Wie zufrieden ist der ZAK?

Breitband bleibt das Problem

Unternehmen im Zollernalbkreis sind mit ihrem Standort weitestgehend zufrieden. Das zeigt die Städteauswertung der neuesten IHK-Standortumfrage. Hausaufgaben gibt es vor allem bei Breitband und der Erreichbarkeit über die Straße.

Breitband bleibt das ProblemFoto: alphaspirit - Fotolia.com

Insgesamt punktet der Zollernalbkreis bei den Unternehmern vor allem mit der Versorgungssicherheit mit Strom, dicht gefolgt von der allgemeinen Sicherheit. Zudem loben die Geschäftsleute das Parken in den Städten, die Einkaufsmöglichkeiten sowie das Image der Region. Das größte Defizit sehen die Unternehmer bei der Breitbandversorgung. Auf Platz zwei der Mängelliste liegt das Fehlen beruflich qualifizierter Fachkräfte, dahinter kommt die Erreichbarkeit über die Straße. Ebenfalls kritisch beäugen die Unternehmer die medizinische Versorgung und die Strompreise. „Die Umfrageergebnisse legen einmal mehr den Finger in die Wunde: Breitband, Straßenanbindung und Fachkräfteversorgung bleiben die größten Probleme im Kreis. Das sind die akuten Handlungsfelder für Politik und Verwaltung“, sagt Dr. Thomas Lindner, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums für den Zollernalbkreis.

Dabei setzen die befragten Unternehmerinnen und Unternehmer in den Mittelzentren Albstadt, Balingen und Hechingen durchaus etwas unterschiedliche Akzente in der Bewertung. Lediglich die Versorgungssicherheit mit Strom liegt bei den Stärken in allen drei Städten auf Rang eins.

Albstadt: Rote Laterne bei der Straße

In Albstadt zählen zu den Stärken die Allgemeine Sicherheit, gefolgt von den Einkaufsmöglichkeiten, den Sport- und Freizeitmöglichkeiten sowie das Parken. Auf Platz eins der Handlungsfelder landet die Erreichbarkeit über die Straße. Hier bekommt die Stadt im Vergleich mit allen anderen Städten im gesamten Regierungsbezirk Tübingen sogar die rote Laterne. Das bedeutet: Die befragten Unternehmer haben in diesem Punkt die höchste Unzufriedenheit. Auf Platz zwei der Handlungsfelder liegt in Albstadt die Breitbandversorgung. Ebenso bemängeln die Unternehmer in Albstadt die medizinische Versorgung, das Fehlen beruflich qualifizierter Fachkräfte und die Strompreise. Bei der Verfügbarkeit von Gewerbeflächen und Fachkräften liegt Albstadt jeweils knapp über dem Gesamtdurchschnitt aller Städte im Regierungsbezirk Tübingen.

Balingen: Wo sind die Fachkräfte?

In Balingen zeigen sich die Unternehmer nach der Versorgungssicherheit Strom besonders mit der Parksituation zufrieden. Außerdem loben sie die allgemeine Sicherheit, das Image der Region sowie die Einkaufsmöglichkeiten. Auf der Mängelliste liegt in Balingen die Verfügbarkeit beruflich qualifizierter Fachkräfte vorne (anders als in Albstadt und Hechingen). Die Breitbandversorgung sowie die Erreichbarkeit über die Straße folgen auf zwei und drei, dahinter die Strompreise sowie die Kosten für Gewerbeimmobilien. Sowohl bei der Breitbandversorgung als auch bei der Verfügbarkeit beruflich qualifizierter Fachkräfte liegt Balingen im Trend. Bei diesen beiden Umfragekriterien liegt sie genau auf dem Gesamtdurchschnitt aller Städte im Regierungsbezirk Tübingen. Bei der Erreichbarkeit überregional über die Straße sind die Unternehmer hingegen weniger zufrieden.

Hechingen: Wo bleibt das Breitband?

Die Unternehmer in Hechingen freuen sich nach der Versorgungssicherheit Strom vor allem über die allgemeine Sicherheit, die Unternehmensnetzwerke, die Einkaufsmöglichkeiten und das Image der Region. Zu wünschen übrig lassen für die Unternehmerinnen und Unternehmer an erster Stelle die Breitbandversorgung. Hier weicht die Stadt vom Kreisschnitt sowie von Albstadt und Balingen ab. Es folgen auf der Mängelliste die Verfügbarkeit beruflich qualifizierter Fachkräfte, die medizinische Versorgung, die Erreichbarkeit über die Straße sowie die Strompreise. Immerhin knapp über dem Gesamtdurchschnitt aller Städte im Regierungsbezirk Tübingen liegt Hechingen bei der Verfügbarkeit von Gewerbeflächen. Bei der Erreichbarkeit über die Straße teilt Hechingen das Balinger Schicksal: Die Unternehmer sind wenig zufrieden.

Die dringendsten Baustellen

Die Standortzufriedenheitsumfrage der IHK zeigt: Der Status quo ist auch im Zollernalbkreis in Ordnung, aber es gibt noch einiges zu tun. Die IHK Reutlingen fordert vor allem, die Breitbandversorgung schnell und flächendeckend auszubauen. Außerdem spricht sie sich für eine zügige Realisierung der wichtigsten Straßenprojekte wie die durchgehende vierspurige B27 oder die Ortsumfahrung von Lautlingen aus. Daneben bedarf es stärkerer Anstrengungen was die Verfügbarkeit von Fachkräften und die medizinische Versorgung betrifft. „Wenn die neue Bundesregierung im Amt ist, müssen wir in Berlin noch einmal dafür werben, dass man uns im ländlichen Raum nicht vergisst“, sagt Thomas Lindner. Der Zollernalbkreis ist insbesondere von mittelständischen und familiengeführten Unternehmen geprägt.

Die Methodik

Bei der Umfrage wurden 27 Kriterien aus den Themenfeldern Infrastruktur & Verkehr, Fachkräfte & Bildung, Standortattraktivität und Kosten abgefragt. Die Umfrage wurde im ersten Quartal 2017 mit Unterstützung des EWAS-Instituts aus Hannover durchgeführt. Gleichzeitig lief die Befragung auch in den IHK-Bezirken Bodensee-Oberschwaben und Ulm. Somit liegen Daten für den gesamten Regierungsbezirk Tübingen vor. In der Region Neckar-Alb wurden 12.472 Betriebe angeschrieben, davon haben 2.256 geantwortet. Die Rücklaufquote liegt demnach bei 18 Prozent. In Albstadt liegt die Quote bei 20,9 Prozent (823 Unternehmen wurden angeschrieben), in Balingen bei 19,7 Prozent (829 Unternehmen) und in Hechingen bei 17,7 Prozent (345 Unternehmen).

Dr. Markus Nawroth

Dr. Markus Nawroth

Standortpolitik
IHK-Zentrale
Position: Bereichsleiter
Schwerpunkte: Standortmarketing, Automobilwirtschaft, Netzwerk Senior Executives, Koordination Dienstleistungen
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