Statements

„Wir haben noch nie eine solche Situation erlebt“

Strenge Auflagen bei der Wareneinfuhr, nachlassende Investitionsbereitschaft der Kunden, bürokratischer Aufwand: Hier berichten Unternehmen aus der Region, wie ihr Auslandsgeschäft gerade läuft und mit welchen Herausforderungen sie sich konfrontiert sehen.

Porträtfoto von Stefanie MaurerFoto: PR

„In Südamerika sitzt das Geld für große Investitionen nicht so locker wie im Norden“

Stefanie Maurer, Finance & Logistics Manager bei der Pfander Handelsgesellschaft mbH, Pfullingen
(Branche: Vertrieb von Ersatzteilen für Produktionsmaschinen)

Wir liefern weltweit Ersatzteile für die Anlagen, die bei der Herstellung von Tuben und Aerosoldosen zum Einsatz kommen. Als spezialisiertes Handelshaus bieten wir dieser Industrie ein umfassendes Sortiment an Förderketten, Werkzeugen und allgemeinen Maschinenteilen. Da es sich bei unseren Kunden in der Regel um große Gruppen mit Herstellungswerken in mehreren Ländern handelt, entwickeln sich Geschäftsbeziehungen oft durch interne Empfehlungen. 

Nehmen wir als Beispiel unseren Kontakt nach Brasilien: Den hat der US-amerikanische Teil eines Konzerns vermittelt, mit dem wir schon lange eng zusammenarbeiten. Daraus hat sich inzwischen ei-ne langfristige, spannende Zusammenarbeit mit Brasilien entwickelt. In Südamerika sitzt das Geld für große Investitionen allerdings nicht so locker wie im Norden. Außerdem sind die Zölle und Transportkosten – insbesondere beim Versand mit Kurierdiensten – in Brasilien prohibitiv hoch. Beim Kauf von Ersatzteilen sind die Brasilianer daher sehr preisbewusst. /

Brasilien

Fläche: 8.510.420 km²
Einwohner (2025): 212,8 Millionen
Geschäftssprache: Portugiesisch
Währung: Real (R$)
BIP/Kopf (nominal)*: 10.709 US$   
Inflationsrate*: 4,0 %
Arbeitslosenquote*: 7,3 %
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 184

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025
* Prognose für 2026

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Porträtfoto von Stefan KleemannFoto: PR

„Die Industrie in China zieht um – und wir ziehen mit“

Stefan Kleemann, Chief Financial Officer der Storopack Group, Metzingen
(Branche: Herstellung von Verpackungen)

Das Portfolio von Storopack ist zweigeteilt. Neben den flexiblen Schutzverpackungen in der Sparte Packaging stellen wir auch produktspezifische Verpackungen her. In diesem Bereich, Molding genannt, sind wir seit 1999 in China vertreten, weil wir dort viele Kunden in der Elektronikindustrie haben, deren Produkte passgenaue Lösungen erfordern. Vor drei Jahren haben wir allerdings unseren Standort in Dongguan geschlossen. 

Grund dafür ist der Fünfjahresplan der chinesischen Regierung, denn der sieht vor, dass die Küste stärker auf Tourismus ausgerichtet wird. Die Industrie zieht also um – und wir ziehen mit. Von unserem Standort in Chongqing aus beliefern wir den Großteil unserer Kunden, die nun im Landesinneren sind. Wie lange sie dort bleiben, steht aber auf einem anderen Blatt. Insbesondere die Elektroindustrie zieht in angrenzende Länder weiter, wegen der günstigeren Arbeitskräfte und um US-Strafzölle zu umgehen.  Und wir? Wir sind bereits mitgezogen, unter anderem nach Thailand und Vietnam. /

China

Fläche: 9.562.910 km²
Einwohner (2025): 1,4 Milliarden
Geschäftssprachen: Chinesisch, Englisch
Währung: Renminbi Yuan (RMB)
BIP/Kopf (nominal)*: 14.730 US$ 
Inflationsrate*: 0,7 % 
Arbeitslosenquote*: 5,1 % 
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 331

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025
* Prognose für 2026

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Porträtfoto von Thomas AdelhelmFoto: PR

„Der Markteintritt in Indien war anspruchsvoll“

Thomas Adelhelm, CEO der Adelhelm-Unternehmensgruppe, Eningen unter Achalm
(Branche: Oberflächenbeschichtung)

Wir sind Dienstleister für funktionale Oberflächenbeschichtungen. Unsere Kunden senden uns Bauteile, denen wir durch spezielle Beschichtungen zusätzliche Eigenschaften verleihen – von Antihaftbeschichtung bis Korrosionsschutz. Internationalisierung ist dabei ein zentraler Bestandteil unserer Strategie. Um unsere Kunden optimal zu unterstützen und Logistikkosten gering zu halten, müssen wir präsent sein, wo produziert wird. Deshalb haben wir im Laufe der Jahre Niederlassungen in verschiedenen Teilen der Welt aufgebaut. 

Eine davon befindet sich in Indien. Als ein langjähriger Kunde Teile seiner Produktion dorthin verlagerte, folgten wir. Der Markteintritt in Indien war jedoch anspruchsvoll und erforderte finanzielle Reserven sowie Durchhaltevermögen. Da wir nach europäischen Qualitätsstandards produzieren, hat es einige Zeit gedauert, bis sich der Mehrwert unserer Beschichtungen – Qualität, verlässliche Liefertermine und technologische Entwicklungskompetenz – am Markt durchgesetzt hat. /

Indien

Fläche: 3.287.260 km²
Einwohner (2025): 1,46 Milliarden
Geschäftssprachen: Englisch, Hindi
Währung: Indische Rupie (iR.)
BIP/Kopf (nominal)*: 3.051 US$ 
Inflationsrate*: 4,0 % 
Arbeitslosenquote: Zahl nicht verfügbar
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 187

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025
* Prognose für 2026

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Porträtfoto von Michael RampfFoto: PR

„Auf dem japanischen Markt haben es derzeit alle schwer“

Michael Rampf, Geschäftsführender Gesellschafter der Rampf Holding GmbH & Co. KG, Grafenberg
(Branche: Chemie und Maschinenbau)

Die Rampf-Gruppe entwickelt und produziert Lösungen in den Bereichen Reaktionsharze, Maschinensysteme und Composite-Leichtbau. Als 2005 unsere Produktlinie für den Modell- und Formenbau auf den Markt kam, haben wir zum ersten Mal intensiv über Japan nachgedacht, und zwar mit Blick auf die Automobilindustrie. Unser Entwicklungsleiter, selbst Japaner, gab uns damals einen wichtigen Tipp: Wer in Japan erfolgreich sein will, braucht einen Firmensitz vor Ort. Deshalb gibt es seit über 20 Jahren ein Büro in Osaka, das neben Modell- und Formenbaumaterialien auch Maschinenbetten und Vergusssysteme – etwa für Einparkhilfen im Auto – vertreibt. 

In all dieser Zeit haben wir aber noch nie eine solche Situation erlebt wie im Moment. Auf dem japanischen Markt haben es derzeit alle schwer. Die Wirtschaft stagniert, viele Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück. Erschwerend kommt der Wechselkurs hinzu: Der schwache Yen macht deutsche Produkte deutlich teurer. /

Japan

Fläche: 377.969 km²
Einwohner (2025): 123,1 Millionen
Geschäftssprachen: Japanisch, Englisch
Währung: Yen
BIP/Kopf (nominal)*: 36.391 US$ 
Inflationsrate*: 2,1 % 
Arbeitslosenquote*: 2,6 %
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 194

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025
* Prognose für 2026

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Porträtfoto von Dieter KobelFoto: PR

„Die Emirate konkurrieren in vielerlei Hinsicht miteinander“

Dieter Kobel, Vorstand der Tricon AG, Kirchentellinsfurt
(Branche: Designagentur)

Vom Bus bis hin zum Highspeed-Zug gestalten wir sowohl die Fahrzeuge als auch das Markendesign für Betreiber und Aufgabenträger im ÖPNV. Die gelb-schwarzen „Bwegt“-Züge zum Beispiel: Das ist ein Tricon-Design. Wir sind aber nicht nur in Deutschland, sondern weltweit tätig. Anlässlich der Fußball-WM 2022 in Katar wurde etwa eine Metro in Doha geplant. Der japanische Hersteller der Fahrzeuge schrieb einen Designwettbewerb dafür aus.Wir haben uns beworben – und waren erfolgreich. 

Im Verlauf dieses Projekts waren wir bestimmt zehnmal in Doha, um dem Management von Qatar Rail den aktuellen Stand zu präsentieren und zu diskutieren. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie so anspruchsvolle Auftraggeber erlebt hatte. Dafür gab es aber auch einen Grund: Die Emirate konkurrieren in vielerlei Hinsicht miteinander und Dubai hatte erst kurz zuvor die erste Metro im Nahen Osten gebaut. Die wollte der Emir von Katar übertreffen. Drei Designpreise zeigen, dass sich der Aufwand gelohnt hat. /

Katar

Fläche: 11.490 km²
Einwohner (2024): 3,0 Millionen
Geschäftssprachen: Arabisch, Englisch
Währung: Katar-Riyal (QR)
BIP/Kopf (nominal)*: 6.534 US$ 
Inflationsrate*: 2,6 % 
Arbeitslosenquote*: 0,3 % 
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 51

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025
* Prognose für 2026

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Portätfoto von Matthias SchneiderFoto: PR

„Die Kontinuität des Teams vor Ort ist ein entscheidender Erfolgsfaktor“

Matthias Schneider, Vice President Vertrieb & Marketing der Lechler GmbH, Metzingen
(Branche: Hersteller von Präzisionsdüsen und Düsensystemen)

Ob Wasser, Energie, Chemikalien oder andere Betriebsmittel: Mit ihrer Düsentechnologie ermöglicht die Lechler-Gruppe den effizienten Einsatz von Ressourcen in Industrie und Landwirtschaft. Internationale Märkte sind für uns dabei wesentlicher Bestandteil der Unternehmensentwicklung. Deshalb sind wir auch seit zehn Jahren in Südostasien vertreten. Diese Region betrachten wir als wichtigen Zukunftsmarkt, da sie durch ihre wirtschaftliche Dynamik, ihre industrielle Entwicklung und ihre hohe Bevölkerungsdichte großes Potenzial bietet. 

Um den verschiedenen Sprachen und kulturellen Rahmenbedingungen der einzelnen Länder gerecht zu werden, braucht es aber nicht nur profundes Marktverständnis, sondern auch ein starkes Team. Deshalb ist es für unser Tochterunternehmen in Malaysia wichtig, passende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu binden. Gerade bei erklärungsbedürftigen, technologisch anspruchsvollen Lösungen ist die Kontinuität des Teams vor Ort ein entscheidender Erfolgsfaktor. /

Malaysia

Fläche: 330.411 km²
Einwohner (2025): 36,0 Millionen
Geschäftssprache: Malaiisch, Englisch, Chinesisch
Währung: Malaysischer Ringgit (RM)
BIP/Kopf (nominal)*: 14.762 US$ 
Inflationsrate*: 2,2 % 
Arbeitslosenquote*: 3,0 % 
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 118

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025
* Prognose für 2026

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Porträtfoto von Michael ReickFoto: PR

„2025 haben wir unseren Umsatz in Mexiko mehr als verdoppelt“

Michael Reick, Vice President Global Commercial Operations bei der Erbe Elektromedizin GmbH, Tübingen
(Branche: Herstellung von Medizintechnik)

Als inhabergeführtes Familienunternehmen entwickeln, produzieren und vertreiben wir seit 175 Jahren chirurgische Systeme für unterschiedliche medizinische Bereiche – und das weltweit. Tatsächlich machen wir 89 Prozent unseres Umsatzes außerhalb Deutschlands. Besonders intensiv beschäftigt uns aktuell Mexiko, denn dieser Medizintechnik-Markt ist inzwischen der größte in Lateinamerika. Deshalb haben wir vor zwei Jahren eine eigene Präsenz vor Ort aufgebaut. 

Zuvor wurden wir 30 Jahre lang von einem Handelspartner vertreten. Doch dieses Modell hatte einige Limitationen, da wir nur von einem einzigen Händler vertreten waren, der auch Zulassungsinhaber war. Dank unseres Teams in Mexico City können wir jetzt den gesamten Markt bearbeiten, uns auf staatliche Ausschreibungen bewerben und Ärzte schulen. Wir haben zwar noch nie so viel Dokumente benötigt, um eine Niederlassung zu gründen, aber den bürokratischen Aufwand war es wert: 2025 haben wir unseren Umsatz in Mexiko mehr als verdoppelt. /

Mexiko

Fläche: 1.957.194 km²
Einwohner (2025): 131,9 Millionen
Geschäftssprache: Spanisch
Währung: Mexikanischer Peso (mex$)
BIP/Kopf (nominal)*: 15.111 US$
Inflationsrate*: 3,3 % 
Arbeitslosenquote*: 3,1 % 
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 144

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025
* Prognose für 2026

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Porträtfoto von Fabio LaubFoto: PR

„Die Niederlassung in Singapur ist für uns ein wichtiger Erfolgsfaktor“

Fabio Laub, Director International Sales bei der Theben AG, Haigerloch
(Branche: Herstellung von elektrischen Komponenten für die Gebäudeautomation)

Groß geworden ist die Theben AG durch Zeitschaltuhren, doch inzwischen stellen wir von Präsenzmeldern bis hin zur KNX-Aktorik ein breit gefächertes Sortiment an Produkten für die Gebäudeautomation her. Die Marktanforderungen sind dabei länderspezifisch zu betrachten. Sehr interessant ist für uns aktuell Südostasien. Hier sind wir mit unserer Tochtergesellschaft Theben Asia vertreten, die von Singapur aus auch umliegende Länder betreut. Früher war „Made in Germany“ in dieser Region ein starkes Verkaufsargument für unsere Produkte. 

Das hat sich in der Zwischenzeit gewandelt: Heute liegt Asien in Sachen Digitalisierung und Automatisierung selbst weit vorn. Dennoch können wir weiterhin mit unserem Automatisierungsportfolio sehr gut konkurrieren. Die Niederlassung in Singapur ist für uns dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Nicht nur im Sinne unserer Vertriebsaktivitäten vor Ort, sondern auch, weil wir durch sie die technologischen Entwicklungen in Südostasien aus erster Hand erfahren. /

Singapur

Fläche: 728 km²
Einwohner (2025): 5,9 Millionen
Geschäftssprache: Englisch
Währung: Singapur-Dollar (S$)
BIP/Kopf (nominal)*: 99.042 US$
Inflationsrate*: 1,3 % 
Arbeitslosenquote*: 2,1 % 
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 137

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025, 
* Prognose für 2026

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Porträtfoto von Melike Tulay-KarahanFoto: PR

„Die Einfuhr von Waren aus der EU in die Türkei unterliegt strengen Auflagen“

Melike Tulay-Karahan, Geschäftsführerin der M.I.D.D-Maschinenhandling GmbH, Schömberg
(Branche: Maschinenmontage- und -demontagedienstleistungen)

Ob in Deutschland oder im Ausland – wann immer Maschinen demontiert, transportiert und wieder aufgebaut werden sollen, sind wir die richtigen Ansprechpartner. Ein Auftrag, der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, weil wir dabei viel Neues gelernt haben, kam von einer Firma, die eine riesige Schwungscheibenpresse für ein Werk in der Türkei erworben hatte. Wir haben 15 Lkws gebraucht, um diese 60 Tonnen zu transportieren.

Die größte Herausforderung war aber nicht der Lieferumfang, sondern der Zoll, denn die Einfuhr von Waren aus der EU in die Türkei unterliegt strengen Auflagen. Obwohl alle Prozesse früh in die Wege geleitet wurden, stand die Maschine monatelang im Hafen von Mersin, bevor die Freigabe kam. Und dann brauchte natürlich jedes Montagefahrzeug ein Zoll-Carnet, damit unser Team mit all seinem Equipment ein- und wieder ausreisen durfte. Dank der tatkräftigen Unterstützung durch die IHK-Experten für internationalen Warenverkehr lief all das aber zum Glück reibungslos. /

Türkei

Fläche: 785.350 km²
Einwohner (2025): 87,7 Millionen
Geschäftssprachen: Türkisch, Englisch, Deutsch, Französisch
Währung: Türkische Lira (TL)
BIP/Kopf (nominal)*: 18.232 US$ 
Inflationsrate*: 24,7 % 
Arbeitslosenquote*: 8,3 % 
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 287

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025
* Prognose für 2026

IHK Reutlingen, Tübingen und Zollernalb
Porträtfoto von Markus HornFoto: PR

„Die USA bieten starkes Wachstumspotenzial“

Markus Horn, Geschäftsführer der Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH, Tübingen
(Branche: Herstellung von Präzisionswerkzeugen)

Mit mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit beliefert die Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH Kunden in über 70 Ländern. Der US-amerikanische Markt ist für uns dabei einer der größten, denn wir entwickeln Präzisionswerkzeuge für anspruchsvolle Zerspanoperationen – und die USA bieten hier starkes Wachstumspotenzial. Allerdings haben sie im technischen Bereich auch eine wichtige Eigenheit: die Maßeinheiten. 

Da das Umrechnen aus dem metrischen System in Zoll nicht immer so genau sein kann, wie es im Mikrometer-Bereich erforderlich ist, entstehen bei Horn USA in Tennessee Präzisionswerkzeuge in Zollabmessungen. Das hat derzeit den Vorteil, dass immerhin diese fertigen Produkte nicht verzollt werden müssen. Wichtige Betriebsmittel wie die Maschinen entstehen jedoch in Tübingen und müssen daher zu den aktuellen Zolltarifen in die USA geliefert werden. Wer so lange im Auslandsgeschäft tätig ist wie wir, weiß aber: Herausforderungen wie diese, ob organisatorisch oder technisch, gehören eben dazu. /

USA

Fläche: 9.833.517 km²
Einwohner (2025): 347,3 Millionen
Geschäftssprache: Englisch
Währung: US-Dollar (US$)
BIP/Kopf (nominal)*: 92.883 US$
Inflationsrate*: 2,4 % 
Arbeitslosenquote*: 4,1 % 
Regionale IHK-Betriebe mit Geschäftsbeziehungen ins Land: 381

Quelle: GTAI – Germany Trade & Invest, Stand: Dezember 2025
* Prognose für 2026

(Diese Statements und Ländersteckbriefe erschienen in der WNA-Ausgabe 4+5/2026.)