Erste Hilfe im Betrieb

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Ob Treppensturz, Quetschung oder Kreislaufversagen, im Ernstfall müssen Ersthelfer im Betrieb schnell und richtig reagieren, um den Kollegen zu helfen. Ist Ihr Unternehmen in Sachen Erste Hilfe gerüstet?

Wer kann Ersthelfer werden?

Prinzipiell kann jeder Beschäftigte Ersthelfer werden, sofern keine körperliche oder psychische Beeinträchtigung besteht. Ersthelfer müssen natürlich in Erster Hilfe ausgebildet sein und diese Kenntnisse alle zwei Jahre auffrischen. Die Kosten übernimmt der Arbeitgeber, da es seine Pflicht ist, Ersthelfer in seinem Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Ersthelfer ausbilden

Lehrgänge werden von verschiedenen Stellen angeboten, die Unternehmer bei ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger in Erfahrung bringen. Im gewerblichen Bereich sind neun Berufsgenossenschaften Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Zu welcher Berufsgenossenschaft Ihr Betrieb gehört, erfahren Sie bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Immer gut besetzt sein

Die Zahl der Ersthelfer, die ein Betrieb stellen muss, ist abhängig von der Beschäftigtenanzahl und der Art des Betriebes. Bei zwei bis 20 Beschäftigten muss in einem Verwaltungs-oder Handelsbetrieb mindestens ein Ersthelfer vor Ort sein. In Unternehmen mit betrieblichen Gefahren werden mehr Ersthelfer benötigt. Die Anzahl steigt mit der Betriebsgröße. Arbeitgeber sollten beachten, dass durch Krankheit und Urlaub immer wieder Ersthelfer ausfallen. Deswegen ist es sinnvoll mehr Ersthelfer als vorgeschrieben zu bestellen, um das ganze Jahr abdecken zu können.

Notruf absetzen

An jedem Ort des Betriebes muss es möglich sein, schnell Hilfe herbeizurufen. Dazu reicht oftmals ein Telefon mit Angabe der Notrufnummer über die der Rettungsdienst alarmiert werden kann.

Der Erste-Hilfe-Kasten

Ein Betrieb muss ausreichend Erste-Hilfe-Material bereitstellen. Auch hier richtet sich die Anzahl nach der Zahl der Beschäftigten und der Betriebsart. Bei bis zu 50 Beschäftigten reicht ein kleiner Verbandskasten, bei mehr als 300 Beschäftigten muss ein Unternehmen zwei große Verbandskästen bereitstellen. Unternehmen mit betrieblichen Gefahren benötigen mehr Erste-Hilfe-Kästen.

Verbandskasten kennzeichnen

Alle Erste-Hilfe-Einrichtungen sollten gekennzeichnet werden. Richtungspfeile und Zeichen helfen den Verbandskasten, das Notruftelefon oder den Betriebsarzt im Notfall schnell zu finden.

Jeder muss Bescheid wissen

Alle Mitarbeiter sollten regelmäßig darüber informiert werden, welche Kollegen Ersthelfer im Betrieb sind, wie und wo man einen Notruf absetzt, wo sich das Erste-Hilfe-Material befindet, wer den Unfall dokumentiert und wem man den Unfall meldet.

Dokumentation ist wichtig

Jeder Vorfall oder Unfall im Betrieb, bei dem Erste Hilfe geleistet wird, muss aufgezeichnet werden. Die Dokumentation der Ersten-Hilfe-Leistung ist deshalb wichtig, weil sie als Nachweis für die Anerkennung eines Arbeitsunfalls verwendet werden kann. Am besten liegt beim Verbandskasten ein „Dokumentationsbuch“ bereit, in das der Vorfall, die Erste-Hilfe-Leistung, Datum, Uhrzeit und Name des Verletzen und des Ersthelfers notiert werden können.

Unfall melden

Ein Arbeitsunfall, der zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen führt, muss der zuständigen Berufsgenossenschaft  oder Unfallkasse gemeldet werden, und zwar sowohl vom Arbeitgeber als auch vom behandelnden Arzt.

Wer kümmert sich?

Am besten kümmert sich die Personalabteilung um die Bestellung der Ersthelfer. Nützlich sind auch regelmäßige Treffen der Erst-Helfer, um sich gegenseitig auszutauschen und auf den neuesten Stand zu bringen.

Ausführliche Infos erhalten Sie beim Fachbereich Erste Hilfe der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.