Coronavirus: Hinweise für Unternehmen

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Produktionsausfälle, Mitarbeiter im Homeoffice, Kurzarbeit - das Coronavirus (SARS-CoV-2) stellt Unternehmen in der Region vor große Herausforderungen. Der IHK-Ratgeber gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen und wird fortlaufend ergänzt.

 

 

Corona-Hotline: 07121 2010

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Wo finde ich aktuelle Informationen zum Coronavirus?

Im Internet informieren verschiedene Institutionen über das Coronavirus. Zu empfehlen sind die Risikobewertungen des Auswärtigen Amts (China, Italien, letzte Aktualisierungen allgemein), der WHO, des European Center for Disease Control and Prevention und des Robert-Koch-Instituts. Empfehlungen zu Vorsichtsmaßnahmen enthält ein Merkblatt, das auf der Website des Auswärtigen Amtes veröffentlicht ist.

Für Betriebe des Gastgewerbes hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband ein Merkblatt veröffentlicht.

 

Welche Förderungen und Erleichterungen gibt es für Unternehmen?

Stundung von Krankenversicherungsbeiträgen: Vom Corona-Virus betroffenen Arbeitgeber und Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung können ihre Beiträge stunden lassen. Welche Bedingung dafür erfüllt werden müssen, erklären wir auf www.ihkrt.de/krankenversicherung

Notfallfonds für kleine Betriebe: Der von der IHK-Organisation geforderte Notfallfonds für kleine Betriebe und Soloselbstständige startet am Mittwoch. Wie Anträge zu stellen sind, steht dann auf www.ihkrt.de/notfallfonds

Krisenprogramme: Programme, die Unternehmen in Anspruch nehmen können, wie beispielsweise Liquiditätskredite und Kurzarbeitergeld, gibt es im Überblick auf www.ihkrt.de/krisenprogramme

Schnelle Hilfe: Unternehmen mit Personalengpässen und motivierte Arbeitskräfte, vor allem Studierende, finden sich rasch und unkompliziert auf der neuen IHK-Plattform www.ihkrt.de/schnellehilfe

Finanzämter stunden Steuern zinsfrei: Auf Antrag stunden die Finanzämter Steuern ohne Zinsen und Zuschläge. Wie das funktioniert steht auf www.ihkrt.de/steuerstundungen

Wie ist die Situation in Italien?

Die vom Coronavirus besonders betroffenen Regionen Lombardei und Veneto sind zugleich die wirtschaftsstärksten Landesteile Italiens. Aufgrund der schnellen Ausbreitung des Virus sind Auswirkungen auf Lieferketten nicht auszuschließen. Die Auslandshandelskammer Italien mit Sitz in Mailand informiert auf ihrer Internetseite über die aktuellen Auswirkungen.

 

Wie ist die Situation in den Nachbarstaaten Chinas?

Die asiatischen Nachbarländer sind stark von der chinesischen Wirtschaft abhängig und spüren die Auswirkungen. Über die Situation in den einzelnen Ländern informiert Germany Trade & Invest (GTAI) auf ihrer Internetseite.

 

Wie kann ich in meinem Betrieb Vorsorge treffen?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt grundsätzlich die Einhaltung der Hygieneregeln, die auch für den Schutz vor der Grippe gelten:

  • Händeschütteln vermeiden
  • Regelmäßiges und gründliches Hände waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften

Die jeweils für Ihren Betrieb zuständige Berufsgenossenschaft bietet Aushänge für Hygieneinfos an. Eine Liste von Berufsgenossenschaften finden Sie auf der Website der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGVU). Für die Allgemeinheit bietet zudem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Infografiken zum Download an.

Eine weitere Möglichkeit ist, je nach den betrieblichen Möglichkeiten das Arbeiten im Home Office zu ermöglichen. Anstelle von Dienstreisen können womöglich auch Videokonferenzen oder Telefonkonferenzen durchgeführt werden.

Darüber hinaus hat die DGUV 10 Tipps für eine Betriebliche Pandemieplanung veröffentlicht. Diese beziehen sich allerdings nicht speziell auf das Corona-Virus.

 

Was muss ich beachten, wenn ich Mitarbeiter ins Ausland entsende?

Ein Arbeitnehmer darf die Arbeit bzw. eine Entsendung grundsätzlich nicht verweigern. Wenn eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für das Land oder die Region vorliegt, kann eine Verweigerung aber gerechtfertigt sein. Unabhängig davon sollten Unternehmen angesichts der fortschreitenden Ausbreitung des Coronavirus und den damit einhergehenden Einschränkungen in verschiedenen Ländern abwägen, ob die jeweilige Reise derzeit sinnvoll bzw. zwingend erforderlich ist. Ob der Arbeitgeber bereits im Ausland tätige Arbeitnehmer zurückholen oder zumindest in ein sicheres anderes Land bringen lassen muss, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

 

Muss ich jetzt mit Importwaren vorsichtig sein?

Das Robert Koch-Institut schätzt eine Infektion mit dem Coronavirus über importierte Waren als sehr unwahrscheinlich ein, da im Vorfeld eine Kontamination stattgefunden haben und das Virus nach dem weiten Transportweg noch aktiv sein müsste. Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen sei bislang nicht dokumentiert, so das Institut auf seiner Internetseite. 

 

Was ist, wenn ich einen Vertrag wegen des Coronavirus nicht erfüllen kann?

Das kommt auf den konkreten Vertrag an: Eine Höhere Gewalt-Klausel - auch Force-Majeure-Klausel genannt - kann hier weiterhelfen. Es kommt jedoch auf ihre Formulierung und die jeweiligen Umstände des Einzelfalls an: Nennt die Klausel eine Epidemie als Beispiel? Sonst ist die Rechtslage unklar. Oft werden Epidemien zu Höherer Gewalt gezählt. Sie müssen aber unvorhersehbar sein. Ob das je nach Zeitpunkt des Vertragsschlusses und Inhalt des Vertrages der Fall ist, kann man nicht pauschal sagen.

Zumindest für jetzt noch abzuschließende Verträge ist das angesichts der sich seit Wochen ausbreitenden Epidemie und der Presseberichterstattung zweifelhaft. Vor Vertragsabschluss sollte deshalb über individuelle Klauseln zur Vertragsanpassung (Lieferzeitverlängerungen, Preisanpassungen…) nachgedacht werden.

Ohne eine Höhere Gewalt-Klausel kann man sich auf höhere Gewalt nur berufen, wenn die Lieferung unmöglich geworden ist (§ 275 BGB), also zum Beispiel alternative Lieferwege oder Ersatzware auch mit Mehraufwendungen nicht zur Verfügung stehen. Eine Erschwerung der Leistung reicht nicht aus.Bei Vorliegen von Höherer Gewalt wird die Vertragspartei ganz oder teilweise von ihren vertraglichen Pflichten, deren Erfüllung ihr unmöglich geworden ist, befreit.

Prüfen Sie also Ihre Altverträge genau. Oft enthalten die Klauseln auch Fristen oder bestimmte Handlungspflichten Sofern ein Berufen auf höhere Gewalt nicht möglich ist, kann gegebenenfalls eine Vertragsanpassung oder ein Rücktritt vom Vertrag aufgrund Wegfalls der Geschäftsgrundlage (§313 BGB) möglich sein.

 

Darf ein Mitarbeiter zu Hause bleiben, weil er Angst vor Ansteckung hat?

Grundsätzlich darf ein Arbeitnehmer die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber aber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Arbeitnehmer von der Arbeit freizustellen oder Arbeit im Homeoffice zu erlauben, wenn diese Möglichkeit besteht.

 

Was gilt, wenn sich ein Mitarbeiter in einem „Risiko-Gebiet“ aufgehalten hat?‎

Für Rückkehrer aus der am stärksten betroffenen chinesischen Stadt Wuhan wurden bereits durch die zuständigen Behörden Untersuchungen und Quarantäne-Maßnahmen eingeleitet. Viele Unternehmen fragen sich aber, was gilt, wenn Arbeitnehmer aus anderen Teilen Chinas oder auch aus Gegenden in Europa zurückkehren, in denen das neuartige Coronavirus bereits aufgetreten ist. Hier gilt:

  • Solange keine behördlichen Quarantäne-Maßnahmen verhängt wurden, ist auch ein solcher „Rückkehrer“ normal zu beschäftigen.
  • Wenn keine konkreten Krankheitszeichen bestehen, ist der Arbeitnehmer auch nicht verpflichtet, ein ärztliches Gesundheitszeugnis zu erbringen.
  • Aber: Der Arbeitgeber hat auch Fürsorgepflichten gegenüber seinen anderen Arbeitnehmern zu beachten. Unter diesem Gesichtspunkt könnte der Arbeitgeber zum Schutz seiner weiteren Arbeitnehmer vor Ansteckung überlegen, einen Rückkehrer aus einem „Risiko-Gebiet“ aufzufordern, zu Hause zu bleiben. In diesem Fall wäre der Arbeitgeber aber verpflichtet, die Vergütung trotzdem ordnungsgemäß weiter zu zahlen.

 

Was tun, wenn ich glaube, dass ein Mitarbeiter am Coronavirus erkrankt sein könnte?

Als Verdachtsfälle gelten derzeit Patienten, die Symptome einer Corona-Erkrankung aufweisen und sich bis 14 Tage vor Erkrankungsbeginn in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt mit einem Erkrankten hatten. Besteht ein Verdacht, sollte zunächst der arbeitsmedizinische Dienst oder der jeweilige Hausarzt informiert werden. Verdachtsfälle werden dann von dem jeweiligen Arzt dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Das Gesundheitsamt kümmert sich dann um einen Test auf das Coronavirus. Personen, die keine typischen Krankheitsanzeichen haben, aber trotzdem besorgt sind, weil sie sich eventuell angesteckt haben könnten, können sich über das Robert-Koch-Institut oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informieren.

 

Was gilt, wenn einzelne Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt werden? (Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz)

§§ 29 und 30 des Infektionsschutzgesetzes ermöglichen als Maßnahme zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten auch, Personen unter Beobachtung oder gar Quarantäne zu stellen. Ist die betroffene Person Arbeitnehmer und tatsächlich erkrankt, gilt die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nach den allgemeinen Regeln.

Für nicht Erkrankte, die aber von Quarantänemaßnahmen betroffen sind, sieht das Infektionsschutzgesetz einen Entschädigungsanspruch in Höhe des Verdienstausfalles (Nettoentgelt) vor. Für Arbeitnehmer wird diese Entschädigungsleistung nach § 56 Infektionsschutzgesetz bis zu sechs Wochen lang durch den Arbeitgeber erbracht. Allerdings werden diese Zahlungen auf Antrag von der Behörde erstattet. Der Antrag auf Erstattung der Entschädigungsleistung nach § 56 Infektionsgeschutz muss innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Einstellung der verbotenen Tätigkeit beim zuständigen Gesundheitsamt gestellt werden. Nähere Informationen gibt es im Onlineportal Landesrecht Baden-Württemberg.

Kann ich auch als Selbstständiger wegen einer angeordneten Quarantäne eine Entschädigung erhalten?

Selbstständige, deren Betrieb oder Praxis während einer angeordneten Quarantäne ruht, können nach § 56 Infektionsschutzgesetz beim zuständigen Gesundheitsamt einen "Ersatz der in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang" beantragen.

Was tun, wenn durch das Coronavirus meine Unternehmensprozesse gestört sind oder zum Erliegen kommen?

Für Unternehmen, die von den Auswirkungen des Coronavirus negativ betroffen sind, hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Informationsseite mit zahlreichen Hinweisen (unter anderem zu den Themen Finanzierungsbedarf und Kurzarbeitergeld) zusammengestellt. Hier gibt es auch einen Überblick über Maßnahmen und Förderinstrumente, die betroffenen Unternehmen bei Bedarf zur Verfügung stehen. Sollten infolge der „Corona-Krise“ zur Überbrückung Kredite notwendig werden, können die Bürgschaftsbanken diese in Verbindung mit einer Hausbankfinanzierung grundsätzlich besichern. Dies teilte der Verband der Deutschen Bürgschaftsbanken (VDB) mit. Eine kostenlose Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben kann über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken gestellt werden. Mehr zum Thema Hilfe in der Krise.

 

Welche Auswirkungen hat die Situation in China auf die deutsche Wirtschaft?

Viele Betriebe in China arbeiten wegen des Coronavirus schon seit Ende Januar mit verringerter Besetzung. Sie haben auf die Lage reagiert, beispielsweise die Feiertagsschließung nach dem chinesischen Neujahrsfest verlängert und Dienstreisen durch Telefonkonferenzen ersetzt. In Kürze anstehende Messen in China wurden von den Veranstaltern abgesagt. Erste Einschätzungen zu den Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf seiner Internetseite veröffentlicht. Praktische Hinweise hat die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) in China auf ihrer Internetseite bereitgestellt.

 

Darf ich wegen des Coronavirus Kurzarbeit anordnen?

Sowohl Produktionsausfälle aufgrund von Corona-bedingten Lieferschwierigkeiten als auch Ausfälle aufgrund von Infektionsschutzmaßnahmen wie Betriebsschließungen könnten ein Grund für die Anordnung von Kurzarbeit sein. Zu beachten ist aber, dass Kurzarbeit (also die Verkürzung der Arbeitszeit mit entsprechender Entgeltkürzung) nicht ohne Weiteres einseitig durch den Arbeitgeber angeordnet werden kann. Hierzu muss zunächst eine rechtliche Grundlage vorhanden sein. Die Möglichkeit zur Anordnung von Kurzarbeit muss also im einzelnen Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder in einem anzuwendenden Tarifvertrag vereinbart worden sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kommt grundsätzlich auf Antrag auch die Zahlung von Kurzarbeitergeld durch die Bundesagentur für Arbeit in Betracht. Mehr.

 

Darf ich wegen des Coronavirus Kurzarbeit für Azubis anordnen?

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Dennoch kann auch die Ausbildung von den Auswirkungen der Kurzarbeit betroffen sein. Weitere Infos finden Sie hier.

 

Welche Regelungen gelten für Azubis und Betriebe in Corona-Zeiten?

Homeoffice für Azubis, Kurzarbeit für Ausbilderinnen und Ausbilder, Berufsschulschließungen, Prüungsausfälle und -verschiebungen  - Eine Übersicht über Fragen zum Thema Ausbildung in Corona-Zeiten gibt es hier.

Kann ich meine Mitarbeiter ins Homeoffice schicken?

Unternehmen, die das Corona-Ansteckungsrisiko in ihrem Betrieb minimieren möchten, können ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice geben. Was es dabei zu beachten gibt, finden Sie hier.

Homeoffice-Strukturen sind unter Umständen förderfähig. Mehr dazu finden Sie hier.

Welche Geschäfte müssen schließen?

Bund und Länder haben mit Blick auf die Corona-Krise zahlreiche Branchen mit Beschränkungen und Verboten belegt. Eine Übersicht über die aktuellen Verordnungen finden Sie hier.

 

Wie können Beschäftigte an der Kasse geschützt werden?

Das Wirtschaftsministerium hat eine Richtlinie für Kassenarbeitsplätze erstellt, an der sich die zuständigen Behörden und Arbeitgeber orientieren können. Mehr.

Was können Gastronomen und Händler tun?

Zahlreiche Einzelhändler und Gastronomen aus der Region bieten über lokale Plattformen weiter ihre Dienste an. Bei der IHK werden diese auf einer Webseite vorgestellt. Mehr.

Was muss im Transportwesen beachtet werden?

Wegen der Corona-Krise hat das Bundesverkehrsministerium die Regelungen für Lenk- und Ruhezeiten gelockert. Die Kabotageregeln im Transport sind aktuell ausgesetzt. Zudem gibt es Formulare, die Fahrer bei der Fahrt nach Italien bei sich führen müssen. Mehr.

Wer kommt für Ausfälle auf, wenn ein Auftrag wegen des Coronavirus unter Berufung auf "Höhere Gewalt" platzt?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort, die immer stimmt. Denn vermeintlich ähnliche Einzelfälle sind in wichtigen Details unterschiedlich gelagert. Wer beispielsweise einfach Termine innerhalb Deutschlands mit der Begründung absagt, wegen des Coronavirus seien Reisen unmöglich, kann sich aktuell in der Regel nicht auf "höhere Gewalt" berufen.

Anders kann der Fall liegen, wenn ein Betrieb vom örtlichen Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt wird oder eine Veranstaltung aufgrund einer behördlichen Anordnung abgesagt wird.

Meistens empfiehlt sich bei aktuellen Problemen oder Stornierungen, mit Geschäftspartnern über einen fairen Ausgleich für beide Seiten zu sprechen und sich im Zweifel von Rechtsanwälten beraten zu lassen. Selbst bei Lieferausfällen im internationalen Handel können sich die Rechtsfolgen von vermeintlich oder auch tatsächlich höherer Gewalt stark unterscheiden – je nachdem, ob die Verträge nach deutschem oder angelsächsischen Recht geschlossen worden sind.

Auch auf die Frage, in welcher Form eine vertragliche Force-Majeure-Klausel (französisch für "höhere Gewalt") im Zuge der Corona-Krise greift, gibt es die klassische Juristen-Antwort: Kommt darauf an. Worauf, das hat die IHK Stuttgart hier gut erklärt.

 

Wie kann ich beurteilen, ob ich eine Unternehmensveranstaltung absagen muss?

Das Robert Koch-Institut hat allgemeine Prinzipien, Kriteren und Handlungsempfehlungen für Großveranstaltungen aufgestellt, die eine gute Orientierung bieten. Auf dieser Basis treffen örtliche Gesundheitsämter in der Regel ihre Anordnungen. In den meisten Fällen können Unternehmen auch erst mal selbst die Risiken abwägen. Diese unterscheiden sich etwa nach der Zahl der Teilnehmer, der Region, dem Platz oder den Belüftungsmöglichkeiten. Eine wichtige Rolle spielt auch die Frage, ob mögliche Teilnehmer nachher rückverfolgt werden können. Daher können Veranstaltungen neben einer Totalabsage auch unter Auflagen genehmigt, verschoben – oder unter günstigen Umständen weiterhin problemlos stattfinden.

 

Wie kommen Pendler aus Frankreich und der Schweiz noch zu uns in die Firma?

Der grenzüberschreitende Personenverkehr aus Frankreich und der Schweiz nach Deutschland ist derzeit stark reglementiert. Für Pendler gibt es laut Ankündigung der Landesregierung Ausnahmen. Es gilt folgendes Verfahren:

  • Die Gemeinden stellen gemeinsam mit den Arbeitgebern die Grenzübertrittsbescheinigungen für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus. Die Vordrucke werden als pdf-Vorlage zur Verfügung gestellt.
  • Die Vordrucke der Grenzübertrittsbescheinigungen werden an die Kommunen direkt versandt. Diese unterschreiben und siegeln ein Exemplar und übersenden dieses an die Arbeitgeber.
  • Die Arbeitgeber bzw. die Gemeinden erfassen die ausgestellten Grenzübertrittsbescheinigungen auf einer Liste.
  • Die Regierungspräsidien stellen die Vorlage in ihrer Homepage ein.


Wie kann ich meine Steuerlast verringern?

Bei den bundesgesetzlich geregelten Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Energiesteuer und Luftverkehrssteuer), sind die Hauptzollämter angewiesen worden, den Steuerpflichtigen angemessen entgegenzukommen. Dadurch sollen bei den betroffenen Steuerpflichtigen unbillige Härten vermieden werden. Insbesondere folgende steuerliche Maßnahmen kommen hier in Betracht:

Stundungen
Stundungsanträge für nachweislich und nicht unerheblich betroffene Steuerpflichtige können bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse gestellt werden. Die Steuern müssen bis zu diesem Zeitpunkt bereits fällig sein oder fällig werden. Anträge auf Stundung von nach dem 31. Dezember 2020 fällig werdenden Steuern sind besonders zu begründen.

Vollstreckungsaufschub
Drohen aktuell Vollstreckungsmaßnahmen kann unter Darlegung der aktuellen Situation des Vollstreckungsschuldners Vollstreckungsaufschub beantragt werden.

Vorauszahlungen
Nachweislich und nicht unerheblich betroffene Steuerpflichtige können bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse einen Antrag auf Anpassung der bisher festgesetzten Vorauszahlungen stellen.

Unternehmen, die von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen sind, werden gebeten, sich an das zuständige Hauptzollamt zu wenden. Um eine zügige Antragsbearbeitung zu gewährleisten, sind die Anträge entsprechend zu begründen und der Zusammenhang zur Corona-Krise glaubhaft darzulegen. Die Hauptzollämter werden Anträge möglichst entgegenkommend bearbeiten.

 

Wie kann ich Kunden und Mitarbeiter ohne Deutschkenntnisse schnell über das Coronavirus informieren?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet Infografiken und Hygienetipps in sechs Sprachen an. Sie können kostenlos heruntergeladen werden.

 

Was bedeutet die Corona-Krise für das Auslandsgeschäft meines Unternehmens?

Seit einigen Wochen leben wir in einer völlig neuen Welt. Covid-19 breitet sich über den ganzen Globus aus. Entsprechend kurzfristig verändern sich Rahmenbedingungen für das Auslandsgeschäft. Planungssicherheit, die notwendige Grundlage für unternehmerisches Handeln, scheint fast vollkommen zu fehlen. Doch ist das tatsächlich so? Dieser Frage geht die IHK Rhein-Neckar nach.

 

Was kann ich sonst noch tun?

Auch unabhängig vom Coronavirus ist es für Unternehmen immer empfehlenswert, für den Fall einer Erkrankung des Geschäftsführers oder der Geschäftsführerin einen „Notfallkoffer“ zu packen, der etwa mit Vollmachten, einem Vertretungsplan, Informationen zu Kunden- und Lieferantenstrukturen und einer Dokumentenmappe mit Bankverbindungen und Passwörtern versehen ist.

 

Quellen: IHK Köln, IHK München, IHK Frankfurt am Main, DIHK

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