IHK-Gründungsspiegel
Foto: kantver - Fotolia.comDie Zahl der neu gegründeten Unternehmen ist 2024 mit einem Minus von 0,6 Prozent nahezu konstant geblieben. Das zeigt der Gründungsspiegel 2025 der IHK Reutlingen.
3.786 Gewerbeanmeldungen verzeichnete die IHK Reutlingen für die gesamte Region Neckar-Alb und damit ein leichtes Minus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (3.808). Im Landkreis Reutlingen sind die Gewerbeanmeldungen mit 1.646 konstant geblieben, im Landkreis Tübingen mit 1.099 (Vorjahr: 1.103) und im Zollernalbkreis mit 1.052 (Vorjahr: 1.059) geringfügig gefallen.
„Die Zahlen schwanken auf diesem Niveau seit Jahren immer wieder leicht“, berichtet Jeannette Klein, Leiterin Gründung und Start-ups bei der IHK Reutlingen. Das soll sich in Zukunft ändern: „Wir wollen noch mehr Menschen dazu ermutigen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, und bauen unsere Aktivitäten deshalb weiter aus.“ Mit verschiedenen Kampagnen zeigt die IHK: Sie begleitet den Gründungsprozess ab dem ersten Schritt. Außerdem helfen die Maßnahmen des Landes Baden-Württemberg. Regelmäßige Aktionen und Fördergelder machen das Konzept Gründung interessant.
Branchenverteilung stabil
Die beliebteste Branche bei Gründerinnen und Gründern bleibt mit 41 Prozent, wie auch schon in den Jahren zuvor, die Dienstleistungen. Danach folgt mit 27 Prozent der Handel. Beide liegen nach wie vor deutlich vor dem Produzierenden Gewerbe, Gastgewerbe, Information und Kommunikation sowie Finanzwirtschaft. Das hat Gründe: „In beiden Branchen lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand und ohne hohe Marktzutrittsbarrieren gründen.“
Es geht klein los
82 Prozent aller Gewerbeanmeldungen erfolgen in Form eines Kleingewerbes. Dazu gehören das Einzelgewerbe (75 Prozent) sowie die Gesellschaften bürgerlichen Rechts (7 Prozent). Im Bereich der Handelsregisterfirmen ist die GmbH (12 Prozent) die beliebteste Unternehmensform.
Meistens im Nebenerwerb
Mehr als jede zweite Gewerbeanmeldung erfolgt im Nebenerwerb (59 Prozent). Der Landkreis Reutlingen weist hierbei nahezu die gleiche Anzahl an Nebenerwerbsgründungen (931) auf wie die Landkreise Tübingen (435) und Zollernalb (421) zusammen.
Frauen und Männer
Die Gründungstätigkeit von Männern (67 Prozent) ist zwar nach wie vor stärker ausgeprägt als bei Frauen (33 Prozent). Bei den Gründungen im Nebenerwerb liegt der Anteil der Frauen in 2024 bei 40 Prozent, das sind 4 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr.
Jüngere gründen mehr
Insgesamt bleiben die jüngeren Zielgruppen (18- bis 44-Jährigen) am stärksten vertreten mit einem Anteil von 66,6 Prozent. Leicht zugelegt hat der Anteil der über 45-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozentpunkte auf 33,2 Prozent.
Verschiedene Nationalitäten
85 Prozent aller Gründerinnen und Gründer besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft. Auf Platz eins der weiteren Nationalitäten liegen Gründerinnen und Gründer mit einer türkischen Staatsbürgerschaft (absolut: 100), gefolgt von Italien (absolut: 73) und Griechenland (absolut: 55).
Hintergrund
Der Gründungsspiegel der Industrie- und Handelskammer Reutlingen berichtet über das Gründungsgeschehen in der Region Neckar-Alb. Im Fokus stehen die Gewerbeanmeldungen in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen sowie dem Zollernalbkreis. Die Gewerbeanmeldungen umfassen dabei die Neuerrichtung eines Betriebes (durch Neugründung oder Umwandlung, etwa durch Aufspaltung eines Unternehmens), den Zuzug eines bereits bestehenden Betriebes aus dem Bereich einer anderen Gewerbemeldebehörde und die Übernahme eines bestehenden Betriebes wegen Rechtsformwechsel, Gesellschaftereintritt, Erbfolge, Kauf oder Pacht.
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Gründungsspiegel 2025 (PDF | 681 KB)
