IHK-Nachfolgespiegel
Foto: Portra/ iStockphoto.comRund ein Drittel der Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region Neckar-Alb steht in den kommenden Jahren vor der entscheidenden Frage: Wer übernimmt ihren Betrieb? Der Grund: Sie sind bereits 60 Jahre oder älter.
Die IHK Reutlingen hat die Altersstruktur ihrer rund 44.000 Mitgliedsbetriebe in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb analysiert. Das Ergebnis: Etwa 30 Prozent aller Inhaberinnen und Inhaber, Geschäftsführenden sowie Kommanditistinnen und Kommanditisten hat das 60. Lebensjahr bereits überschritten. Damit ist davon auszugehen, dass eine Nachfolgeregelung in der nächsten Zeit in den Fokus rücken wird.
Regionale Unterschiede
Im Landkreis Reutlingen ist das Problem am dringendsten: Dort stellt sich die Nachfolgefrage in 43 Prozent der Betriebe. Im Zollernalbkreis liegt der Anteil bei 30 Prozent, im Landkreis Tübingen bei 27 Prozent.
Verteilung nach Branchen
Wie bereits in den Vorjahren betreffen die meisten Nachfolgefälle die Dienstleistungsbranche. Sie stellt mit einem Anteil von 41 Prozent den größten Block der betroffenen Unternehmen, gefolgt vom Handel mit 24 Prozent und dem Produzierenden Gewerbe mit 15 Prozent.
Solo-Selbstständige prägen das Bild
Auffällig ist: Drei von vier der Betriebe werde von Solo-Unternehmerinnen oder -Unternehmern geführt. Auch wenn sie über keine Beschäftigten verfügen, ist die Frage nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin von zentraler Bedeutung – sind sie doch ein wichtiger Bestandteil der regionalen Wirtschaftsstruktur. Ihr Wegfall würde nicht nur Know-how kosten, sondern auch regionale Wertschöpfung gefährden. Kleine und mittelständische Unternehmen tragen darüber hinaus in ihrer Rolle als Arbeitgeber Verantwortung. Etwa 17 Prozent der Betriebe (sprich 2.165 Unternehmen) beschäftigen bis zu 9 Personen. Weitere 601 Unternehmen haben zwischen 10 und 99 Beschäftigten, während in 106 Unternehmen 100 und mehr Mitarbeitende angestellt sind.
Beratung gefragt
Die Nachfrage nach individueller Beratung und Informationsveranstaltungen ist ungebrochen. Die IHK Reutlingen unterstützt Unternehmerinnen und Unternehmer umfassend – mit Einzelgesprächen, Veranstaltungen, Checklisten und einem breiten Netzwerk an Expertinnen und Experten.
Hintergrund
Der Unternehmensnachfolgespiegel der Industrie- und Handelskammer Reutlingen berichtet über die Entwicklung der Unternehmensnachfolge in der Region Neckar-Alb. Diese umfasst die Landkreise Reutlingen, Tübingen sowie den Zollernalbkreis. Besonders berücksichtigt werden Unternehmen, deren Inhaberinnen und Inhaber, Geschäftsführende oder Kommanditistinnen und Kommanditisten im Jahr 2025 das 60. Lebensjahr vollenden oder bereits überschritten haben.
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