Energiesparen

Wettbewerbsfähig bleiben

In ihrer mehr als 110-jährigen Geschichte hat die Reseda Binder GmbH & Co. KG in Albstadt ihre Produktionsabläufe immer wieder optimiert. Seit einigen Jahren stehen vor allem Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Materialeffizienz im Fokus.

Porträtfoto von Michael BinderMichael Binder, der Geschäftsführer der Reseda Binder GmbH & Co. KG. Foto: PR

Michael Binder erinnert sich gut an den Spätsommer 2022. Wie so viele Unternehmer fürchtete sich der Geschäftsführer von Reseda Binder damals, ein halbes Jahr nach Beginn des Ukraine-Krieges, vor einer Gasmangellage und einem Stillstand seines Betriebs. Dieser produziert seit dem Jahr 1913 Paraffinringe, die in der Textilindustrie zum Wachsen von Garnen verwendet werden.

Um konkrete Ansatzpunkte dafür zu sammeln, wie er in seinem Unternehmen möglichst viel Energie einsparen kann, nutzte Binder einen „KEFF+Check“ der bei der IHK angesiedelten Kompetenzstelle für Ressourceneffizienz (KEFF+) Neckar-Alb. „Die dabei identifizierten Maßnahmen haben wir dann über fast drei Jahre hinweg nach und nach umgesetzt.“ 

Sonnenenergie und Pellets statt Gas
Den ersten Schritt in Richtung mehr Energieeffizienz bildete eine Photovoltaikanlage, die das Unternehmen bereits ein Jahr zuvor auf seinem Dach installiert hatte: „47 Prozent des gesamten Strombedarfs bezieht unsere Produktion mittlerweile aus Sonnenenergie“, erzählt Michael Binder. Zusätzlich hat das Unternehmen seine Gasheizung in den Ruhestand befördert und setzt nun auf Holzpellets, was deutlich umweltschonender ist.

Inzwischen verbrauchen wir rund zwei Drittel weniger Strom als früher

Michael Binder

„Holz ist als erneuerbare Ressource nahezu CO₂-neutral, da durch die Verbrennung die gleiche Menge Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird wie bei der natürlichen Verrottung.“ Außerdem stellte Reseda Binder die Beleuchtung komplett auf stromsparende LEDs um.

Gesunkene Produktionskosten
Zusätzlich zu diesen übergreifenden Maßnahmen wurde auch direkt in der Produktion an einigen Stellschrauben gedreht. So besorgte das Unternehmen zum einen neue Wasserkessel, die durch ihre bessere Isolierung die Heizkosten senken. Zum anderen investierte Michael Binder in eine neue Wasseraufbereitungsanlage. Diese erleichtert die Temperierung des Wassers in den Kesseln, was den Stromverbrauch zusätzlich senkt.

„Es liegt mir am Herzen, die Umwelt durch eine energieeffiziente und ressourcenschonende Produktion zu entlasten. Unser Ziel war es daher, den Stromverbrauch bei der Produktion auf 200 Kilowattstunden pro Tonne Material zu senken. Da liegen wir mittlerweile sogar darunter“, berichtet Michael Binder. „Insgesamt verbrauchen wir inzwischen rund zwei Drittel weniger Strom als früher.“ Das senkt auch die Produktionskosten. „Dadurch bleiben wir auch in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage wettbewerbsfähig.“ /

(Dieser Artikel erschien in der WNA-Ausgabe 12/2025+1/2026.)