Bildungsreport 2019: Berufliche Ausbildung - Praxis und Theorie vereint

Bildung ist einer der wichtigsten Rohstoffe Deutschlands - darin sind sich Gesellschaft und Politik einig. In unserer Wissensgesellschaft übernehmen die Betriebe Verantwortung und investieren jedes Jahr rund 23 Milliarden Euro in die duale Berufsausbildung.

So sorgen die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region Neckar-Alb für die Fachkräfte, die sie später selbst benötigen. Jedes Jahr beginnen in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen sowie im Zollernalbkreis über 2.500 junge Menschen mit einer betrieblichen Ausbildung.

Die Organisation, Betreuung und Qualitätssicherung in der betrieblichen Ausbildung ist eine der wichtigsten Aufgaben einer Industrie- und Handelskammer: Sie registriert Ausbildungsverträge und ist für die Organisation und Durchführung von Abschluss- und Zwischenprüfungen in IHK-Berufen verantwortlich. Neben den Ausbildungsstätten prüfen die Kammern auch die Eignung der Ausbilderinnen und Ausbilder und stehen sowohl Ausbildungsbetrieben als auch Auszubildenden beratend, betreuend und schlichtend zur Seite.

Zum 31. Dezember 2019 wurden 6.586 Ausbildungsverträge von der Industrie- und Handelskammer Reutlingen betreut. Tausende angehende Fachkräfte, die mit ihrer Entscheidung beste Zukunftsaussichten genießen.

Von Ammerbuch bis Zwiefalten: Gesamtzahl der Auszubildenden in der Region Neckar-Alb

3044.0

Landkreis Reutlingen

1501.0

Landkreis Tübingen

2016.0

Zollern-Alb-Kreis

Insgesamt 2.552 Ausbildungsverhältnisse hat die IHK Reutlingen zum Stichtag 31. Dezember 2019 neu eingetragen. Im Schnitt bleiben rund 70 Prozent aller Auszubildenden nach ihrem Abschluss im Unternehmen. Die übrigen 30 Prozent sind gefragte Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt.

Der IHK-Fachkräftemonitor prognostiziert allein für das Jahr 2030 in der Region Neckar-Alb einen Bedarf von 21.000 Fachkräften, also Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Bildung. Neben der qualitativ hochwertigen Ausbildung, sind künftige Fachkräfte gesucht und haben beste Zukunftsaussichten. Trotzdem ist die Anzahl derer, die sich für eine betriebliche Ausbildung in einem IHK-Beruf entschieden haben, in den letzten Jahren relativ konstant geblieben.

  1. 2019
  2. 2018
  3. 2017
  4. 2016
  5. 2015
  6. 2014
  7. 2013
  8. 2012
  9. 2011
  10. 2010
  11. 2009

Ein Blick auf die Neueintragungen in den drei Landkreisen zeigt unterschiedliche Entwicklungen auf: Während im Zollernalbkreis in 2019 elf Ausbildungsverhältnisse weniger eingetragen wurden, waren es im Landkreis Tübingen 40 weniger als im Vorjahr.

Kaufmännische oder doch technisch-gewerbliche Berufe?

Technisch-gewerbliche Ausbildungsberufe, wie Industriemechaniker/in oder Fachinformatiker/in, sind beliebter geworden: Seit 2009 hat sich ihr Anteil an Neueintragungen um etwa 3 Prozent gesteigert. Insgesamt erfreuen sich nach wie vor kaufmännische Ausbildungsberufe bei der Mehrheit der Auszubildenden größter Beliebtheit.

  1. 2009
  2. 2014
  3. 2019
  1. 2009
  2. 2014
  3. 2019
  1. 2009
  2. 2014
  3. 2019

Anteil der technisch-gewerblichen Neueintragungen an der Gesamtzahl aller neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse

39.2%

Landkreis Reutlingen: 2009

39.7%

Landkreis Tübingen: 2009

30.4%

Zollern-Alb-Kreis: 2009

40.5%

Landkreis Reutlingen: 2019

34.1%

Landkreis Tübingen 2019

44.6%

Zollern-Alb-Kreis: 2019

Von der Industriemechanikerin bis zum Lagerlogistiker: Die Top 10 Ausbildungsberufe in Neckar-Alb

801 junge Menschen befanden sich zum 31. Dezember 2019 in der Lehre zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker, und haben damit die beliebteste Ausbildung in der Region gewählt, gefolgt von den Ausbildungsberufen Industriekaufmann/-frau (599) und Kaufmann/-frau im Einzelhandel (472).

Ein Blick auf die Landkreise offenbart auch hier Unterschiede.

Top 10 beliebteste Neueintragungen 2019

Landkreis Reutlingen

Landkreis Reutlingen

  1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 106
  2. Industriemechaniker/-in: 82
  3. Industriekaufmann/-frau: 73
  4. Kaufmann/-frau für Büromanagement: 67
  5. Kaufmann/-frau Groß- und Einzelhandel: 67
  6. Verkäufer/-in: 62
  7. Fachinformatiker/-in Systemintegration: 57
  8. Mechatroniker/-in: 55
  9. Bankkaufmann/-frau: 64
  10. Fachkraft für Lagerlogistik

Landkreis Tübingen

Landkreis Tübingen

  1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 56
  2. Industriemechaniker/-in: 50
  3. Industriekaufmann/-frau: 43
  4. Verkäufer/-in: 41
  5. Kaufmann/-frau für Büromanagement: 33
  6. Kaufmann/-frau Groß- und Außenhandel: 30
  7. Bankkaufmann/-frau: 26
  8. Fachinformatiker/-in Systemintegration: 20
  9. Mechatroniker/-in: 16
  10. Fachlagerist/-in: 14

Zollernalbkreis

Zollernalbkreis

  1. Industriemechaniker/-in: 105
  2. Industriekaufmann/-frau: 86
  3. Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 67
  4. Verkäufer/-in: 54
  5. Bankkaufmann/-frau: 39
  6. Kaufmann/-frau Groß- und Einzelhandel: 28
  7. Mechatroniker/-in: 28
  8. Fachinformatiker/-in Systemintegration: 23
  9. Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung: 18
  10. Fachlagerist/-in & Fachkraft für Lagerlogistik (jeweils): 16

Bestens ausgebildet und heiß begehrt: Perspektiven angehender Facharbeiter/-innen

Gerade wegen der qualitativ hochwertigen Ausbildung sind künftige Fachkräfte gesucht und haben beste Zukunftsaussichten. Diese Voraussetzungen machen die betriebliche Ausbildung auch für junge Menschen aus EU-Nachbarländern attraktiv.

In 2019 haben sich 99 junge Menschen aus anderen EU-Ländern und 205 Menschen dem EU-Ausland für eine Ausbildung in der Region Neckar-Alb entschieden. Zum 1. Januar 2020 befanden sich insgesamt 741 Menschen ohne deutschen Pass in einer Ausbildung.

Herkunft der Auszubildenden in der Region Neckar-Alb

Höhere Berufsbildung – die Praxis bringt den Erfolg

Nach der Ausbildung muss noch lange nicht Schluss sein. Die Höhere Berufsbildung bietet beste Chancen für die weitere berufliche Karriere - ohne dafür studieren zu müssen.

Die Weiterbildung zum Fachwirt oder Meister (beispielsweise Wirtschaftsfachwirt/-in, Bilanzbuchhalter/-in oder Industriemeister/-in) ist dem Bachelorabschluss einer Universität gleichgestellt. Weiterbildungen zu Abschlüssen, wie "Geprüfte/r Betriebswirt/-in" oder "Geprüfte/r Technische/n Betriebswirt/-in", entsprechen Masterabschlüssen. Seit 2019 wird der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung durch die Einführung der Bezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ Rechnung getragen. Festgelegt wird sie im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR).

Auch beim Gehalt macht sich die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung bemerkbar: Laut einer aktuellen BWIHK-Studie liegt der kommulierte Verdienst einer Person mit Ausbildung und anschließender Weiterbildung am Ende des Erwerbsleben bei etwa 1,4 Millionen Euro - und damit fast gleichauf mit Akademikern.

In 2018 haben die Industrie- und Handelskammern im gesamten Bundesgebiet über 132.400 Prüfungen der Höheren Berufsbildung nach dem Berufsbildungsgesetz abgenommen. Die IHK Reutlingen hat insgesamt 1.066 Prüfungen in der Region Neckar-Alb abgenommen.

470 Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Weiterbildung auf DQR 6 und 7 durfte die IHK Reutlingen in 2018 zum bestandenen Abschluss gratulieren.

  1. Wirtschaftsfachwirt/in (Gepr.)
  2. Industriemeister/in Metall (Gepr.)
  3. Industriemeister/in Netz (Gepr.)
  4. Betriebswirt/in (Gepr.)
  5. Technische(r) Betriebswirt/in (Gepr.)
Joanna Klein

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