Steuertipps: Das sollten Sie 2020 noch erledigen

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Wer jetzt noch schnell seine Abgabenlast für 2020 optimieren möchte, sollte die letzten Wochen des Jahres zum Steuerendspurt nutzen. Bei schlauer Planung können Ausgaben noch in dieses Jahr vorgezogen oder bewusst ins neue Jahr verschoben werden, so lassen sich womöglich Steuern sparen. Woran Unternehmerinnen und Unternehmer jetzt denken sollten und welche Anträge bares Geld wert sind, gibt es hier.

Aufbewahrungsfristen für Unternehmer – Was kann in den Reißwolf?

Häufig wird die Zeit vor dem Jahreswechsel genutzt, um Belege, Quittungen und Rechnungen zu ordnen. Aber nicht alles, was sich über die Jahre angesammelt hat, darf vernichtet werden. Ein Unternehmer muss beispielsweise Geschäftsbücher, Inventare, Bilanzen und sonstige zu führende Bücher zehn Jahre lang aufbewahren. Auch digitale Aufzeichnungen müssen zehn Jahre lang gespeichert werden. Empfangene oder abgesandte Handels- und Geschäftsbriefe müssen grundsätzlich sechs Jahre lang aufbewahrt werden. Zu Beginn des Jahres 2021 können Unternehmer daher Bücher und Aufzeichnungen mit der letzten Eintragung aus dem Jahr 2010, Inventare, die bis zum 31. Dezember 2010, oder Jahresabschlüsse, die bis zum 31. Dezember 2010 aufgestellt worden sind, und Buchungsbelege aus dem Jahr 2010 und älter entsorgen. Empfangene Handels- bzw. Geschäftsbriefe und Durchschriften abgesandter Handels- bzw. Geschäftsbriefe, die bis zum 31. Dezember 2014 abgesandt wurden, können ebenfalls vernichtet werden.

Auch das Mindestlohngesetz enthält Aufbewahrungspflichten für Unternehmer: Seit dem Jahr 2015 müssen Arbeitgeber i.d.R. die Arbeitszeiten von geringfügig Beschäftigten, kurzfristig Beschäftigten sowie Beschäftigten in bestimmten Branchen wie dem Bau- und Gaststättengewerbe auf-zeichnen und mindestens zwei Jahre lang aufbewahren.

Bauleistungen – Gültigkeit von Freistellungsbescheinigung prüfen

Unternehmer, die Bauleistungen an andere Unternehmer erbringen und diesen eine Freistellungsbescheinigung für die Bauabzugsteuer ausgehändigt haben, sollten zum Jahreswechsel prüfen, ob die Bescheinigung noch gültig ist.

Hintergrund: Seit dem Jahr 2002 haben bestimmte Auftraggeber von Bauleistungen einen Steuerabzug in Höhe von 15 Prozent der Gegenleistung vorzunehmen. Damit soll Schwarzarbeit bekämpft werden. Die Bauabzugsteuer braucht nicht einbehalten werden, wenn ein Bagatellfall oder eine Freistellungsbescheinigung vom Bauunternehmen vorgelegt wird. Die Freistellungsbescheinigungen sind für drei Jahre gültig. Die Bescheinigung wird nicht automatisch verlängert, sodass Unternehmer prüfen müssen, wie lange ihre Freistellungsbescheinigung noch gilt und ggf. einen neuen Antrag beim Finanzamt stellen.

Betriebsweihnachtsfeier richtig planen

Zuwendungen des Chefs an seine Mitarbeiter auf einer Betriebsfeier sind lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, soweit die Aufwendungen für die Betriebsfeier den Betrag von 110 Euro je Arbeitnehmer (inklusive Umsatzsteuer) nicht übersteigen und nicht mehr als zwei Feiern im Jahr stattfinden.

Zu den Zuwendungen auf einer Betriebsfeier zählen zum Beispiel Speisen und Getränke oder die Übernahme der Übernachtungs- und Fahrtkosten, auch Aufwendungen für eine Eintrittskarte zu einer kulturellen oder sportlichen Veranstaltung sind in Ordnung.

Hinweis: Wird eine Online-Feier geplant und erhalten die Mitarbeiter entsprechende Getränke und Speisen nach Hause geliefert, dürfte auch dies steuerfrei bleiben, wenn die übrigen Voraussetzungen einer Betriebsveranstaltung eingehalten werden, also z. B. alle Mitarbeiter des Betriebs oder des Betriebsteil teilnehmen konnten. Werden im Rahmen einer Betriebsveranstaltung Geschenke übergeben, sollten die Kosten für das Präsent zusammen mit den übrigen Kosten der Feier 110 Euro je Arbeitnehmer nicht übersteigen, um die Steuerfreiheit zu erhalten. Der Arbeitgeber kann in diesem Fall die Aufwendungen als Betriebsausgaben abziehen und den Vorsteuerabzug verlangen.

Ist der Arbeitgeber etwas großzügiger und wird der 110-Euro-Betrag überschritten, unterliegt nur der Teil, der den Freibetrag übersteigt, der Lohnbesteuerung. Aber Achtung, diese Regel gilt nicht für die Umsatzsteuer! Bei Überschreiten des 110-Euro-Betrags kann der Unternehmer für den gesamten Betrag keinen Vorsteuerabzug beanspruchen. Wer den Vorsteuerabzug für die Kosten der Weihnachtsfeier nicht verlieren will, sollte maximal mit 110 Euro pro Nase planen.

Hinweis: Das Finanzgericht Köln hatte 2018 entschieden, dass die Absage von Kollegen nicht zu Lasten der feiernden Mitarbeiter geht. Im Fall hatte die Firma einen Kochkurs als Weihnachtsfeier geplant. Statt der angemeldeten 27 Mitarbeiter nahmen nur 25 teil. Das Finanzamt legte die Kosten auf 25 Personen um, sodass die 110-Euro-Grenze gerissen wurde.

Das Finanzgericht kippte allerdings diese Berechnung. Nun muss der Bundesfinanzhof abschließend entscheiden, ob es für die Berechnung auf die teilnehmenden oder angemeldeten Personen ankommt (Az.: VI R 31/18). Wer keinen Ärger mit dem Finanzamt riskieren möchte, sollte sich zunächst an die Vorgaben der Finanzverwaltung halten.

Hinweis: Wegen der Corona-Pandemie fällt die Weihnachtsfeier in vielen Betrieben eventuell aus. Das führt aber nicht dazu, dass im nächsten Jahr mehr gefeiert werden darf. Es bleibt bei der Regelung, dass prinzipiell nur zwei Feiern pro Jahr steuerlich anerkannt werden. Findet eine Weihnachtsfeier statt, sind in diesem Jahr die jeweiligen Corona-Eindämmungsverordnungen und Hygieneregeln zu beachten.

Buchhaltung und Kassensysteme anpassen

Bis Ende des Jahres gelten reduzierte Mehrwertsteuersätze von 5 bzw. 16 Prozent. Ab Januar 2021 werden wieder die regulären Steuersätze von 7 bzw. 19 Prozent greifen. Ausnahmen gibt es dann nur noch für die Gastronomie.

Die Bundesregierung hat im Herbst nochmal unterstrichen, dass die Reduzierung nicht verlängert wird. Dementsprechend hat das Bundesfinanzministerium zwei Verwaltungsschreiben veröffentlicht, die die Umstellung erläutern (aktuell BMF-Schreiben vom 4. November und vorhergehend BMF-Schreiben vom 30. Juni 2020).

Tipp: Unternehmer sollten sich rechtzeitig auf die (Rück-) Umstellung der Steuersätze einstellen. So müssen ggf. Preisbeschilderungen, Preislisten, Verträge und Angebote sowie die Kassensoftware und Buchhaltungssystem zum 1. Januar 2021 wieder angepasst werden. Dies dürfte bei einigen Unternehmen erneut erheblichen Aufwand auslösen.

Einzelunternehmer sollten Überentnahmen prüfen – ggf. Einlage bis Jahresende tätigen: Einzel- und Mitunternehmer bei einer Personengesellschaft sollten prüfen, ob sie dem Unternehmen zu viel entnommen haben. In diesem Fall gerät der betriebliche Schuldzinsenabzug in Gefahr. Grundsätzlich können betrieblich veranlasste Schuldzinsen in voller Höhe als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Um allerdings zu verhindern, dass betriebliche Eigenmittel zur Finanzierung privater Ausgaben entnommen werden und die daraus entstehende Finanzierungslücke durch die Aufnahme eines betrieblichen Darlehens ausgeglichen wird, ist der Schuldzinsenabzug bei Überentnahmen eingeschränkt. Diese liegt vor, wenn mehr entnommen wurde, als an Gewinnen und Einlagen erzielt wurde. Sie kann durch eine Einlage bis zum Jahresende kompensiert werden.

Hinweis: Die Regelung zum Schuldzinsenabzug (§ 4 Abs. 4a EStG) ist komplex. Es ist ratsam, im Falle einer möglichen Überentnahme einen Steuerberater zu kontaktieren.

Geschenke an Geschäftspartner – Pauschalierung möglich

Sofern in diesem Jahr noch keine Geschenke an Geschäftspartner verteilt wurden, können Unternehmer dies noch bis Jahresende tun: Geschenke mit einem Wert von maximal 35 Euro können beim Schenkenden als Betriebsausgabe abgezogen werden. Ist der Schenkende zum Vorsteuerabzug berechtigt, gilt dieser Wert netto.

Der Schenkende kann für den beschenkten Geschäftspartner bzw. dessen Mitarbeiter auch die Lohnsteuer pauschal übernehmen (§ 37b EStG). Ausgenommen sind Geschenke bis zu einem Wert von 10 Euro (sog. Streuwerbeartikel), für diese fällt keine Steuer an.

Hinweis: Bei Geschenken sind die Aufzeichnungspflichten zu beachten, so muss sich z.B. der Name des Empfängers entsprechend aus der Buchhaltung ergeben.

Investitionsabzugsbetrag – prüfen, ob Investitionen getätigt werden sollten

Der Investitionsabzugsbetrag ermöglicht kleinen und mittleren Betrieben die Vorverlagerung von Abschreibungen in ein Wirtschaftsjahr vor der Anschaffung oder Herstellung eines Gegenstandes. Das kann sich nun sogar noch mehr lohnen, denn die Regelung soll ausgeweitet werden: Bislang waren nur Wirtschaftsgüter begünstigt, die im Jahr der Investition und im Folgejahr ausschließlich oder fast ausschließlich, d. h. zu mindestens 90 Prozent, im Betrieb genutzt werden. Mit dem Jahressteuergesetz 2020 sollen auch vermietete Wirtschaftsgüter in den Anwendungsbereich des § 7g EstG fallen. Damit sind künftig auch längerfristige Vermietungen des Wirtschaftsgutes möglich. Außerdem sollen die begünstigten Investitionskosten von 40 auf 50 Prozent angehoben werden und es soll für alle Einkunftsarten eine einheitliche Gewinngrenze i. H. v. 150.000 Euro gelten. Die Änderungen sollen für Investitionsabzugsbeträge anwendbar sein, die ab 2020 in Anspruch genommen werden.

Hinweis: Das Gesetzgebungsverfahren zum Jahressteuergesetz 2020 ist noch nicht abgeschlossen, sodass sich ggf. noch Änderungen ergeben können.

Hinweis: Wer 2017 einen Investitionsabzugsbetrag gebildet hatte, den er jetzt auflösen müsste, wegen der Corona-Krise aber aktuell nicht investieren kann, hat etwas mehr Zeit: Mit dem Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz wurde die Frist für Investitionsabzugsbeträge, deren 3-jährige Investitionsfrist in 2020 ausläuft, um ein Jahr verlängert. Dadurch haben Steuerzahler die Möglichkeit, die Investition noch in 2021 ohne negative steuerliche Folgen (Rückgängigmachung, Verzinsung der Steuernachforderung) nachzuholen.

Krankenkassenbeiträge bei Privatversicherten – Erstattung oder Steuerersparnis

Privat krankenversicherte Steuerzahler sollten jedes Jahr genau überprüfen, ob die Beitragsrückerstattung oder die steuerliche Berücksichtigung der Krankenkassenbeiträge ohne Beitragsrückerstattung günstiger ist. Viele privat Versicherte entscheiden im Dezember, ob sie die im Jahr angefallenen Arzt- und Arzneikosten bei der Krankenkasse geltend machen oder selbst tragen und dafür eine Beitragsrückerstattung beanspruchen. Bereits bei einer überschlägigen Berechnung zeigt sich, ob es günstiger ist, auf die Beitragsrückerstattung zu verzichten.

Sind beispielsweise für Arztbesuche und Medikamente im Jahr 1.700 Euro angefallen und kann sich der Versicherte aussuchen, ob er diese Kosten bei seiner Krankenkasse geltend macht oder nicht, ergibt sich folgendes Ergebnis: Die Versicherung gewährt z.B. eine Beitragsrückerstattung von 2.000 Euro, wenn er keine Kosten geltend macht. Dies wäre eine „Ersparnis“ von 300 Euro. Allerdings kann er dann auch 2.000 Euro weniger Krankenkassenbeiträge in seiner Einkommensteuererklärung ansetzen. Bei einem Steuersatz von 20 Prozent ergibt dies eine Einbuße von 400 Euro. Zudem kann er die Arzt- und Medikamentenkosten nicht als außergewöhnliche Belastungen in der Einkommensteuererklärung ansetzen, weil er auf die Erstattungsmöglichkeit verzichtet hat (FG Rheinland-Pfalz –2 V 1883/11). Dieser Steuerzahler sollte sich demnach gegen die Beitragsrückerstattung entscheiden und die Aufwendungen bei seiner Krankenkasse einreichen. So erhält er eine Erstattung von der Krankenkasse von 1.700 Euro. Andernfalls bekäme er zwar 2.000 Euro von der Krankenkasse erstattet, müsste deshalb aber 400 Euro mehr Steuern zahlen. Wurde ein Selbstbehalt vereinbart, ist dieser selbstverständlich auch bei der Berechnung zu berücksichtigen.

Kleinunternehmer – Umsatzgrenze prüfen

Unternehmer, die nur geringe Umsätze tätigen, werden als Kleinunternehmer eingestuft. Nutzt der Unternehmer die Kleinunternehmerregelung, muss er auf seine Leistungen keine Umsatzsteuer erheben; im Gegenzug darf er aber auch keinen Vor-steuerabzug geltend machen. Als Kleinunternehmer gelten Unternehmer, deren Umsatz den Betrag von 22.000 Euro im zurückliegenden Jahr nicht überstiegen hat und im laufen-den Kalenderjahr 50.000 Euro voraus-sichtlich nicht übersteigen wird. Wer auch im Jahr 2021 von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen möchte, sollte also vor dem 31. Dezember 2020 seinen Gesamtumsatz für das Jahr 2020 ermitteln. Wird die Grenze von 22.000 Euro überschritten und greifen keine Steuerbefreiungs-vorschriften, unterliegt der Unter-nehmer ab Januar 2021 der Regelbesteuerung. Das heißt, er muss in seinen Rechnungen Umsatzsteuer aus-weisen und Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben. Darauf sollte sich der Unternehmer rechtzeitig einstellen! Wer hart an der Grenze zu 22.000 Euro ist und auch im Jahr 2021 als Kleinunternehmer tätig werden möchte, sollte darauf achten, dass Umsätze ggf. erst im Jahr 2021 entstehen und damit die 22.000-Euro-Grenze in diesem Jahr nicht mehr geknackt wird.

Hinweis: Bis Ende 2019 galt noch eine Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro.

Ladenkassen – Stand der Technik überprüfen

Durch das sog. Kassengesetz wurden die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Kassenführung verschärft. Ladeninhaber sind per Gesetz verpflichtet, ihre Registrierkassen bzw. Kassensysteme mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (sog. TSE) gegen Manipulationen abzusichern. Zur Nachrüstung gewährte das Bundesfinanzministerium eine Frist bis Ende September 2020. Die meisten Bundesländer er-lauben, die Nachrüstung bis zum 31. März 2021, wenn die TSE schon bestellt oder der Ein-bau bis Ende September beauftragt war bzw. noch keine Cloudlösung zur Verfügung steht. Spätestens ab Früh-jahr 2021 müssen die sichereren Kassen aber im Betrieb eingesetzt wer-den. Wer sich bislang noch nicht gekümmert hat, sollte nun dringend aktiv werden.

Hinweis: Kassen, die im Zeitraum vom 26. November 2010 bis 31. Dezember 2019 angeschafft wurden oder werden und Einzelaufzeichnungen und Speicherungen gemäß dem BMF-Schreibens vom 26. November 2010 vornehmen können, aber nicht durch ein Sicherheitssystem aufrüstbar sind, erhalten eine Gnadenfrist und dürfen noch bis Ende 2022 im Betrieb eingesetzt werden.

Aber: Auch in Zukunft besteht keine Verpflichtung zur Verwendung elektronischer Kassensysteme, weshalb die Führung einer offenen Ladenkasse noch immer möglich ist. Wegen der höheren Anforderungen an elektronische Kassen ist aber davon auszugehen, dass die Finanzverwaltung künftig auch bei offenen Ladenkassen genauer prüft.

Pkw-Leasing – Sonderzahlung bei Einnahme-Überschuss-Rechnern sofort abziehbar

Unternehmer und Freiberufler, die ihren Gewinn nach der Einnahme-Überschuss-Rechnung ermitteln, können Leasingsonderzahlungen sofort als Betriebsausgaben absetzen. Soll ohnehin ein Firmen-fahrzeug geleast werden, kann es sich lohnen, den Leasingvertrag noch kurz vor dem 31. Dezember abzuschließen. Wird die entsprechende Sonderzahlung dann noch in diesem Jahr geleistet, verringert dies den Gewinn für das Jahr 2020. Lediglich bei einer Vertragslaufzeit von mehr als 5 Jahren erfolgt eine gleichmäßige Verteilung der Sonderzahlung auf die Vertragsdauer.

Hinweis: Gewerbesteuerzahler sollten beachten, dass Leasingraten der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung unterliegen können, wenn der Freibetrag von 200.000 Euro für Hinzurechnungen überschritten wird.

Steuervorauszahlungen prüfen – hohe Nachforderungen vermeiden

Einige Unternehmer überschlagen zum Jahreswechsel bereits den Gewinn für das Jahr 2020. Fällt das erwartete zu versteuernde Einkommen deutlich geringer als im Vorjahr aus, und wurde noch keine Anpassung der Voraus-zahlungen wegen der Corona-Pandemie beantragt, kann sich eine Anpassung lohnen. Dies hat den Vorteil, dass Sie nicht bis zum nächsten Steuerbescheid warten müssen, um die Vorauszahlungen nach unten anzupassen.

Hinweis: Unternehmen, die coronabedingt in diesem Jahr mit einem Verlust rechnen, können diese Verluste auch mit für 2019 geleisteten Steuer-Vorauszahlungen verrechnen. Soweit dies noch nicht erfolgt ist, kann hierzu ein Antrag beim zuständigen Finanzamt gestellt werden. Wer trotz Pandemie ein gutes Geschäftsjahr hinter sich hat, kann einen Antrag auf Anhebung der Vorauszahlungen stellen. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn eine hohe Steuernach-zahlung vermieden werden soll.

Hinweis: Vorauszahlungen sind jeweils am 10.03.; 10.06., 10.09. und 10.12. zu entrichten. Die Anpassung, z. B. der Dezember-Vorauszahlung, sollte daher rechtzeitig erfolgen.

Zinssatz für Darlehen vereinbaren

Für betriebliche Darlehen, für die bisher kein Zins vereinbart wurde, kann noch bis 31. Dezember 2020 eine Verzinsungsabrede getroffen werden. So kann der hohe gesetzliche Abzinsungssatz vermieden werden.

Zum Hintergrund: Verbindlichkeiten, für die keine Zinsen vereinbart wurden, sind per Gesetz mit einem Zins-satz von 5,5 Prozent abzuzinsen, wenn sie am Bilanzstichtag noch eine Lauf-zeit von mehr als einem Jahr haben. Gegenwärtig ist unklar, ob dieser ho-he Zinssatz noch verfassungsgemäß ist: So hat das Finanzgericht Hamburg in einem Beschluss vom Januar 2019 erhebliche Bedenken an der Verfassungsmäßigkeit der gesetzlichen Regelung zur Abzinsung von Verbindlichkeiten geäußert (Az. 2 V 112/18). Wer erst gar nicht in die 5,5 Prozent-Verzinsung rutschen möchte, sollte für das unverzinsliche Darlehen am besten direkt einen Zinssatz vereinbaren. Dabei genügt es, eine geringfügige Verzinsung von knapp über 0 Pro-zent auszumachen.

Hinweis: Sollte das Darlehen aber vom Darlehensgeber refinanziert werden, sollte zumindest der Refinanzierungszinssatz vereinbart werden.

Zuordnungsentscheidung für Wirtschaftsgüter treffen

Für Wirtschaftsgüter, die sowohl unternehmerisch als auch privat genutzt werden können (z. B. Fahrzeuge), hat der Unternehmer ein Zuordnungswahlrecht. Er kann das Wirtschaftsgut vollständig dem Unternehmen zuordnen und den vollen Vorsteuerabzug geltend machen. Dementsprechend muss er dann den privaten Nutzungsanteil als unentgeltliche Wertabgabe versteuern. Alternativ kann er das Wirtschaftsgut auch nur zum Teil dem Unternehmen zuordnen und hat dementsprechend nur insoweit einen Vorsteuerabzug. Dafür braucht er auch keine Umsatz-steuer für die Privatnutzung korrigieren.

Hinweis: Das Zuordnungswahlrecht setzt voraus, dass der Gegenstand mindestens zu 10 Prozent unternehmerisch genutzt wird.

Das Zuordnungswahlrecht muss dokumentiert werden. Dies kann z. B. mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung, spätestens aber mit der Umsatzsteuer-Jahreserklärung erfolgen. Für Wirtschaftsgüter, die im Jahr 2020 angeschafft wurden, muss dies also spätestens mit der Umsatzsteuer-Jahreserklärung bis 31. Juli 2021 er-folgen. Da dies ein Samstag ist, bleibt bis zum 2. August 2021 Zeit. Es ist aber empfehlenswert, sich bereits Ende 2020 Gedanken zu machen, ob und in welchem Umfang das Zuordnungswahlrecht für die neu angeschafften Wirtschaftsgüter erfolgen soll. So wird dann bei der Steuerer-klärung nichts vergessen.

Steuertipps für Sparer und Kapitalanleger: Abgeltungsteuer bei Geringverdienern vermeiden – Gültigkeit der Nichtveranlagungsbescheinigung prüfen

Kapitalgewinne wie Zinsen oder Dividenden im Privat-vermögen unterliegen der Abgeltung-steuer. Banken, Sparkassen und sonstige Kreditinstitute behalten daher grundsätzlich 25 Prozent Abgeltung-steuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer ein. Bis zu einem Betrag von 801 Euro bzw. 1.602 Euro bei zusammenveranlagten Ehe-paaren können Kapitalerträge pro Jahr jedoch steuerfrei bleiben. Dies ermöglicht der sogenannte Sparer-Pauschbetrag. Gerade Sparer und An-leger mit Konten bei verschiedenen Banken sollten den Pauschbetrag entsprechend der zu erwartenden Gewinne auf die jeweiligen Konten verteilen. Wird der Sparer-Pauschbetrag nicht optimal verteilt und zieht die Bank daher Abgeltungsteuer ab, so können die zu viel gezahlten Steuern nur über die Einkommensteuererklärung zurückgeholt werden. Wer also rechtzeitig rechnet und den Sparer-Pauschbetrag gut aufteilt, kann sich diese Mühe mitunter sparen. Entsprechende Freistellungsaufträge sollten daher rechtzeitig vor dem Jahres-wechsel angepasst werden.

Tipp: Bei einem Online-Konto kann der Freistellungsauftrag in der Regel mit ein paar Klicks direkt vom eigenen Computer aus geändert werden.

Freistellungsaufträge kontrollieren – Aufwand bei der Einkommensteuererklärung vermeiden

Kapitalgewinne wie Zinsen oder Dividenden im Privat-vermögen unterliegen der Abgeltung-steuer. Banken, Sparkassen und sonstige Kreditinstitute behalten daher grundsätzlich 25 Prozent Abgeltung-steuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer ein. Bis zu einem Betrag von 801 Euro bzw. 1.602 Euro bei zusammenveranlagten Ehe-paaren können Kapitalerträge pro Jahr jedoch steuerfrei bleiben. Dies ermöglicht der sogenannte Sparer-Pauschbetrag. Gerade Sparer und An-leger mit Konten bei verschiedenen Banken sollten den Pauschbetrag entsprechend der zu erwartenden Gewinne auf die jeweiligen Konten verteilen. Wird der Sparer-Pauschbetrag nicht optimal verteilt und zieht die Bank daher Abgeltungsteuer ab, so können die zu viel gezahlten Steuern nur über die Einkommensteuererklärung zurückgeholt werden. Wer also rechtzeitig rechnet und den Sparer-Pauschbetrag gut aufteilt, kann sich diese Mühe mitunter sparen. Entsprechende Freistellungsaufträge sollten daher rechtzeitig vor dem Jahres-wechsel angepasst werden.

Tipp: Bei einem Online-Konto kann der Freistellungsauftrag in der Regel mit ein paar Klicks direkt vom eigenen Computer aus geändert werden.

Verluste bescheinigen lassen – Frist endet am 15. Dezember

Anleger können sich von den Banken die Verluste bescheinigen lassen. Sinnvoll ist dies für Anleger, die bei verschiedenen Banken Depots unterhalten. So können Verluste aus einem Depot in der Einkommensteuererklärung mit Einnahmen aus anderen Depots verrechnet werden. Allerdings muss die-se Verlustbescheinigung spätestens bis zum 15. Dezember 2020 bei der Bank beantragt werden. Verpasst der Anleger die Frist, gehen die Verluste nicht verloren. Sie werden von der depotführenden Bank automatisch mit künftigen Gewinnen verrechnet.

Quelle: Bund der Steuerzahler

Dr. Jens Jasper

Dr. Jens Jasper

Recht und Steuern
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