IHK-Netzwerk Automotive: Veranstaltungen 2010

Breiter aufstellen - diversifizieren!

Foto: IHK Reutlingen
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Zu Beginn konnte das IHK-Netzwerk Automotive Reutlingen ein Neumitglied begrüßen: Andreas Evertz, Vorsitzender des Vorstands der Walter AG, Tübingen.
Bei der Veranstaltung diskutierten das IHK-Netzwerk Automotive mit drei Fachleuten aus technologischen Zukunftsfeldern Impulse zum diversifizieren und regionalem kooperieren:

Franz Loogen, Geschäftsführer der Landesagentur Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie, e-mobil BW GmbH, zeigte anhand von Mobilitätslösungen der Zukunft neue Chancen für Unternehmen in Baden-Württemberg im weltweiten Absatzmarkt auf.

Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegio STERN Management GmbH, erklärte den Vorstoß der modernen Biotechnologie in technologiegetriebene Bereiche, die mit der klassischen Biotechnologie nichts mehr zu tun haben. Erfolgsbeispiele mit Branchenverknüpfungen in der Region Neckar-Alb zeigen neue Geschäftsfelder auf.

Über "TecNets zum Thema Effizienz-Technologien" referierte Dr. Bernhard Wiedemann, Leiter Innovationsmanagement, MBtech / automotive-bw. TecNets bilden eine Plattform für Arbeitsgemeinschaften zu den wichtigsten Zukunftsthemen für die Vermittlung von Technologiebedarf und Kompetenzen sowie für Kooperationsanbahnungen.

Arndt G. Kirchhoff beim Netzwerk Automotive: Stärker als zuvor

Foto: IHK Reutlingen

Wer wie der Geschäftsführende Gesellschafter der Kirchhoff-Gruppe in entscheidenden Präsidien, Ausschüssen und Verbänden der Autoindustrie wirkt, der weiß, was Sache ist: „Wir sind bald auf einem höherem Niveau, als vor der Krise“. Den Grund für seinen Optimismus sieht Arndt Günter Kirchhoff unter anderem in der weiterhin immensen Innovationskraft der Zulieferer. Auch im Krisenjahr wird die deutsche Innovationsfähigkeit nach wie vor stark von der Automobilbranche geprägt. In Zahlen ausgedrückt: Mit einem Anteil von rund 21 Milliarden Euro. Genau darin aber – das machte die Krise deutlich – liegt gleichzeitig auch die Zerbrechlichkeit des Wirtschaftsmotors im Südwesten: Einige Zulieferer könnten noch besser vernetzt sein, ihre Forschung und Entwicklung breiter anlegen – ohne dabei weniger hochwertig zu sein. Damit das Potenzial erhalten bleibt, so Kirchhoff, bedürfe es neuer Strukturen der Wertschöpfung außerhalb der OEMs. Die Ausgangslage dafür bilden auch Automobilcluster mit Hochschulkooperationen. „Irgendwann werden wir ganz andere Mobilitätsstrukturen haben“, glaubt Kirchhoff. „Aber diese Zukunftsvision lässt sich nur innerhalb eines Netzwerkes vor Ort bewältigen“.

Mittelklassewagen vor dem Aus?
Auf der anderen Seite ging der Blick ins Ferne: Deutschland dürfe als Exportriese keine Chancen verschlafen und sollte die sich wandelnden globalen Wachstumsräume genau beobachten. Schließlich sei der Absatzmarkt noch nicht wieder voll auf Kurs, so Kirchhoff.

Da die Polarisierung der Pkw-Märkte den Einkommensstrukturen folgt, rechnet die Branche mit einem weltweiten Rückgang des mittleren Segments, zugunsten des Premium- und Niedrigkosten-Segments. Stolperstein oder Zielvorgabe also? Darüber wurde jedenfalls eifrig diskutiert. Schließlich stand mit Kirchhoff ein Experte in dieser Frage am Pult: Die Kirchhoff Gruppe macht sich über diese Veränderungen bereits seit längerem erfolgreich Gedanken. Seit über 225 Jahren entwickelt, fertigt und liefert das Familienunternehmen Metall- und heute auch Hybridstrukturen für die Fahrzeugindustrie. Aus dem Hersteller von Einzelteilen wurde ein international anerkannter Entwicklungslieferant von Modulen und Rohbaustrukturen. In 39 Werken arbeiten 4400 Beschäftigte in 13 Ländern.

IHK-Netzwerk Automotive Mitbegründer des Landesclusters

Das IHK-Netzwerk Automotive engagiert sich künftig auch auf Landesebene und hat das baden-württembergische Netzwerk „automotive bw“ mitgegründet. Acht regionale Netzwerke von Automobilzulieferern geben sich mit „automotive bw“ künftig ein gemeinsames Dach. Das Ziel: Auch auf Landesebene sollen sich Unternehmen der Branche noch besser kennen lernen und vernetzen.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollen sich stärker als bisher in die Entwicklung energieeffizienter Fahrzeugkonzepte mit einbringen können. Dazu will „automotive bw“ eng mit der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie zusammenarbeiten. „Für unsere regionalen Clusteraktivitäten ist „automotive bw“ eine wertvolle Ergänzung“, sagt Dr. Markus Nawroth, Branchenexperte von der IHK Reutlingen.

Potenzial ausschöpfen
Bei der Auftaktveranstaltung in Stuttgart betonte Wirtschaftsminister Ernst Pfister, wie wichtig es ist, Hersteller, Zulieferer und Wissenschaftler zusammenzubringen: „Mit diesem Landesnetzwerk haben wir die Chance, das Potenzial der vielen kleinen und mittleren Zulieferunternehmen im Land noch besser ausschöpfen zu können und in Form von innovativen Produkten für die Fahrzeughersteller nutzbar zu machen.“ Themen seien unter anderem eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, ein gemeinsames Marketingkonzept und die Identifikation technologischer Trends.

IHK-Netzwerk Automotive zu Besuch bei ElringKlinger: Erfolgreich aus der Krise

Foto: IHK Reutlingen

Rund 30 Gäste konnte Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG, Ende April am Hauptsitz der Gesellschaft in Dettingen/Erms empfangen. Nach der Begrüßung durch den Leiter des Netzwerks Dr. Markus Nawroth sowie einer Vorstellung der Neumitglieder Roland Arnold und Michael Stoz, referierte Dr. Wolf zum Thema „Erfolgreich aus der Krise – die Strategie der ElringKlinger AG“.

Dr. Wolf skizzierte die Lage der Automobilhersteller und der Zulieferunternehmen in den letzten zwei Jahren – beginnend mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Sommer 2008 und einem historischen Abschwung der Fahrzeugindustrie. Hohe Lagerbestände bei den Herstellern und ein Rückgang der Produktionszahlen um 40 bis 50 % im Pkw-Bereich sowie um 70 bis 80 % bei den Nutzfahrzeugen, sorgten auch bei den Zulieferunternehmen für einen drastischen Auftragsrückgang. ElringKlinger leitete bereits auf die ersten Anzeichen einer Krise hin schnell und umfassend Maßnahmen ein, so dass die Krise für den Hersteller von Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoff-Gehäusemodulen und Abschirmteilen für Motor, Getriebe und Abgasstrang letztendlich als Chance verstanden werden konnte. Beispielsweise wurden Zeitkonten und Resturlaub sowie befristete Arbeitsverhältnisse abgebaut, zeitweise auch Kurzarbeit eingeführt sowie durch eine restriktive Investitionspolitik und ein striktes Kostenmanagement alleine bei den Sachkosten 10 Millionen Euro eingespart. Wolf erläuterte anschaulich die Notwendigkeit, das eigene Unternehmen regelmäßig zu durchleuchten, Optimierungen und Rationalisierungen durchzuführen und auch die strategische Ausrichtung regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen.

Im Anschluss an den Vortrag von Dr. Wolf bestand für die Mitglieder des Netzwerks Automotive die Möglichkeit, noch einen exklusiven Blick in die Produktion der ElringKlinger AG zu werfen. Bei einem feinen Imbiss und interessanten Gesprächen in neuen Räumlichkeiten klang der Abend im oberen Ermstal aus.

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IHK Reutlingen Bereich: Standortpolitik
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