Zwischenbilanz aus Mandalay

„Wir helfen ganz praktisch“

Seit knapp vier Jahren ist die IHK mit einem eigenen Mitarbeiter in der myanmarischen Wirtschaftsmetropole Mandalay präsent. Seine Zwischenbilanz fällt positiv aus: „Die Veränderung von City und Region lässt sich jeden Tag mit Händen greifen“, sagt Langzeitexperte Patrick Jung.

„Wir helfen ganz praktisch“

Seit 2015 verbindet die IHK Reutlingen eine enge Partnerschaft mit der Chamber of Commerce in Mandalay (MRCCI). In diesem Zuge wurde 2016 ein durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) finanziertes Projekt gestartet: Die IHK Reutlingen unterstützt die Partnerkammer beim Aufbau von Dienstleistungen und der organisatorischen Entwicklung. Patrick Jung ist als deutscher Langzeitexperte vor Ort und unmittelbar in die Tagesarbeit der Chamber eingebunden. Dazu kamen seither 15 Experten aus der IHK Reutlingen, die in mehrwöchigen Einsätzen ihr Know-how mit eingebracht haben. „Wir helfen ganz praktisch dabei, Abläufe zu digitalisieren, zusätzliche Dienstleistungen anzubieten und neue Mitglieder zu gewinnen“, berichtet der 44-Jährige. Seit Start des Projekts konnte die Kammer in Mandalay ihre Mitgliederzahl von 2.500 auf 3.400 und damit um 36 Prozent steigern. „Die Kolleginnen und Kollegen sind sehr stolz, dass sie heute im nationalen Vergleich von Myanmar an der Spitze stehen, wenn es darum geht, Services für ihre Mitgliedsunternehmen anzubieten“, berichtet Jung. „Und wir konnten dazu beitragen.“

Deutscher Ansprechpartner
Heimische Unternehmen profitieren ebenfalls vom Einsatz in Myanmar. War das Land zu Beginn des Projekts für viele deutsche Betriebe noch ein „weitgehend unbeschriebenes Blatt“, so Jung, hat das Interesse zugenommen. Die Region rund um Mandalay hat Kompetenzen als Produktionsstandort, vor allem im Bereich Textil und Metall. „Es gibt regelmäßig Anfragen, die oft bei der Chamber landen, weil bekannt ist, dass es hier einen deutschen Ansprechpartner gibt“, sagt der Langzeitexperte. Patrick Jung kann die Firmen unterstützen, Kontakte in örtliche Firmen und in Politik und Verwaltung herstellen. Auch umgekehrt profitieren myanmarischen Unternehmen, weil sie über den „Senior Expert Service“ (SES) Experten aus Deutschland in ihre Betriebe holen können. „So profitieren beide Seiten“, so Jung.

Ausblick
Myanmar bleibt gleichwohl ein Markt, in dem es an Herausforderungen nicht mangelt. Das vom Bundesministerium geförderte Projekt läuft noch bis Ende 2021. Bis dahin will Jung mit der Mandalay-Chamber eine Online-Job-Vermittlungsplattform aufgebaut haben, über die regionale und ausländische Unternehmen Personal gewinnen können. Die Kammermitarbeiter sollen zudem zu Fragen der Außenhandelsberatung geschult werden. „Die Firmen in der Region Mandalay haben die große Chance, sich auf Themen wie Nachhaltigkeit, Green Economy und Energieeffizienz einzustellen. Betriebe, die aus Deutschland oder Europa kommen, um in Myanmar Geschäft zu machen, werden künftig noch stärker darauf achten.“

Hintergrund
Bereits seit 2015 bestehen enge Beziehungen der IHK Reutlingen zur Mandalay Region Chamber of Commerce (MRCCI), der Handelskammer der myanmarischen Wirtschaftsmetropole Mandalay. 2016 wurde der erste Kooperationsvertrag unterzeichnet. Mandalay, am Irrawadi River gelegen und ursprünglich alte Königsstadt, ist mit über zwei Millionen und weiteren 4,5 Millionen Einwohnern in ihrer Metropolregion das gesellschaftliche und kulturelle Zentrum Myanmars.

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Martin Fahling

Martin Fahling

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