Die Region Neckar-Alb bleibt ein Industriestandort, IT und wissensbasierte Dienstleistungen werden gleichzeitig immer wichtiger. Das zeigt eine aktuelle IHK-Analyse.
Die IHK-Untersuchung macht sichtbar, wie viele Beschäftigte in der Region in einzelnen Wirtschaftszweigen arbeiten – und welche Veränderungen es seit 2008 gegeben hat.
Grafik: eamesBo/shutterstock.comDie IHK hat die Bedeutung der einzelnen Wirtschaftszweige in der Region unter die Lupe genommen und vor allem die Zahl der Beschäftigten und Betriebe untersucht. Demnach ist das verarbeitende Gewerbe unter Beschäftigungsgesichtspunkten weiterhin der wichtigste Wirtschaftszweig.
Es verzeichnet 84.789 Beschäftigte (2023). Gegenüber 2008 ist das ein Zuwachs von 8 Prozent. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region ist im selben Zeitraum von 35 auf 30 Prozent gesunken, da insgesamt mehr Menschen einer Arbeit nachgehen.
Gesundheitsbereich: großes Plus
Demgegenüber haben der Handel – dazu gehören Einzel- und Großhandel – sowie die Dienstleistungszweige ihren Anteil an allen Beschäftigten und Betrieben in der Region Neckar-Alb vergrößern können. Sie stehen zusammen für 175.000 Beschäftigte und 13.000 Unternehmen.
Ein wichtiger Pfeiler der heimischen Wirtschaft ist der Gesundheitscluster. Dazu gehören Krankenhäuser, Praxen, Pflege- und Seniorenheime sowie soziale Einrichtungen. 42.952 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiteten 2024 in diesem Feld – 47 Prozent mehr als 2008 (29.272 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte). Insgesamt gibt es in diesem Bereich 1.632 Unternehmen (2008: 1.572) in der Region. Zu ihnen zählt unter anderem auch das Universitätsklinikum Tübingen als besonders großer Arbeitgeber.
IT-Bereich: starker Faktor
Die Detailanalyse der Wirtschafts- zweige zeigt, dass gerade die neuen Branchen klar im Kommen sind: Der IT-Bereich mit den wachsenden Betrieben rund um KI stand 2024 für 5.764 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. 2008 waren es noch 2.678. Die Zahl der Betriebe wuchs in derselben Zeit von 338 auf 418. Viele Unternehmen haben sich in ihrem Feld etabliert und sind gewachsen. Neue sind entstanden und sorgen dafür, dass der Wirtschaftszweig insgesamt weiter an Bedeutung gewinnt.
Einen deutlichen Zuwachs haben auch Einrichtungen und Unternehmen im Bereich von Forschung und Entwicklung (F&E) zu verzeichnen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg zwischen 2008 und 2024 von 965 auf 2.355. Die Zahl der Einrichtungen und Unternehmen erhöhte sich von 44 auf 66. Abgerundet wird das Wachstum auf Unternehmensseite von einem steigenden Anteil wissensbasierter und technischer Dienstleistungen. Sie legten bei den Beschäftigten von 10.717 (2008) auf 17.027 (2024) zu. /
(Dieser Artikel erschien in der WNA-Ausgabe 12/2025+1/2026.)
Besonderheiten in den Landkreisen
Landkreis Reutlingen
- Breit aufgestellte, resiliente Wirtschaftsstruktur: Nahezu alle Wirtschaftszweige sind vertreten.
- Der größte Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeitet im verarbeitenden Gewerbe (33 Prozent).
- Im Dienstleistungsbereich sticht das Gesundheits- und Sozialwesen heraus: Hier sind 14 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis tätig.
Landkreis Tübingen
- Besonders große Arbeitgeber sind seit Jahren der Gesundheitssektor und das Bildungswesen: Ersterem lassen sich konstant 24 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zuordnen.
- Neben dem Gesundheitscluster sind vor allem Biotechnologie sowie Forschung und Entwicklung bedeutende Wirtschaftszweige.
- Im verarbeitenden Gewerbe arbeiten 19 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis.
Zollernalbkreis
- Landkreis des produzierenden Gewerbes: 47 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten in diesem Wirtschaftszweig.
- Das Medical Valley in Hechingen sorgt für eine starke Ausprägung des Medizintechnikclusters.
- Der Wirtschaftszweig Handel (inklusive Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) kommt bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf einen Anteil von 17 Prozent.
(Die IHK-Auswertung basiert auf Daten des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg und der Bundesagentur für Arbeit.)
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