Soforthilfe: So funktioniert der Antrag

Unternehmerinnen und Unternehmer können jetzt ihren Antrag für die Corona-Soforthilfe stellen. Seit dem 9. April steht neben dem Landes- auch ein Bundesprogramm zur Verfügung.

Das Beantragungsverfahren läuft in zwei einfachen Schritten wie folgt ab:

  1. Das Antragsformular muss beim Wirtschaftsministerium online heruntergeladen werden. Das Fomular als Download gibt es auf der Seite des Wirtschaftsministeriums unter "Antragsverfahren". Das Antragsformular ist vollständig auszufüllen, auszudrucken, zu unterschreiben und einzuscannen. Bitte beachten Sie unbedingt die FAQs auf der Webseite des Wirtschaftsministeriums. 
    Wichtig: Es gibt ab dem 9. April ein Antragsformular für Unternehmen bis zehn Beschäftigte und ein Antragsformular für Unternehmen mit mehr als zehn und bis zu 50 Beschäftigte. Bitte nutzen Sie nur noch die dort verfügbaren Formulare. Alte Antragsformulare werden nicht mehr anerkannt.
  2. Der Antrag muss dann über einen Upload auf der zentralen Landingpage der Kammerorganisation www.bw-soforthilfe.de hochgeladen werden. Von der Webseite aus werden alle Anträge an die zuständige IHK oder Handwerkskammer zur Bearbeitung weitergeleitet. Wichtig: Anträge dürfen ab dem 10. April nur noch maximal 10 MB groß sein.

Bitte beachten Sie: Der Prozess erfolgt nur auf diesem Weg. Es werden keine Anträge per Post oder persönlich entgegen genommen.

Für Antragsteller, die bisher schon ihre Anträge eingereicht haben, ergibt sich durch das Bundesprogramm kein Handlungsbedarf. Die bereits vorliegenden Anträge werden weiter bearbeitet. Es ist keine erneute Antragstellung erforderlich.

Die IHKs und Handwerkskammern übernehmen die Plausibilitätsprüfung der eingegangenen Anträge und leiten diese zum finalen Entscheid und zur Auszahlung der Hilfen an die L-Bank weiter.

Mehr Infos auf der Webseite des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg. Bitte beachten Sie auch die aktuellen Hinweise der IHK Reutlingen zu den ersten geprüften Anträgen.

Außerdem hat die Handwerkskammer Stuttgart eine nützliche Ausfüllhilfe zur Frage der Liquiditätsprüfung erstellt.

Wer kann Anträge stellen?
Anträge können von gewerblichen und Sozialunternehmen, von Soloselbstständigen und von Angehörigen der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen mit bis zu 50 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) und Unternehmen mit land- und forstwirtschaftlicher Urproduktion sowie der Fischerei gestellt werden, die unmittelbar durch die Corona-Krise wirtschaftlich geschädigt sind

Mit ihrer Selbstständigkeit müssen Antragsteller wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen oder als Freiberufler und Soloselbständige im Haupterwerb tätig sein.

Antragsberechtigt sind Unternehmen mit Hauptsitz in Baden-Württemberg. Die Anträge sind vom Hauptsitz des Unternehmens zu stellen.

Was wird gefördert?
Unternehmen sollen bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz und Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen, unter anderem für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten und Ähnliches, durch einen Zuschuss unterstützt werden.

Antragsberechtigt sind nur Unternehmen, die nicht bereits am 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren gem. Art. 2 Abs. 18 der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung.

Wie sind die Förderhöhen?
Die Soforthilfe besteht aus einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss und ist nach der Zahl der Beschäftigten gestaffelt. Er beträgt bis zu:

  • 9.000 Euro für drei Monate für Antragsberechtigte mit bis zu 5,0 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente, VZÄ),
  • 15.000 Euro für drei Monate für Antragsberechtigte mit bis zu 10,0 Beschäftigten (VZÄ),
  • 30.000 Euro für drei Monate für Antragsberechtigte mit bis zu 50,0 Beschäftigten (VZÄ)

Sie wollen in einer anderen Sprache beraten werden? Hier finden Sie IHK-Ansprechpartner/-innen, die Ihnen weiterhelfen können. 

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Rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IHK Reutlingen prüfen die Anträge auf Corona-Soforthilfe für Unternehmen und Soloselbstständige. Bei der Bearbeitung der ersten Anträge fällt auf, dass oftmals nicht alle notwendigen Pflichtangaben eingetragen werden, so wie die Rechtsform oder die Höhe des erwarteten Liquiditätsengpasses. Nach den Regeln der vom Land aufgelegten Corona-Soforthilfe führt das dazu, dass Anträge zurückgehen und Antragsteller das Verfahren erneut beginnen müssen.

Richtig begründen
Ein weiteres Problem: Viele Anträge sind nicht ausreichend begründet. Die Corona-Soforthilfe ist ein Zuschuss, der helfen soll, Liquiditätsengpässe und Umsatzeinbrüche infolge der Corona-Pandemie zu überwinden. Diese existenzbedrohende Wirtschaftslage muss aber auch dargelegt werden. Ein schlichter Verweis auf die Corona-Pandemie ist kein ausreichender Grund für eine Förderung.

Prüfung der Liquidität (Aktualisierung 29. März, 14 Uhr)
Die Corona-Soforthilfe des Landes wird ohne Prüfung des privaten Vermögens ausbezahlt. Stattdessen müssen Antragssteller nur nachweisen, dass die laufenden betrieblichen Einnahmen nicht ausreichen, um die laufenden betrieblichen Kosten des Unternehmens zu finanzieren. Das heißt: Sonstige liquide Mittel müssen grundsätzlich nicht eingesetzt werden, um von der Soforthilfe des Landes zu profitieren.

Konkret muss der Antragsteller versichern, dass er durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist, die seine Existenz bedrohen. Dies liegt dann vor, wenn die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb des Antragsstellers voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den auf die Antragstellung folgenden drei Monaten aus dem erwerbsmäßigen Sach- und Finanzaufwand (Beispiele: gewerbliche Mieten, Pacht, Leasingaufwendungen) zu zahlen (Liquiditätsengpass). Die Neuregelung gilt rückwirkend für alle Anträge seit dem Start der Soforthilfe.

Die Handwerkskammer Stuttgart hat zu diesem Punkt eine nützliche Ausfüllhilfe erstellt.

Hintergrund
Unternehmerinnen und Unternehmer können einen Antrag für die Corona-Soforthilfe stellen. Anträge können Soloselbstständige, gewerbliche Unternehmen und Sozialunternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten ebenso wie Angehörige der Freien Berufe oder Künstler stellen, die unmittelbar durch die Corona-Krise wirtschaftlich geschädigt sind.
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