EU-Fördermittel

Die Europäische Union stellt Unternehmen Fördermittel in Form von Zuschüssen, Darlehen oder Bürgschaften zur Verfügung. Die Förderhilfen werden entweder direkt oder über national verwaltete Programme gewährt. Vorrangiges Ziel der wichtigsten EU-Finanzierungsprogramme ist es, Wachstum zu fördern und Arbeitsplätze in Europa zu schaffen – kleine und mittlere Unternehmen (KMU) übernehmen dabei eine Hauptrolle.

Förderdatenbank

Die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gibt einen umfassenden Überblick über die Förderprogramme der EU, des Bundes und der Länder. Das Fördergeschehen wird unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber nach einheitlichen Kriterien und in einer konsistenten Darstellung zusammengefasst. Dabei werden auch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Programmen aufgezeigt, die für eine effiziente Nutzung der staatlichen Förderung von Bedeutung sind.

Die Datenbank richtet sich, als zentrale Informationsquelle, sowohl an Existenzgründer als auch an Unternehmen und Berater, dabei ist es unwichtig, ob der Nutzer Vorkenntnisse hat. Für EU-Fördermittel muss in der Suchmaske das entprechende Häkchen gesetzt werden.

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EU-Fördermöglichkeiten für innovative Projekte

Im Rahmen des neuen "EIC-Piloten" (European Innovation Council – EIC) werden innovative Projekte kleiner und mittlerer Unternehmen gefördert. Dafür stehen drei Förderinstrumente zur Verfügung: der Pathfinder Pilot, der Accelerator Pilot und Fast Track to Innovation.

Pathfinder Pilot

Der Pathfinder Pilot wendet sich unter anderem an High-Tech-Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ziel des Instruments ist es, radikal neue Technologiekonzepte langfristig umzusetzen. Hierfür werden exzellenzorientierte, visionäre und besonders risikobehaftete Projekte in einem frühen Entwicklungsstadium gefördert.

Accelerator Pilot

Der Accelerator Pilot richtet sich an innovative und ehrgeizige KMU mit europäischen und globalen Perspektiven. Das Förderinstrument ist themenoffen. Zudem gibt es auch die Option, Beteiligungskapital in Kombination mit Fördergeldern zu beantragen.

Fast Track to Innovation

Ziel von Fast Track to Innovation ist es, bahnbrechende technologische oder dienstleistungsbezogene Innovationen mit einem interdisziplinären und transsektoralen Ansatz zeitnah in marktreife Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle umzusetzen. Auch hier gibt es keine thematischen Vorgaben.

EIC Wizard

Wer eine vielversprechende Innovationsidee hat, aber nicht sicher ist, welches Förderinstrument dazu passt, kann den "EIC Wizard" zu Rate ziehen. Eine erste Einschätzung von Innovationsvorhaben liefert auch das Tool Inno-Check.

Bei einer ersten Förderrunde wurden 108 innovative Projekte ausgewählt, elf davon kommen aus Deutschland. Mit insgesamt 210 Millionen Euro werden diese Projekte gefördert. Jedes Einzelprojekt erhält zwischen 0,5 bis 3 Millionen Euro Fördermittel. Ein Kriterium bei der Auswahl der Projekte war, dass es sich um eine Lösung für ein alltägliches Problem der Europäer handle. Zu den ausgewählten Projekten gehören unter anderem eine hybride Simulationsplattform für die Neurochirurgie und ein anti-metastasierender Krebsimpfstoff. Deutsche Projekte, die eine Förderung erhalten haben, forschen u. a. an hauchdünnen LED-Bildschirmen, besserer Proteinproduktion für günstige Medikamente und risikofreien Zahnimplantaten.

Eine Liste der durch den EIC Accelerator geförderten Projekte finden Sie hier (PDF). Eine Liste der durch Fast Track to Innovation geförderten Projekte finden Sie hier (PDF).

EU Förderprogramm LIFE für Umwelt & Klimaschutz

LIFE ist das einzige EU-Förderprogramm, das ausschließlich Projekte zu den Themen Umwelt und Klima fördert. Es wurde im Jahre 1992 ins Leben gerufen und hat bis heute bereits mehr als 5.400 Projekte kofinanziert. Während der aktuellen Förderperiode 2014-2020 wird LIFE ca. €3.4 Mrd. EUR in Umweltschutzprojekte investieren. LIFE ist eine kontinuierlich offene Ausschreibung mit regelmäßigen Stichtagen, an denen sich potenzielle Antragsteller orientieren können. Antragsberechtigt sind alle öffentlichen oder privaten Einrichtungen mit Sitz in der EU.

Weiterführende Links:

Ziele des LIFE-Programms

Das LIFE-Finanzierungsinstrument der EU hat zum Ziel, umweltfreundliche, innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sowie Best Practice in Europa zu etablieren und die entsprechende Politik und Verwaltungspraxis weiterzuentwickeln. Es unterstützt Vorhaben aus vielen Bereichen wie Arten- und Biotopschutz, biologische Vielfalt, Klimaschutz, Klimaanpassung, Luftqualität, Kreislaufwirtschaft, Chemikalien, Lärm, Wasser und Abfall.

Teilprogramme Umwelt und Klima

Das LIFE Programm untergliedert sich in die Teilprogramme Umwelt ("Environment") und Klima ("Climate action"), welche jeweils unterschiedliche Schwerpunktthemen und Einreichfristen haben.

Teilprogramm Umwelt

Schwerpunktthemen:

  • Umwelt und Ressourceneffizienz
  • Natur und Biodiversität
  • Umweltpolitik und Informationen

Teilprogramm Klima

Schwerpunktthemen:

  • Klimaschutz
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Klimapolitik und Information

Die bundesweite LIFE-Beratungsstelle

Seit Januar 2019 wird im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit eine LIFE-Beratungsstelle zur Förderung von LIFE in Deutschland aufgebaut, die auch als nationale LIFE-Kontaktstelle auf Bundesebene fungiert. Ein wesentlicher Tätigkeitsschwerpunkt der Beratungsstelle ist die Information und Unterstützung von Antragstellenden und sonstigen Interessentinnen und Interessenten.

Austausch zwischen Jungunternehmern und erfahrenen Unternehmern mit "Erasmus for Young Entrepreneurs"

Das Förderinstrument „Erasmus for Young Entrepreneurs“ bietet Existenzgründern und Start-ups die Chance, bis zu einem halben Jahr bei einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen im EU-Ausland zu hospitieren. Dabei sollten die Jungunternehmer nicht länger als drei Jahre am Markt sein. Existenzgründer oder Jungunternehmer können dabei von dem erfahrenen Unternehmer die benötigten Fähigkeiten als Unternehmer erlernen.

Der gastgebende Unternehmer wiederum profitiert von neuen Ideen und Visionen des Jungunternehmers aus einem anderen EU-Staat. Der gastgebende Unternehmer sollte mindestens drei Jahre Erfahrung in der Führung eines Unternehmens haben.

Der Jungunternehmer wird für die Hospitation mit einem monatlichen Betrag von der EU unterstützt. Durch die Hospitation bekommen sowohl Jungunternehmer als auch gastgebende Unternehmer einen direkten Zugang zu ausländischen Märkten, in denen sie dann neue Kontakte knüpfen und Kooperationen anbahnen können.

Der Austausch dauert zwischen einem und sechs Monaten und kann aufgeteilt werden in mindestens einwöchige Aufenthalte innerhalb eines Jahres.

Mehr zum Förderinstrument bei bw-i:

Katrin Glaser

Katrin Glaser

International
IHK-Zentrale
Position: Projektmanagerin
Schwerpunkte: EU-Informationen, Enterprise Europe Network, Fördermittel EU, Länder und Märkte, Geschäftspartnersuche, Dienstleistungen im Ausland
Telefon: 07121 201-152
Fax: 07121 201-4152
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