Online Arbeitgeber-Bewertungen

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Ein paar Klicks und die Bewertung über den Chef ist online. Transparenz in Ehren. Manches geht zu weit oder verstößt sogar gegen den Datenschutz. Betroffene Unternehmen können sich wehren.

Wer einen Job sucht, informiert sich immer häufiger über den möglichen Arbeitgeber online auf Bewertungsplattformen wie „Kununu“. Dort können Mitarbeiter, ehemalige Angestellte oder Bewerber ihr Unternehmen, für das sie tätig sind oder waren, bewerten. Die Bewertungen bieten potenziellen Bewerbern die Möglichkeit einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und mehr zum Arbeitsklima oder zu profanen Dingen – wie zum Beispiel das Essen in der Kantine schmeckt – zu erfahren.

Falsche Behauptungen
Die Anonymität dieser Plattformen lädt aber auch dazu ein Dampf abzulassen. Allerdings darf nicht einfach wild geschossen werden. Unternehmer können sich gegen falsche Behauptungen oder persönliche Kommentare wehren. „Neben unwahren Tatsachenbehauptungen und Rufschädigungen finden sich oft Datenschutz-Verstöße in den Bewertungen“, weiß Thomas Ströbele, Geschäftsführer der YourIT GmbH und Berater für Datenschutz und IT-Sicherheit.

Verstöße gegen den Datenschutz
Die Bewertungsplattform „Kununu“ stellt klare Regeln auf: Personenbewertung, Namensnennung oder Beleidigungen sind nicht erlaubt. Auch über Interna zu Produkten oder Qualitätsproblemen darf nicht geschrieben werden. „Wenn jemand den Geschäftsführer als arrogant und die Personalleiterin als hilflos überfordert bezeichnet, dann sind das Verstöße gegen den Datenschutz“, erklärt Ströbele. „Vielen Unternehmen ist gar nicht klar, dass sie sich wehren können.“

Überprüfung einleiten
Wer eine ungerechte, persönliche oder falsche Bewertung über sein Unternehmen findet, kann eine Überprüfung einleiten. „Kununu ist verpflichtet die Anfrage zu bearbeiten“, so Ströbele. Als Betreiber ist „Kununu“ verpflichtet, rechtswidrige Bewertungen zu entfernen. Immer wieder bewerten User Unternehmen, obwohl sie dort niemals gearbeitet oder wenigstens eine Bewerbung abgegeben haben. Das ist eben nicht erlaubt. „Nicht selten bewerten sich konkurrierende Unternehmen negativ“, berichtet Ströbele aus eigener Erfahrung.

Bewertung stilllegen oder löschen
Der Datenschutzexperte hat sich erfolgreich gewehrt und stellt betroffenen Unternehmen in seinem Datenschutz-Blog kostenlos eine Anleitung mit Tipps zur Selbsthilfe zur Verfügung. Bei einer Beschwerde ist „Kununu“ verpflichtet vom bewertenden User den Nachweis eines Arbeitsverhältnisses einzufordern und die Bewertung sofort stillzulegen oder sogar zu löschen.