Aufstiegslehrgang Wirtschaftsfachwirt

Sprungbrett in allen Branchen

Seit seinem Debüt im September 2002 zählt der Wirtschaftsfachwirt zu den beliebtesten Weiterbildungsangeboten im Programm der IHK Reutlingen. Der 50. Abendkurs startet derzeit. Die beiden Dozenten Andreas Lohf und Wolfgang Fink waren von Anfang an dabei.

Sprungbrett in allen BranchenFoto: vpanteon - stock.adobe.com

„Aufstiegslehrgänge für Fachwirte gab es bei der IHK Reutlingen schon vorher – aber eben nur die spezialisierten, bei denen sich die Teilnehmer auf bestimmte Branchen wie Handel, Industrie oder Technik festlegen mussten“, erinnert sich Andreas Lohf. Als er 2002 den ersten Abendkurs für Wirtschaftsfachwirte eröffnete, überraschte den Dozenten vor allem die Vielfalt der vertretenen Berufswege: „Die Gruppen sind seit jeher deutlich bunter gemischt als bei den spezialisierten Fachwirten. Da ist der erste gelernter Buchhändler, die zweite hat BWL studiert und der dritte bringt zwar keine abgeschlossene Ausbildung, dafür aber viel Berufserfahrung mit.“

Wer den Aufstiegslehrgang erfolgreich absolviert, erwirbt eine Qualifikation auf Bachelor-Niveau. Im Gegensatz zu anderen Fachwirt-Lehrgängen vermittelt der Wirtschaftsfachwirt jedoch eine ganzheitliche, branchenübergreifende Perspektive auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge im Unternehmen. Dadurch gewinnen die Teilnehmer Einblicke in unterschiedliche Aufgabenbereiche – auch in solche, mit denen ihre eigene Berufspraxis bislang nichts zu tun hatte.

„Der Wirtschaftsfachwirt ermöglicht es gestandenen Bankern, sich mit den Abläufen in der Produktion vertraut zu machen, während Marketingprofis lernen, das betriebliche Rechnungswesen in die Hand zu nehmen“, erzählt Lohf. „Und genau dieser Generalismus macht den besonderen Reiz des Lehrgangs aus: Er eröffnet neue Karrierewege für alle, die sich nicht nur den Aufstieg im Unternehmen, sondern auch den Wechsel in eine andere Branche oder in die Selbstständigkeit vorstellen können.“

Aufstiegslehrgang mit Perspektive
Um in Forschung und Wirtschaft gleichermaßen Schritt zu halten, wurden die Textgrundlagen des Kurses seit 2002 mehrfach überarbeitet und auch die Gruppen in den Lehrgängen sind heute ein klein wenig größer als sie es zu Beginn waren. Abgesehen davon hat sich der Wirtschaftsfachwirt jedoch kaum verändert – und die konstant hohen Anmeldezahlen sprechen auch weiterhin für das Konzept. „Dass der Kurs heute noch so aktuell ist wie vor 19 Jahren, zeigt sich vor allem daran, dass ihn auch die jüngeren Zielgruppen immer mehr für sich entdecken“, beobachtet auch Wolfgang Fink. Während er 2002 im ersten Abendlehrgang vor allem Teilnehmer mit langjähriger Berufserfahrung begrüßen durfte, begegnet er heute immer mehr jungen Fachkräften, die schon kurz nach Abschluss ihrer Ausbildung mit der Fortbildung beginnen.

Den bislang größten Einschnitt in das eingespielte Kursgeschehen brachte das Frühjahr 2020 mit sich: Seit Beginn der Pandemie findet auch der Unterricht für die angehenden Wirtschaftsfachwirte überwiegend online statt. „Unser 50. Abendlehrgang konnte zwar mit einigen wenigen Präsenzsitzungen starten, doch inzwischen läuft wieder alles online. Gerade für Gruppen, die mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen starten, ist das natürlich eine besondere Herausforderung“, erzählt Fink. „In der Videokonferenz ist es schwieriger, zu sehen, wann jemand bei einer Aufgabe ein wenig Starthilfe gebrauchen könnte. Und für alle, die zuhause keinen ruhigen Raum zum Lernen haben, stellt der Seminarraum eine wichtige Lernumgebung dar.“

Dennoch sieht er den Online-Unterricht auch als Chance, die berufliche Fort- und Weiterbildung an eine sich wandelnde Arbeitswelt anzupassen: „Gerade Abendkurse stehen ja für Fortbildung, die auch in vollen Terminkalendern ihren Platz findet – und wer weiß: Vielleicht ist eine Mischung aus Online-und Präsenzphasen da einfach der nächste Schritt in der Entwicklung des Formats. Möglicherweise wird das die neue Normalität.“

Marcus Schairer

Marcus Schairer

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