Wichtige Infos zu den Nachbarstaaten in Corona-Zeiten

Schweiz

Personen- und Warenverkehr
Die Schweiz kontrolliert die Grenzen zu ihren Nachbarländern. In die Schweiz einreisen dürfen nur noch Schweizer Staatsangehörige, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Personen, die aus beruflichen Gründen, zum Beispiel für einen Warentransport oder zur Dienstleistungserbringung, reisen müssen. In einer Weisung des Staatssekretariats für Migration wird definiert, für welchen Personenkreis und unter welchen Voraussetzungen die Einreise in die Schweiz erlaubt ist. Um die Kontrollen zu kanalisieren, wurden rund 130 kleinere Grenzübergänge geschlossen. Für den Warenverkehr und den Transit gibt es bislang keine Einschränkungen. Um den Warenfluss sicherzustellen, hat der Schweizer Zoll an definierten Grenzübergängen so genannte „green lanes” zur schnelleren Zollabwicklung eingerichtet. Die Maßnahmen dienen dem Schutz der Bevölkerung in der Schweiz.

Der Schweizer Zoll informiert auf seiner Internetseite über sämtliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Grenzübergängen und Zollabwicklung.
Das Staatssekretariat für Migration informiert auf seiner Seite FAQ zum Einreisestopp über die Ausnahmen vom Grundsatz der Einreiseverweigerung.

Frankreich

In Frankreich gelten seit dem 16. März Ausgangsbeschränkungen. Ausnahmen gibt es nur in besonderen Fällen und nur unter der Bedingung, dass eine Bescheinigung vorliegt für den Weg von der Wohnung zur Arbeit, wenn Telearbeit nicht möglich ist; das Einkaufen für Grundbedürfnisse; Arztbesuche; Kinderbetreuung oder Betreuung kranker Menschen sowie individuelle Sportbetätigung oder Spaziergang.

Der Grenzverkehr funktioniert, es muss jedoch mit Wartezeiten wegen Gesundheitskontrollen gerechnet werden.

Im Hinblick auf Kurzarbeitergeld haben auch deutsche Unternehmen ohne Betriebsstätte in Frankreich, also solche Unternehmen, die keine Niederlassung oder Tochtergesellschaft in Frankreich haben, aber langfristig Angestellte in Frankreich beschäftigen und in Frankreich fällige Sozialversicherungsbeiträge zahlen, ab sofort nach Rechtsverordnung der französischen Regierung vom 27. März 2020 die Möglichkeit, den Einsatz von Kurzarbeit für französische Mitarbeiter zu beantragen. Die Rechtsverordnung erging unter anderem auf direkte Initiative der AHK Frankreich.

Auf der Webseite der AHK Frankreich finden Sie weiterführende Informationen bezüglich der Bescheinigungen und entsprechende Vordrucke. Zudem informieren Sie die Kollegen ausführlich über die Neuerungen zum Kurzarbeitergeld und zu den Möglichkeiten der AHK Frankreich, Sie hier zu unterstützen.

Österreich

Seit dem 20. März 2020 gilt, dass Personen, die nach Österreich einreisen wollen, im Rahmen der Grenzkontrolle ein ärztliches Zeugnis (molekularbiologischer Test – nicht älter als vier Tage) vorweisen müssen. Abweichend davon können österreichische Staatsbürger sowie Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich einreisen, wenn sie unverzüglich eine 14-tägige Heimquarantäne antreten. Diese Auflage muss per Unterschrift bestätigt werden. Grundlage der Maßnahmen ist eine Rechtsverordnung des österreichischen Sozialministeriums.

Der Warenverkehr soll weiter gewährleistet werden. Allerdings wird das Personal (also z.B. Lkw-Fahrer) Gesundheitskontrollen unterzogen. Es gibt daher für den Güterverkehr zum Teil Wartezeiten von mehreren Stunden.

Bis auf Weiteres gelten landesweit verschärfte Ausgangsbeschränkungen. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen zu Hause zu bleiben. Von der Ausgangsbeschränkung gibt es nur vier Ausnahmen: Berufsarbeit, die nicht aufschiebbar ist, dringend notwendige Besorgungen und Hilfe für andere Menschen.

Die AHK Österreich informiert auf ihrer Homepage laufend aktuell zur Corona-Krise und den lokalen Auswirkungen.
Ebenso finden Sie auf der Hompage der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKÖ) umfassende Informationen zum Thema.

Italien

In Italien gilt aufgrund der hohen Zahl der Covid-19 Infizierten und Erkrankten eine Notfallverordnung. Seit dem 10. März ist die Bewegungsfreiheit in ganz Italien eingeschränkt, mit Kontrollen ist zu rechnen. Mit Gesetzesdekret vom 22. März wurde zudem die Schließung „nicht lebensnotwendiger“ Betriebe angeordnet.

Der Waren- und Güterverkehr ist erlaubt. Jeder Fahrer, Italiener oder Ausländer, muss jedoch eine Erklärung in italienischer Sprache ausfüllen. Es handelt sich um eine Eigenerklärung, der der deutsche Fahrer selbst erfüllen darf. Die Auslandshandelskammer Italien stellt eine Ausfüllhilfe zur Verfügung.
Schulen, Kindergärten und öffentliche Einrichtungen, sowie Läden sind geschlossen.

ACHTUNG: Durch die Schließung aller Betriebe, die nicht für die Versorgung der Bevölkerung erforderlich sind, ruht ein großer Teil der Produktion. Folglich erfährt auch der speditionelle Warenverkehr aus Italien Einschränkungen (Stand 1.April 2020).

Die AHK Italien informiert auf Ihrer Homepage aktuell zur Lage vor Ort und hält für Sie wichtige Informationen der lokalen Behörden bereit.

Polen

Polen ergreift drastische Maßnahmen in der Beschränkung der Personenfreizügigkeit. 

Seit dem 27. März 2020 ist die gesamte deutsch-polnische Grenze nunmehr auch für Grenzpendler geschlossen. Personen, die nach Polen zurückkehren, müssen sich einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen. Die Maßnahme gilt vorläufig bis zum 13. April 2020. Zuvor wurden erstmals zehn Tage alle internationalen Flug- und Zugverbindungen ausgesetzt. Alle polnischen Staatsgrenzen wurden auch für den Autoverkehr geschlossen. Polen können mit dem Auto aus dem Ausland zurückkehren, müssen dann aber in eine 14-tägige Quarantäne. Für den Warenverkehr bleiben die Grenzen geöffnet.

Die Auslandshandelskammer Polen informiert auf ihrer Webseite tagesaktuell zur Lage.

Niederlande

In den Niederlanden gilt seit dem 17. März ein Einreiseverbot für Personen aus Drittstaaten. EU Bürger können noch einreisen, müssen aber mit verstärkten Kontrollen und Gesundheitschecks rechnen. Bislang läuft der Warenhandel ungehindert, auch in stark betroffene Länder wie Italien und Spanien.

Die AHK Niederlande hat umfassende Informationen auf ihrer Website zusammengefasst. Es werden Fragen behandelt, wie: Welche Vorschriften gelten? Was tun, wenn Mitarbeiter erkranken? Welche staatlichen Hilfen gibt es? Zudem stehen die Mitarbeiter der AHK auch persönlich per Mail oder Telefon für Fragen zur Verfügung.

Aktuelle Länderinformationen

VR China: Langsame Rückkehr zur Normalität
(AHK) Die Corona-Krise in China ebbt langsam ab. Das Land will zur Normalität zurückfinden. Laut offiziellen Angaben sollen mehr als 90 Prozent der großen Unternehmen ihre Produktion wieder aufgenommen haben. Gleichzeitig hat die chinesische Regierung ein Paket mit Hilfsmaßnahmen verabschiedet. Es beinhaltet spür­bare finanzielle Entlastungen bei Sozialversicherung und Steuern für Unternehmen in China. Zudem können Spielräume im Arbeitsrecht genutzt werden. Beispielsweise die Einführung von flexiblen Arbeitszeitsyste­men, um auf eine verminderte Auslastung und Nachfrage angemessen reagieren zu können.

Die Deutsch-Chinesische Handelskammer (AHK) aktualisiert laufend die Informationen zur wirtschaftlichen Lage im Zusammenhang mit der Virus-Infektion. Unter anderem erläutert eine umfangreiche Publikation, ob und wie sich “Höhere Gewalt” auf Verträge auswirkt.

Japan: Unternehmen überdenken Lieferketten
(Gtai) Etwa die Hälfte der japanischen Unternehmen sehen ihre Lieferketten durch die Coronavirus-Pande­mie beeinträchtigt. Als Konsequenz sind sie dabei oder planen, ihre Lieferketten auf Krisenfestigkeit zu über­prüfen. Dies ergab eine Reuters-Umfrage bei japanischen Unternehmen unterschiedlicher Größe, die von Nikkei Research im Auftrag in der ersten Märzhälfte 2020 durchgeführt wurde.

Nordafrika: Corona-Pandemie trifft Lieferketten nach Europa
(Gtai) Die Lieferketten zwischen Nordafrika und Deutschland sind durch die Corona-Pandemie bereits jetzt schwer beeinträchtigt. Vertreter von Logistikfirmen befürchten den Ausfall des Handels für ein gesamtes Quartal. In bestimmten Branchen werden bereits jetzt praktisch keine Transportkapazitäten mehr nachge­fragt. Ein Beispiel dafür ist der Automobilsektor, der in Europa und in Marokko bereits angekündigt hat, Fab­riken vorübergehend zu schließen.

Oman: Wirtschaftsausblick
Dubai/Maskat (GTAI) - Die gedrosselte Ölförderung bremst das Wirtschaftswachstum. Auch der Nicht-Öl-Sektor schrumpft. Der Abschluss industrieller Großprojekte könnte zukünftig die Konjunktur stützen. Zur Diversifizierung der Wirtschaft haben die Regierungsplaner fünf Sektoren identifiziert, die im Rahmen des "National Program for Enhancing Economic Diversification" (Tanfeedh) zwar staatlich gefördert werden sol­len, deren Entwicklung aber vor allem auf privaten Investitionen basieren soll. Die fünf prioritären Wirtschafts­zweige sind die verarbeitende Industrie, Logistik, Tourismus, Fischerei und Bergbau.

Spanien: Umsatz mit ziviler Sicherheitstechnik
(Gtai) Spanien verfügt über einen großen Markt für zivile Sicherheitstechnik. Der Umsatz in den Bereichen Safety, Security und Emergency summierte sich 2019 auf circa 4,8 Milliarden Euro. Damit legten die Ver­käufe um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Nach der Wirtschaftskrise zogen die Umsätze ab 2015 wieder an. In den kommenden Jahren wird mit moderateren Zuwächsen als zuletzt gerechnet.

Tschechien: Mit Zinssenkungen und Hilfskrediten gegen den Stillstand
(Gtai) Wie schwer die Epidemie sowie die nationalen und weltweiten Maßnahmen zu ihrer Eindämmung die tschechische Wirtschaft treffen werden, ist noch nicht abzusehen. Auch die Industrie leidet. Kurz vor Ausru­fung des Notstands hat eine Blitzumfrage des Tschechischen Verbands für Industrie und Transport unter 350 Unternehmen ergeben, dass ein Drittel von ihnen Angestellte hat, die sich in Quarantäne befinden. Fast 38 Prozent der Firmen haben bereits oder rechnen in Kürze mit Lieferproblemen bei Teilen, Komponenten oder Rohstoffen und mit Logistikproblemen. Die Absage von Bestellungen und sinkende Nachfrage spüren 35 Prozent. Mit Cashflow-Problemen konfrontiert sieht sich ein Fünftel.

Welt: Auswirkungen des Coronavirus auf Auslandsmärkte
(Gtai) Das neuartige Coronavirus hat sich zu einer weltweiten Pandemie ausgeweitet. Damit kommen das öffentliche und wirtschaftliche Leben in immer mehr Ländern zum Erliegen. In einem Themenspecial be­leuchtet die Gtai die wirtschaftlichen Auswirkungen weltweit. Diese Zusammenfassung wird laufend ergänzt und aktualisiert.

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IHK Reutlingen Bereich: International
Position: Bereichsleiter International
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Außenwirtschaftspolitik, Beratungen
Telefon: 07121 201-186
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