2021: IHK erwartet weiteren Digitalisierungsschub

„Ich bin grundsätzlich Optimist“

„Die Wirtschaft muss 2021 in vielen Bereichen einen Neustart wagen“, sagt IHK-Präsident Christian O. Erbe mit Blick auf die Herausforderungen des neuen Jahres.

„Ich bin grundsätzlich Optimist“

Die Corona-Pandemie hat die Unternehmen der Region in vielen Branchen stark getroffen. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm, zugleich ist für Erbe schon jetzt absehbar, dass sich die Wirtschaft in der Zeit danach tiefgreifend ändern wird. „Wir werden keine Fortsetzung des Vorherigen erleben. Wir stehen am Beginn eines tiefgreifenden Strukturwandels, der uns sicher zehn bis 15 Jahre beschäftigen wird.“ Der IHK-Präsident erwartet, dass sich der von Corona angetriebene Digitalisierungsschub fortsetzen wird. „Ich bin grundsätzlich Optimist. Wir werden neue Geschäftsmodelle sehen und Innovationen erleben, mit denen Unternehmen von hier erneut in der Welt ganz vorne mitspielen werden.“

Krise führt zu Innovationen
Zu den aussichtsreichsten Feldern gehören nach jüngster IHK-Cluster-Analyse Künstliche Intelligenz, Informationstechnologie sowie Biotechnologie und Medizintechnik. „Sie sind extrem schnell sehr stark gewachsen. Gerade der Bereich Künstliche Intelligenz hat sich in kurzer Zeit zu einem Top-Cluster mit internationaler Ausstrahlung entwickelt“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Aus seiner Sicht wird die Bedeutung von Gründungen aus dem Hochschulumfeld noch einmal zunehmen. „Es sind oft die kleinen, schnellen Einheiten, die in der Pandemie für den Fortschritt gesorgt haben.“ Der Hauptgeschäftsführer sieht die Region insgesamt technologisch ordentlich aufgestellt. Es gibt viele exzellente Forschungseinrichtungen und einen gut organisierten Innovationstransfer. „Krisenbewältigung führt immer wieder zu Innovationsschüben.“ Vor allem bei maschinellem Lernen, individualisierter Medizin, neuen Antrieben und technischen Textilien erwartet Epp in den kommenden Jahren weitere Innovationssprünge.

Mehr Welthandel nach Corona
Die regionale Wirtschaft wird auch diese Krise bewältigen, sind sich Erbe und Epp sicher. „Allein in diesem Jahrhundert haben wir mit der Dotcom-Krise, der Weltfinanzkrise und der Eurokrise mehrfach starke Verwerfungen erlebt und überwunden“, so Wolfgang Epp. Zuletzt hat sich erneut gezeigt, dass die Region im globalen Wettbewerb gut dasteht. Das anziehende Export-Geschäft hat zuletzt den Aufschwung befördert. „Nach Corona wird es keineswegs weniger Welthandel geben. Die Arbeitsteilung wird noch stärker werden“, ist sich Christian O. Erbe sicher.

In der aktuellen Lage rät der IHK-Präsident den Unternehmerinnen und Unternehmern zu Mut und Zuversicht. „Ich weiß, dass sich viele Betriebe in kritischer Lage befinden. Trotzdem müssen wir jetzt durchhalten.“ Gerade jetzt macht es sich aus Sicht der IHK bezahlt, dass es in der Region Neckar-Alb noch so viele Familienunternehmen gibt. „Sie sind krisenerprobt, sehen die Chancen im Umbruch und stehen treu zu ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“


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