Immobiliardarlehensvermittler

  1. Aktuelles
  2. Immobiliardarlehensvermittler
  3. Sachkunde
  4. An der Vermittlung beteiligte Mitarbeiter
  5. Berufspflichten
  6. Erlaubnisanträge, Registrierungsanträge, Checklisten und Verzichtserklärungen
  7. gesetzliche Grundlagen

Die folgenden Links zu Gesetzestexten führen zur Seite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

1. Aktuelles

Sie sind verpflichtet, der IHK Reutlingen als Erlaubnisbehörde jede Veränderungen der Tätigkeit und der persönlichen und beruflichen Verhältnisse mit Relevanz für das Erlaubnisverfahren unverzüglich mitzuteilen. Dazu zählen unter anderem Namens- und Firmierungsänderungen, Wechsel der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung und Wechsel in der Geschäftsführung / im Vorstand bei juristischen Personen (Formular für die Mitteilung über Änderungen der Registerdaten als Download). Bitte melden Sie uns die relevanten Änderungen rechtzeitig.

2. Immobiliardarlehensvermittler

Immobiliardarlehensvermittler

Immobiliardarlehensvermittler ist, wer gewerbsmäßig den Abschluss von Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträgen im Sinne des § 491 Abs. 3 BGB oder entsprechende entgeltliche Finanzierungshilfen im Sinne des § 506 BGB vermitteln will oder Dritte zu solchen Verträgen beraten will.

Die Erlaubnis nach § 34 i GewO umfasst nur die Vermittlung von Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträgen. Die Vermittlung von sonstigen Darlehensverträgen fällt weiterhin unter die Erlaubnispflicht nach § 34 c Abs. 1 S. 1 Nr. 2 GewO. Die Erlaubnistatbestände nach § 34 i GewO und § 34 c Abs. 1 S. 1 Nr. 2 GewO stehen nebeneinander.

Die Tätigkeit des Immobiliardarlehensvermittler setzt eine auf den konkreten Abschluss eines Immobiliar-Verbraucherdarlehensvertrags gerichtet Tätigkeit voraus. Nicht entscheidend ist, dass tatsächlich ein Vermittlungserfolg eintritt.

Der Begriff der Immobiliardarlehensvermittlung ist grundsätzlich weit auszulegen. Alle Tätigkeiten die von § 655 a BGB erfasst sind, fallen auch unter § 34 i GewO.

Inhaber der Erlaubnis nach § 34 i GewO kann sowohl eine natürliche als auch eine juristische Person sein. Bei juristischen Personen (zum Beispiel AG, GmbH, UG (haftungsbeschränkt), etc.) müssen die Erlaubnisvoraussetzungen bei allen gesetzlichen Vertretern vorliegen. Personengesellschaften wie die GbR oder Personenhandelsgesellschaften (zum Beispiel OHG, KG, etc.) besitzen im Gewerberecht keine Rechtsfähigkeit. Erlaubnisinhaber sind deshalb die geschäftsführenden Gesellschafter bzw. der Vorstand. Bei einer GbR oder einer OHG muss jeder Gesellschafter im Besitz einer Erlaubnis nach § 34 i GewO sein. Bei der KG müssen die Komplementäre sowie die Kommanditisten, sofern sie Geschäftsführungsbefugnis haben, eine Erlaubnis besitzen.

Der Erlaubnisinhaber muss seine Hauptniederlassung oder seinen Hauptsitz im Inland haben und seine Tätigkeit im Inland ausüben wollen.

Hat ein Antragsteller seine Hauptniederlassung oder seinen Hauptwohnsitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat oder EWR-Vertragsstaat muss er die Erlaubnis dort beantragen.

Honorar-Immobiliardarlehensberater

Auch Honorar-Immobiliardarlehensberater benötigen eine Erlaubnis nach § 34 i GewO. Zwischen der Tätigkeit als Immobiliardarlehensvermittler und der Tätigkeit als Honorar-Immobiliardarlehensberater erfolgt eine strikte Trennung. Die Tätigkeiten schließen sich gegenseitig aus.

Der Honorar-Immobiliardarlehensberater muss für seine Empfehlung dem potentiellen Darlehensnehmer eine ausreichende Anzahl von entsprechenden auf dem Markt angebotenen und geeigneten Verträgen unterbreiten. Er darf vom Darlehensgeber keine Zuwendungen annehmen und muss von ihm komplett unabhängig sein.

Tippgeber

Abzugrenzen von der Vermittlung von Immobiliardarlehensverträgen ist die Tätigkeit als reiner Tippgeber. Die reine Nachweistätigkeit als sog. „Tippgebung“ stellt keine Vermittlung dar und ist als solche erlaubnisfrei.

Bloßer Tippgeber ist, wer die Möglichkeit zum Abschluss von Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträgen etc. namhaft macht oder Kontakte zwischen einem möglichen Darlehensnehmer und einem Immobiliardarlehensvermittler oder einem Darlehensgeber herstellt.

Eine Erlaubnispflicht liegt hingegen vor, wenn für den potentiellen Darlehensnehmer verwaltungsmäßige Tätigkeiten vorgenommen werden, wie zum Beispiel die Hilfe bei der Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen oder beim Ausfüllen von Antragsformularen. Der Tippgeber darf keinerlei Beratung des potentiellen Darlehensnehmers vornehmen und deshalb keine konkreten Möglichkeiten zur Finanzierung für den Immobilienerwerb vorstellen. Er darf auch in keiner Weise am eigentlichen Abschlussvorgang beteiligt sein, zum Beispiel durch die Weiterleitung von Antrags- oder Vertragsunterlagen.

3. Sachkunde

Als Sachkundenachweis dient die erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung „Fachmann/-frau für Immobiliardarlehensvermittlung IHK“ oder eine gleichgestellte Berufsqualifikation nach der Verordnung über die Immobiliardarlehensvermittlung (ImmVermV):

1. Immobilienkaufmann/-frau

2. Bank- oder Sparkassenkaufmann/-frau

3. Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen „Fachrichtung Finanzberatung“ wenn

  • die Abschlussprüfung auf der Grundlage der bis zum 31. Juli 2014 geltenden Fassung der Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen abgelegt wurde
  • die Abschlussprüfung auf der Grundlage der ab dem 1. August 2014 geltenden Fassung der Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen abgelegt wurde und der Antragsteller die Wahlqualifikationseinheit private Immobilienfinanzierung und Versicherungen gewählt hat (Nachweis durch Ausbildungsvertrag)

4. Vorläuferabschluss zu 3.: Versicherungskaufmann/-frau bis 01.08.2006

5. Geprüfte(r) Immobilienfachwirt/-in

6. Geprüfte(r) Bankfachwirt/-in

7. Geprüfte(r) Fachwirt/-in für Finanzberatung (IHK)

8. Geprüfte(r) Fachwirt/-in für Versicherungen und Finanzen (IHK) oder Vorläuferabschluss Versicherungsfachwirt IHK bis 01.01.2009

9. Geprüfte(r) Fachberater/-in für Finanzdienstleistungen (IHK) mit einer mindestens zweijähriger Berufserfahrung im Bereich der Immobiliardarlehensvermittlung

10. ein Abschlusszeugnis als Finanzfachwirt (FH) oder Finanzfachwirtin (FH) mit einem abgeschlossenen weiterbildenden Zertifikatsstudium an einer Hochschule, wenn zusätzlich eine mindestens einjährige Berufserfahrung im Bereich der Immobiliardarlehensvermittlung vorliegt;

11. Mathematisches, wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung im Bereich der Immobiliardarlehensvermittlung

Auch durch einen vor dem 21. März 2016 abgelegter Abschluss nach dem Standard des gemeinsamen Lernzielkatalogs der deutschen Bausparkassen des Berufsbildungswerks der Bausparkassen e.V., der Industrie- und Handelskammer Potsdam, der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, der Sparkassenakademie Niedersachsen, der Sparkassenakademie Schloss Waldthausen, der Sparkassenakademie Baden-Württemberg, der Wirtschaftsakademie Schleswig Holstein/Niederlassung Lübeck oder der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (BFZ) gemeinnützige GmbH, kann der Sachkundenachweis erbracht werden.

4. An der Vermittlung beteiligte Mitarbeiter

Der Immobiliardarlehensvermittler darf Personen, die bei der Vermittlung oder Beratung mitwirken oder in leitender Position für diese Tätigkeit verantwortlich sind, nur dann beschäftigen, wenn deren Zuverlässigkeit und Sachkunde geprüft wurde. Zudem müssen diese Personen in das Vermittlerregister eingetragen werden. Nutzen Sie hierzu bitte dieses Formular.

5. Berufspflichten

Für Immobiliardarlehensvermittler gilt die Verordnung über die Immobiliardarlehensvermittlung (ImmVermV). Immobiliardarlehensvermittler unterliegen damit einer Reihe von Berufspflichten, zum Beispiel Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten.

Zum Nachweis einer ausreichenden Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist eine Bestätigung des Versicherers vorzulegen.
Muster für eine Versicherungsbestätigung als Download.
Die Versicherer benutzen gleichlautende Bescheinigungen. Bitte wenden Sie sich insoweit an ihr Versicherungsunternehmen.

7. gesetzliche Grundlagen

§ 34 i Gewerbeordnung (GewO)

Verordnung über die Immobiliardarlehensvermittlung (ImmVermV)

§ 34 c Gewerbeordnung (GewO)

Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenen Angaben kann die IHK Reutlingen trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen.

Bitte benutzen Sie für die Kommunikation über E-Mail nur folgende E-Mail-Adresse:
gewerbevermittler(at)reutlingen.ihk.de

Sarah Eissler

Sarah Eissler

Recht und Steuern
IHK-Zentrale
Position: Sachbearbeiterin Gewerberecht
Schwerpunkte: Geweberechtliche Erlaubnisverfahren nach §§ 34 c ff GewO,
Sachkundeprüfungen: Versicherungsfachmann, Finanzanlagenfachmann
Telefon: 07121 201-198
Fax: 07121 201-4198
E-Mail schreiben
vCard herunterladen
Zur Detailseite