. So werden beispielsweise die Gebühren, die für die Verlängerung eines in bis zu 25 Mitgliedstaa­ten geltenden Einheitspatents für einen Zeitraum von 10 Jahren anfallen, weniger als 5.000 Euro anstatt wie bisher etwa 29.000 Euro betragen. Durch das Einheitspatent wird auch die Diskrepanz verringert, die bei den Kosten des Patentschutzes zwischen Europa und den USA, Japan und anderen Drittländern besteht. Mehr.

Exportkreditgarantien: Ausnahmeregelungen verlängert

Die EU-Kommission hat die aufgrund der Corona-Krise bestehenden Ausnahmeregelungen für staatliche Beihilfen für sogenannte “marktfähige Risiken” bei Exportgeschäften nochmals bis zum 31. März 2022 ver­längert. Ursprünglich sollten diese zum 31. Dezember 2021 auslaufen.

Dank dieser Ausnahmeregelung können auch weiterhin Lieferungen und Leistungen zu kurzfristigen Zah­lungsbedingungen (bis 24 Monate) innerhalb der EU und in ausgewählten OECD-Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen) abgesichert werden.

Aktuelle EU-Ausschreibung: Fashion for Change

Fashion for Change ist ein Accelerator-Programm der EU für Nachhaltigkeit in der Mode und gleichzeitig ein virtuelles Wissenszentrum. Über das Programm werden innovative Lösungen gesucht und gefördert, um einen Wandel in der Modeindustrie zu bewirken.

Mit einem aktuellen Projektaufruf werden Projektpartnerschaften gefördert, die aus  mindestens einem KMU, Designer oder Start-up (Kleinunternehmer oder Freiberufler) und einem transnationalen Partner bestehen. Ziel der Partnerschaft ist es, innovative Produkte oder Dienstleistungen für die Kreislaufmode zu schaffen oder zu entwickeln. Pro Partnerschaft ist ein Zuschuss von max. 15.000 Euro möglich. Außerdem erhalten die Projektpartner weitere Unterstützungsleistungen. Deadline ist der 19. April 2022. Mehr.

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Katrin Glaser

Katrin Glaser

International und internationale Fachkräfte
IHK-Zentrale
Position: Enterprise Europe Network / Europäische Länder und Märkte
Schwerpunkte: EU-Informationen, Enterprise Europe Network, Fördermittel EU, Länder und Märkte, Geschäftspartnersuche, Dienstleistungen im Ausland
Telefon: 07121 201-152
E-Mail schreiben
vCard herunterladen
Zur Detailseite