Künstliche Intelligenz in die Berufliche Bildung bringen

„Die KI-Fachkräfte von morgen“

Die IHKs Reutlingen, Karlsruhe und Region Stuttgart sowie die Universitäten Stuttgart und München haben gemeinsam das Projekt „Künstliche Intelligenz in die Berufliche Bildung bringen“ gestartet.

„Die KI-Fachkräfte von morgen“

In den kommenden vier Jahren wird es darum gehen, eine branchenübergreifende Zusatzqualifikation für Auszubildende und zwei vollkommen neue Fortbildungsabschlüsse mit KI-Bezug zu entwickeln. „Künstliche Intelligenz wird die Produkte und innerbetrieblichen Prozesse der heimischen Unternehmen stark verändern. Dafür werden Fach- und Führungskräfte benötigt, die diese Anforderungen bewältigen können. Unser gemeinsames Projekt wird die Grundlagen schaffen“, sagt Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen, die die Projektpartner koordiniert.

Die Zusatzqualifikation für Auszubildende und die beiden Fortbildungsabschlüsse werden während der vierjährigen Projektphase landesweit und anschließend bundesweit ausgerollt. Mit diesen Angeboten erhalten Unternehmen innovative Qualifizierungsmöglichkeiten an die Hand. „Es geht um nichts weniger als die KI-Fachkräfte von morgen und die nötige mittel- und langfristige Personalentwicklung“, so Epp. Bedarf ergibt sich faktisch in allen Branchen. So kann KI beispielweise im Einzelhandel von der Tourenplanung über das personalisierte Marketing hin zum Self-Checkout an der Kasse genutzt werden. Studien des Vereins Deutscher Ingenieure sowie des Bundeswirtschaftsministeriums zeigen jedoch, dass zwei von drei Unternehmen eigene Kompetenzen zu KI-Technologien und deren Anwendungen fehlen. Jedes dritte große Unternehmen und fast die Hälfte der kleinen und mittleren Betriebe befürchteten, mangels Angebot keine entsprechenden KI-Fachkräfte einstellen zu können.

Was Unternehmen erwarten
Die Projektpartner setzen bei der Neuentwicklung bewusst auf die Abschlüsse „Spezialist“ und „Meister“. Beide Titel sind bekannte und qualitätsgesicherte Abschlüsse der Höheren Berufsbildung. „Wir entwickeln sie innovativ weiter. Wir planen Module, die aufeinander aufbauen und praktische Anforderungen und Forschungsergebnisse der Hochschulen abbilden, und setzen konsequent auf digitale Lehrformate“, sagt Dr. Michael Vössing, Projektleiter bei der IHK Reutlingen und Verbundkoordinator.

In den kommenden vier Jahren werden die Verbundpartner über Interviews und Workshops erfassen, was Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen von KI-Fachkräften erwarten, welche Aufgaben diese übernehmen sollen und welche Kompetenzen sie dafür erwerben müssen. Diese Informationen fließen in die Prüfungsinhalte ein. Für die Lehrgänge zu den neuen Abschlüssen werden eigene digitale Lehr- und Lernformate an der Universität entwickelt und den Bildungsanbietern zur Verfügung gestellt. Das ganze Vorhaben wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Hintergrund
Das Verbundvorhaben „KI B³ – Künstliche Intelligenz in die Berufliche Bildung bringen“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Verbundpartner sind die IHKs Reutlingen, Karlsruhe und Region Stuttgart sowie die Universität Stuttgart und die Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie werden von einem breiten Netzwerk aus Wissenschaft, Berufsbildung, Ministerien und Unternehmen sowie von allen baden-württembergischen IHKs unterstützt. Das Projekt läuft von Dezember 2020 bis November 2024.

Die Projektpartner setzten sich unter Federführung der IHK Reutlingen in einem bundesweiten Wettbewerb durch, an dem sich ursprünglich mehr als 170 Projekte beteiligten. Am Ende wurden 17 Projekte in die Förderung aufgenommen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit dem Programm „Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung (InnoVET)“ bundesweit Projekte mit dem Ziel, die Attraktivität, Qualität und Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung zu steigern. Durchgeführt wird das Programm vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Dr. Michael Vössing

Dr. Michael Vössing

Hauptgeschäftsführung
IHK-Zentrale
Position: Hochschulpolitik und berufliche Bildung
Schwerpunkte: BWIHK Federführung Hochschulpolitik, Ansprechpartner für die regionalen Hochschulen, Ausbau der Weiterbildungsangebote mit den regionalen Hochschulen
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