Kreislaufwirtschaft: Verwerten statt deponieren

Metallspäne. Auch sie sind kein Abfall, sondern können oft noch einmal genutzt werden. Foto: Photocreatief.de - Fotolia.com

Der beste Abfall ist natürlich der, der gar nicht erst entsteht. Priorität hat das Recyceln von Müll. Unternehmen müssen einiges beachten, zum Beispiel wenn sie Verpackungen in Umlauf bringen.

Die Abfallwirtschaft hat sich seit Beginn der 90er Jahre von einer Beseitigungswirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft gewandelt. Diese++++ wird durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz und zugehörige Rechtsverordnungen geregelt. Ziel der Kreislaufwirtschaft ist neben der Vermeidung von Abfällen eine möglichst umweltverträgliche und klimaneutrale Verwertung von Müll. Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) regelt primär die Kreislaufwirtschaft. Eine Auflistung der Abfälle ist im Anhang I des KrW-/AbfG aufgeführt.
Kreislaufwirtschaftsgesetz als Download

Produktverantwortung
Ein Prinzip der Kreislaufwirtschaft ist die Produktverantwortung: Wer ein Produkt in Umlauf bringt, ist für dieses bis zur schadlosen Beseitigung verantwortlich. Das gilt zum Beispiel für Altöl, Altholz oder Verpackungen. Unternehmen sind verpflichtet Verpackungen, die sie in Umlauf gebracht haben, zurückzunehmen, zu verwerten oder zu beseitigen. Dieser Verpflichtung können sich Betriebe entledigen, wenn sie sich einem Rücknahmesystem anschließen oder anderweitig für die Entsorgung zahlen. Zehn privatwirtschaftliche Anbieter des dualen Systems regeln in Deutschland die Entsorgung und Verwertung von Verpackungen. Finanziert werden die dualen Systeme über Lizenzgebühren, die von den Unternehmen für die Verpackungen ihrer Produkte entrichtet werden. „Ab einer bestimmten Menge an Verpackungen, die Unternehmen in Verkehr bringen, müssen sie eine Vollständigkeitserklärung bei uns abgeben“, sagt Dr. Albrecht Walcher, Energie- und Umweltberater bei der IHK Reutlingen.

Neue Regelungen
Die Verpackungsverordnung gibt es schon seit 1991. Ende 2014 und zum 1. Januar 2015 sind zwei Neuerungen dazugekommen: Die Möglichkeit der Eigenrücknahme wurde gestrichen und die Branchenlösungen strengeren Regeln unterworfen. Unternehmen, die bislang die Möglichkeit der Eigenrücknahme genutzt haben, müssen nun der Lizenzierungspflicht nachkommen. Bei der sogenannten Branchenlösung können Unternehmen weiterhin ein eigenes, von den dualen Systemen unabhängiges Rücknahmesystem für Verkaufsverpackungen betreiben. Dies gilt für bestimmte, den Haushalten gleichgestellten Anfallstellen wie Kantinen, Büros von Freiberuflern oder Hotels. Dazu müssen jedoch zuvor die eingebundenen Anfallstellen ihre Teilnahme schriftlich bestätigen.

Altölverordnung

In der Altölverordnung (AltölV) ist geregelt, wie Altöle beim Sammeln und Entsorgen gemischt werden dürfen. Außerdem gilt wieder: Wer an Privatpersonen Schmier-Öle verkauft, muss Altöl zurücknehmen. Hier finden Sie die Altölverordnung als Download.

Altholzverordnung

In der Altholzverordnung ist geregelt, wie Althölzer je nach Beschichtung beziehungsweise Behandlung einzustufen sind, und wie sie verwertet und entsorgt werden dürfen. Hier finden Sie die Altholzverordnung als Download.

Altfahrzeuggesetz

Im Altfahrzeuggesetz ist geregelt, wie Fahrzeuge (insbesondere Pkw und kleine Nutzfahrzeuge) nach endgültiger Abmeldung verwertet und entsorgt werden müssen. Der Verbleib des Fahrzeugs muss dokumentiert werden.

Elektro- und Elektronikgerätegesetz

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) setzt die EU-Richtlinien vom 27. Januar 2003 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten und die vom 27. Januar 2003 über Elektro- und Elektronik-Altgeräte in nationales Recht um. Darin wird gefordert, dass keine gefährlichen Stoffe in dem Gerät sind und dass ein Rücknahmesystem für Geräte aus dem Privatbereich erstellt wird. Für Elektro- und Elektronikgeräte aus anderen Bereichen muss die Entsorgung individuell zwischen den Vertragspartnern gelöst werden. Hier finden Sie das Elektro- und Elektronikgerätegesetz als Download.

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