Sondervermögen des Bundes

Rund 570 Millionen für die Region

Wie wird das Sondervermögen des Bundes in der Region eingesetzt? WNA hat bei den sieben Großen Kreisstädten und den Landkreisen nachgefragt. In einem sind sich alle einig: Die Investitionen sollen schnell erfolgen, bevor das Sondervermögen durch die Inflation an Wert verliert. 

Blick von einem bewaldeten Hügel mit herbstlich gefärbten Bäumen auf eine weite Landschaft mit Feldern und einer Stadt im HintergrundEin Blick von der Albtraufkante im Zollernalbkreis: Auch die kleineren Kommunen in der Region erhalten Geld vom Bund. Foto: Daniela Stelle

Insgesamt 100 Milliarden Euro stellt der Bund den Ländern aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität zur Verfügung. Auf Baden-Württemberg entfallen 13,15 Milliarden Euro. Davon können Städte, Gemeinden und Landkreise 6,93 Milliarden Euro für Investitionen abrufen. In die Region Neckar-Alb könnten im Laufe von zwölf Jahren rund 570 Millionen Euro fließen.

Dabei bewerten die Verwaltungen, mit denen WNA sprach, das Verfahren bislang sehr positiv: Die Mittel könnten vergleichsweise unbürokratisch abgerufen werden und würden schnell bewilligt. Alle befragten Kommunen und Landkreise haben zumindest einen Teil ihrer Mittel bereits in den Haushalten eingeplant, teilweise ist das Geld schon geflossen. Der Investitionsbedarf ist groß – entsprechend lang sind die Projektlisten. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl. /

Kommune/LandkreisSummeIn diese Projekte wird investiert (Auswahl)
Albstadt26,1 Mio. EuroIn welche Projekte das Geld konkret fließen soll, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Angedacht sind Investitionen in den Terrorschutz, in den Denkmalschutz und in verschiedene Gemeindehallen.
Balingen20,6 Mio. EuroFünf Millionen Euro wurden der Stadt bereits bewilligt – eine Million davon hat sie schon abgerufen. Der Rest ist bis 2029 für Infrastrukturprojekte im Haushalt verplant. Konkrete Maßnahmen wurden aber noch nicht genannt.
Metzingen12,9 Mio. EuroEs sollen vor allem mehrere Schulen generalsaniert und digital ausgestattet werden. Auch zwei Kita-Neubauten sind geplant. Insgesamt wolle man das hohe Investitionstempo der vergangenen Jahre beibehalten, teilte die Stadt mit.
Mössingen12,4 Mio. EuroFast 400.000 Euro sind bereits in die Erneuerung des Kunstrasens im Ern-wiesenstadion geflossen, noch mal so viel Geld soll folgen. Weitere Maßnahmen könnten der Bau eines neuen Gebäudes für die Bästenhardtschule sowie der Einbau einer Arztpraxis in das Verwaltungsgebäude im Ortsteil Öschingen sein. Auch das Kleinkindbecken im Mössinger Freibad soll saniert werden.
Reutlingen66,3 Mio. EuroRund 51 Millionen Euro fließen in die Sanierung von Schulen, allen voran in das Friedrich-List-Gymnasium. In der Schillerschule muss dringend die Elektronik erneuert werden. Mehrere Schulen werden für die Ganztagesbetreuung zudem mit Mensen ausgestattet. Darüber hinaus sollen drei Kitas, eine Brücke sowie die Torkanäle des Tunnels Rommelsbacher Straße saniert werden.
Rottenburg am Neckar26,5 Mio. EuroDas Geld soll nach derzeitiger Planung komplett in die Sanierung des Eugen-Bolz-Gymnasiums investiert werden. Außerdem ist ein zusätzlicher Neubau für Fachklassen geplant. 
Tübingen51 Mio. EuroKnapp die Hälfte des zur Verfügung stehenden Sondervermögens wurde bislang für drei Projekte bewilligt: für den Bau der Turnhalle Hechinger Eck, für den Ausbau der E-Bus-Ladeinfrastruktur und für die Sanierung des Nordrings. 200.000 Euro sind zudem bereits in das Kinderhaus Aeulehöfe geflossen.
Landkreis Reutlingen58,8 Mio. EuroIn den Jahren 2026 und 2027 werden 18 Projekte gefördert. Dazu gehören neben Straßenbaumaßnahmen auch die Generalsanierungen mehrerer Schulen, zum Beispiel der Karl-Georg-Haldenwang-Schule. Die integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst im Landkreis bekommt ein neues Gebäude. 
Landkreis Tübingen47 Mio. EuroDer Landkreis will mit dem Geld vor allem die Sanierung, Erweiterung und Ausstattung von Schulen sowie den Bau von 125 Sozialwohnungen fördern. Darüber hinaus soll das Geld für Brückensanierungen, für die Erweiterung der Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität und für den Ausbau des Fernwärmenetzes genutzt werden.
Landkreis Zollernalb39 Mio. EuroDas Geld soll unter anderem in die Errichtung von PV-Anlagen auf kreiseigenen Gebäuden investiert werden. Eines der drei Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren im Landkreis soll einen Erweiterungsbau erhalten. Darüber hinaus sind Umbauten und Erweiterungen der berufsbildenden Schulen geplant. Auch der Bau des neuen Zentralklinikums Zollernalb soll bezuschusst werden. 
Stand: 01.09.2026  


(Dieser Beitrag erschien in der WNA-Ausgabe 10+11/2026.)

Hintergrund

Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität ist das 27. Sondervermögen des Bundes. Das älteste Sondervermögen stammt aus dem Jahr 1951 und befindet sich mittlerweile in der Abwicklung.