Technologietransferpreis der IHK Reutlingen

Sicher und nachhaltig

Das Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer der IHK Reutlingen zeichnet vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschulen Albstadt-Sigmaringen, Reutlingen, Rottenburg und der Universität Tübingen mit dem Preis „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb“ aus. Es würdigt damit deren praxisnahe Forschung und ihre Zusammenarbeit mit Unternehmen.

Sicher und nachhaltig

Ergebnisse der Wissenschaft zur wirtschaftlichen Umsetzung zu bringen, ist meist mit großen Hürden verbunden. Vier Forscherinnen und Forscher der Universität Tübingen und der regionalen Hochschulen Albstadt-Sigmaringen, Reutlingen und Rottenburg haben gezeigt, wie es geht. Das Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer der IHK Reutlingen prämiert sie deshalb für „exzellenten Technologietransfer Neckar-Alb“. In ihren Projekten geht es um Gesundheits- und Sicherheitsrisiken sowie nachhaltiges Kühlen und Bauen. „Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben wichtige Beiträge geliefert, die Unternehmen umgesetzt und damit wirtschaftlichen Erfolg erzielt haben“, sagte Christian O. Erbe, Präsident der IHK Reutlingen, bei der Preisübergabe.

Risiken für die Gesundheit minimiert
Über 150 Jahre lang war Formaldehyd im Einsatz, um anatomische und biologische Präparate haltbar zu machen. 2015 wurde es als „wahrscheinlich karzinogen beim Menschen“ und damit zum Gesundheitsrisiko für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pathologie und im Bestattungswesen eingestuft. Professor Dr. Bernhard Hirt von der Universität Tübingen entwickelte mit seinem Startup-Unternehmen Licit Solutions GmbH die Alternative Aminolipin. Für die Nutzerinnen und Nutzer besteht damit kein gesundheitliches Risiko mehr. „Damit hat die Licit Solutions GmbH einen Siegeszug in der Pathologie und bei Bestattern angetreten“, sagte Christian O. Erbe in seiner Laudatio.

Sichere Software entwickeln
Cyber-Angriffe auf Rechner und Daten gehören mittlerweile zum Alltag. Vor allem bei neuen Software-Lösungen müssen Entwickler darauf achten, dass es zu keinen Sicherheitslücken kommt. Ein Werkzeug dafür entwickelte Professor Dr. Anja Braun von der Hochschule Reutlingen gemeinsam mit der Reutlinger bbg Bitbase Group GmbH. Ihr „Tool“ Fidest unterstützt Anwendungsentwickler in allen IT-Sicherheitsfragen. Frank Ganssloser, Geschäftsführer der AVAT Automation GmbH, ehrte Braun für diese Entwicklung und nahm sie in die Riege der Preisträger auf.

Kühlschrank ist nicht gleich Kühlschrank
Wie frisch bleibt Gemüse im Kühlschrank? Laudator Dr. Steffen Hüttner, Vorstand der HB Technologies AG, hob die praktischen Seiten der Entwicklung von Professor Dr. Astrid Christina Klingshirn hervor. Die Professorin von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen entwickelte ein mit Wasser gefülltes Gefäß, das den „Frischeverlust“ von Gemüse im Kühlschrank simuliert und ihn messbar macht. Das Verfahren findet inzwischen weltweit Anklang und soll als internationaler Standard von der International Electrotechnical Commission (IEC) eingeführt werden. So werden in Zukunft vermehrt Lebensmittel schonende Kühlschränke produziert und die Eigenschaft „Cool Fresh“ kann durch die nachprüfbaren Messwerte besser an den Kühlschrankkäufer kommuniziert werden.

Analysen neu aufgelegt
Bereits 2015 gab es eine Novellierung der Landesbauordnung Baden-Württemberg, die Bauvorhaben in Holzbauweise bis zur Hochhausgrenze möglich machte. Eine Überprüfung der Holzbauteile ergab, dass sie bezüglich der Rauchdichtheit die Vorgaben nicht erfüllten. Professor Ludger Dederich von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg überprüfte die Testverfahren und nahm Kontakt mit Holzbauunternehmen und der Obersten Bauaufsicht Baden-Württembergs auf. Seine Analysen belegten, dass die Holzbauteile mit den herkömmlichen Bauteilen auch beim Punkt Rauchdichtheit gleichgestellt werden können. Die Landesbauordnung wurde daraufhin erneut novelliert. Bauvorhaben in Holzbauweise werden nun bis zur Hochhausgrenze zugelassen. Baden-Württemberg hat damit eine Vorreiterrolle inne. „Ohne Ihren Einsatz wäre es nie so weit gekommen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp in seiner Laudatio.

Hintergrund
Das Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer (IWW) der IHK Reutlingen würdigt mit dem Preis „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb“ seit 2014 Forscher der vier Hochschulen der Region Neckar-Alb für ihren konkreten Einsatz beim Technologietransfer. Die Preisträger werden von einer Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft ermittelt. Die Preisübergabe fand im Rahmen der Tübinger Innovationstage statt. „Mit seinen Beratungen und Kontakten sorgt das Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer zudem das ganze Jahr über für den konkreten, praktischen Austausch zwischen Wissenschaft und Anwendung“, sagt Dr. Stefan Engelhard, Leiter des IWW.

Eine Übersicht der Preisträger aus den vergangenen Jahren gibt es in der Hall of Fame: https://www.innovationstage.de/de/hall-of-fame-832

IHK-Service

Fotos der Preisträger stehen auf www.ihkrt.de/pressebilder zum Download zur Verfügung.
Hier geht es zur Bildergalerie mit allen Preisträgern.

Dr. Stefan Engelhard

Dr. Stefan Engelhard

Innovation und Umwelt
IHK-Zentrale
Position: Leiter Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer (IHK-IWW) / Bereichsleiter Innovation und Umwelt
Schwerpunkte: Innovationsberatung, Beratung zu FuE-Förderprogrammen, gewerbliche Schutzrechte, Cluster Technische Textilien Neckar-Alb, Enterprise Europe Network
Telefon: 07121 201-158
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