Energiespartipps

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Die massiv gestiegenen Energiekosten stellen Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Was kann getan werden, um die aktuelle Situation mit wenig Aufwand zumindest etwas zu entschärfen?

IHK Reutlingen, Tübingen und ZollernalbFoto: vchalup - stock.adobe.com

Heizungsrohre dämmen
Sind Heizungsrohre ungedämmt, geht viel Wärme verloren, bevor sie die Heizkörper erreicht. Deshalb sollten Heizungsleitungen in kaum genutzten Bereichen wie im Keller unbedingt gedämmt werden. Die Investition amortisiert sich in der Regel schon innerhalb einer einzigen Heizperiode. Auch die Nachrüstung von Dämmhülsen für die Heizungsarmaturen (Pumpen, Mischer, Ventile) lohnt sich.

Druckluftanlagen auf Leckagen überprüfen
Wer in seiner Firma Druckluft nutzt, sollte die Druckluftanlage regelmäßig auf Leckagen überprüfen. Dies ist besonders wichtig, da man circa 70 bis 80 Prozent der Leckagen gar nicht hört – erst ab einem Lochdurchmesser von ungefähr 2 Millimetern und 7 Bar Überdruck werden sie hörbar. Größere Leckagen können jährliche Mehrkosten in Höhe von einigen tausend Euro verursachen.
 
LED-Leuchten nutzen
LED-Leuchten verbrauchen bei gleicher Lichtausbeute bis zu 90 Prozent weniger Strom als veraltete Glühlampen und bis zu 10 Prozent weniger als eine Energiesparlampe. Weitere Vorteile: LED-Leuchten sind sofort hell und äußerst langlebig: Es werden Betriebszeiten von über 50.000 Stunden erreicht. Zugleich besteht die Möglichkeit einer tageslichtabhängigen Beleuchtung. Dabei dimmen Sensoren die LED-Leuchten bei ausreichend Tageslichteinfall automatisch herunter. Außerdem kann es sich lohnen, die Anzahl der Leuchten in bisher überleuchteten Bereichen zu reduzieren.

Gebäudehülle optimieren
Wärmegedämmte Außenwände, Decken und Dächer sowie moderne Fenster können den Heizbedarf eines Gebäudes um mehr als 50 Prozent reduzieren. Auch die nachträgliche Dämmung zahlt sich daher aus. Positiver Nebeneffekt: Die Dämmung schützt im Sommer vor hohen Temperaturen im Gebäudeinneren.

Elektrische Thermostatventile anbringen
In manchen Betrieben läuft im Winter die Heizung auch nachts oder am Wochenende – teilweise sogar absichtlich, damit die Räume nicht auskühlen. Die energiesparende Alternative sind elektrische Thermostatventile. Sie können an den Heizkörpern angebracht und so eingestellt werden, dass sie die Raumtemperatur nach Feierabend automatisch herunterregulieren und die Räume rechtzeitig vor Arbeitsbeginn wieder erwärmen.

Stand-by-Modus vermeiden
Eigentlich ist es ein alter Hut: Geräte und Maschinen sollten bei Nichtnutzung, sofern möglich, nie in den Stand-by-Modus gestellt, sondern immer komplett abgeschaltet werden, um Energie zu sparen. Hierfür eignen sich auch Zeitschaltuhren, die Geräte nach Feierabend automatisch komplett ab- und vor Arbeitsbeginn wieder einschalten.

Raumlufttechnische Anlagen modernisieren
In vielen Unternehmen entsprechen die Einrichtungen zum Belüften und Klimatisieren aufgrund ihres Alters nicht mehr heutigen Energieeffizienz-Standards. Sie lassen sich jedoch relativ einfach optimieren. Die einfachste Maßnahme: Überprüfen Sie, ob Sie den Luftvolumenstrom herabsetzen können. Eine Minderung des Luftvolumenstroms um nur 10 Prozent führt zu Energieeinsparungen von knapp 30 Prozent. /

Hier gibt es noch mehr Energiespartipps.

(Dieser Artikel erschien in der WNA-Ausgabe 8+9/2022.)

Julian Müller

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Dr. Uwe Schloßer

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Die Kompetenzstelle Energieeffizienz Neckar-Alb (KEFF) sowie die Kompetenzstelle Ressourceneffizienz Neckar-Alb (KEFF+), beide angesiedelt bei der IHK, unterstützen Betriebe dabei, Energie und Ressourcen nachhaltig und sparsam einzusetzen – mit Infoveranstaltungen, Informationen zu Förderprogrammen und Vor-Ort-Beratungen. Die Angebote sind kostenfrei. Konsortialpartner sind die Klimaschutzagentur Landkreis Reutlingen, die Agentur für Klimaschutz Kreis Tübingen und die Energieagentur Zollernalb. Mehr Informationen.