Auf 200 Bürger kommt ein Arzt

Gesundheitswirtschaft boomt

40.000 Menschen arbeiten in der Region mittlerweile in der Gesundheitswirtschaft. Das sind 15 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den drei Landkreisen von Neckar-Alb. Damit liegt die Branche in Sachen Beschäftigung auf Rang zwei – hinter dem verarbeitenden Gewerbe.

Gesundheitswirtschaft boomtbahrialtay - Fotolia.com

Zur Gesundheitswirtschaft gehören unter anderem Krankenhäuser, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen, Arztpraxen und Pflegeheime, Apotheken, Hersteller und Händler medizinischer Produkte und Geräte sowie freiberufliche Tätigkeiten wie Gesundheitsberatung oder Physiotherapie. Als Branche steht sie aktuell für elf Prozent der heimischen Unternehmen. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung hat zwischen 2014 und 2018 um 15 Prozent zugenommen. Alle Branchen zusammen konnten im gleichen Zeitraum nur um zehn Prozent zulegen. „Die Gesundheitswirtschaft boomt“, sagt IHK-Branchenexpertin Antonia Hettinger. „Die Nachfrage steigt und das liegt am demografischen Wandel und der älter werdenden Bevölkerung sowie einem steigenden Gesundheitsbewusstsein vieler Bürgerinnen und Bürger, die Gesundheitsleistungen entsprechend stärker nachfragen.“

Innerhalb der Branche sind mit fast 17.000 Personen (43 Prozent) die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen beschäftigt. Es folgen mit jeweils deutlich über 5.000 Beschäftigten medizinische Produkte, Geräte und Pharma, Pflegeheime sowie Arztpraxen.

Standortfaktor medizinische Versorgung
Die Unternehmen der Region Neckar-Alb sind insgesamt zufrieden mit der medizinischen Versorgung. Das zeigt die IHK-Standortzufriedenheitsumfrage aus dem Jahr 2017. Dabei gab es durchaus regionale Unterschiede: Besser bewerteten die Firmen aus dem Landkreis Tübingen, es folgte der Landkreis Reutlingen, etwas weniger zufrieden zeigten sich Unternehmen aus dem Zollernalbkreis.

Ärzte und Apotheken
Mit Blick auf die Ärzteversorgung schneidet die Region besser ab als der Landesdurchschnitt: Auf 204 Einwohner kommt eine Ärztin oder ein Arzt (Landesschnitt: 230 Einwohner/Arzt). Hier fällt die zahlenmäßig gute Versorgung im Landkreis Tübingen auf. Dort kommt auf 113 Einwohner eine Ärztin oder ein Arzt. Bei den Apotheken versorgt eine 4.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Im Jahr 2000 kamen auf eine Apotheke noch knapp 4.000 Einwohner. Für diese Entwicklung sieht die Expertin zwei Gründe: „Einerseits gibt es einen Bevölkerungsanstieg, andererseits ist die Zahl der Apotheken in der Region zurückgegangen“, so Hettinger.

Zur IHK-Studie "Gesundheitswirtschaft Region Neckar-Alb":

Antonia Hettinger

Antonia Hettinger

Standortpolitik
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Position: Projektmanagerin Volkswirtschaft und regionale Wirtschaftspolitik
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