Frankreich

„Made in Germany“ zieht

Die Metzinger Megabloc GmbH ist auch in Frankreich aktiv. Ein Vertriebsmitarbeiter und zwei Produktionspartner vor Ort schaffen Vertrauen.

MegablocFoto: PR

In Frankreich ist „Made in Germany“ ein klares Verkaufsargument. „Das öffnet Türen“, weiß Ralf Schnizler, Geschäftsführer der Metzinger Megabloc GmbH. Das Unternehmen ist seit 2004 im Nachbarland vertreten. „Den Schritt in den französischen Markt haben wir mit einer Studie vorbereitet“, erzählt Schnitzler. „Wir haben den Markt und den Bedarf analysiert und uns zur Pollutec-Messe 2003 in Paris angemeldet.“

Die Zahlen und das Bauchgefühl stimmten. Rechtzeitig zur Entsorgungsfachmesse war ein Mitarbeiter für das Land gefunden. „Unser Vertriebsmitarbeiter stammt aus dem Elsass, wo er auch aktuell lebt. Er kennt Frankreich und die Leute am besten – das schafft Vertrauen.“ Auf der Messe wurden erste Kontakte geknüpft und ein solider Grundstein für das Auslandsgeschäft gelegt.

Kurze Wege zum Kunden
Die Megabloc GmbH vertreibt als Teil der Koch-Gruppe den tonnenschweren Betonstein für flexible Mauern. Damit werden Schüttgutboxen unterteilt: In der Recyclingbranche trennen sie zum Beispiel Glas, Papier, Bio- und Restmüll. Im Garten- und Landschaftsbau werden aus dem Beton Mauern und Stützwände gebaut.

Steckbrief Frankreich

Fläche: 549.087km²
Einwohner (2021): 65,4 Millionen
BIP/Kopf (nominal)*: 47.934 US$
Inflationsrate*: 2,1 %
Arbeitslosenquote*: 8,0 %

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest (Stand: März 2022)
* Prognose für 2022

„Die Schwerlastmauern sind schnell errichtet und können flexibel angepasst werden, wenn ein Rohstoff mehr Platz benötigt“, erklärt Schnizler. Entwickelt wurden die Betonsteine ab 1990. Die Megabloc GmbH mit heute 6-köpfigem Vertriebsteam gibt es seit dem Jahr 2000. „Bei uns liegt der Kostenanteil der Logistik zwischen 10 bis 20 Prozent. Da kommt es auf kurze Wege vom Produktionspartner zum Kunden an.“

Überraschend einfacher Start
In Frankreich war der Start überraschend einfach, erinnert sich Ralf Schnitzler. „Die Messekontakte brachten tolle Rückmeldungen und erste Aufträge.“ Anfangs musste man sich an kulturelle Unterschiede gewöhnen. „Von uns Deutschen wird Pünktlichkeit erwartet, doch viele Kunden sind von ihr auch überrascht“, berichtet Schnizler. „Wenn wir zum Aufbau von Betonwänden kommen, müssen die Flächen freigeräumt sein – das klappt nicht immer. Im Optimalfall läuft der Aufbau just in time, also bauen unsere Fachkräfte direkt vom Lkw auf. Mit französischen Speditionen klappt das in den seltensten Fällen.“

Megabloc ist heute mit zwei Produktionsstandorten im Umland von Nantes und Lyon vertreten. „Aktuell sind wir auf der Suche nach Produktionspartnern im Großraum Paris und im Süden bei Montpellier, um ganz Frankreich mit vier Standorten optimal betreuen zu können.“ /

(Dieser Artikel erschien in der WNA-Ausgabe 4/2022.)