Zulieferer im chinesischen Markt - Lernen von anderen

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Prof. Hans-Ulrich Sachs, geschäftsführender Gesellschafter der Hans-Ulrich Sachs GmbH

Worauf Zulieferer beim Zugang zum chinesischen Markt achten müssen und welche Chancen und Risiken sich ergeben, darüber diskutierte Prof. Hans-Ulrich Sachs, geschäftsführender Gesellschafter der Hans-Ulrich Sachs GmbH, mit den Mitgliedern des Netzwerk Automotive.

Ein Sprichwort sagt: "Die gute Nachricht ist, in China ist alles möglich - die schlechte: nichts ist einfach". Prof. Hans-Ulrich Sachs, ehemaliger VW- und Dekra-Vorstand hat mit seinen Ausführungen zu einem besseren Verständnis des chinesischen Marktes geführt. Der Generalimporteur der chinesischen Automarke Brilliance hatte bereits mit Hyundai Mitte der Neunziger Jahre eine asiatische Marke in Deutschland eingeführt und erlebte nun mit seinem chinesischen Geschäftspartner Brilliance wechselvolle Zeiten, bis hin zum Insolvenzantrag.

Von der Massenproduktion zum übernächsten Entwicklungsschritt
Prof. Sachs verdeutlichte wie sich China, gesteuert und gefördert vom Staat, von einem Land in dem die Massenproduktion einfacher Standardprodukte überwiegt zu einem Hersteller qualitätsorientierter Markenprodukte entwickeln soll. Strategisches Ziel: Vorsprung durch intelligente Innovation. Ein Beispiel: Der Fokus liegt nicht auf Optimierung des Verbrennungsmotors wo Deutschland ohnehin führend ist, sondern lässt gleich auf Elektromobilität setzen.

Verhandlungsmarathon und Essen
Auch von seinen persönlichen Erfahrungen hat Sachs lebendig berichtet. Er ermöglichte den Zulieferern der Region Neckar-Alb neue interessante Einblicke in die Arbeits- und Verhaltensweise chinesischer Geschäftspartner. So sind diese, wenn es Ihnen drauf ankommt, schwäbischen "Schaffern" durchaus ähnlich. Gearbeitet wird aber in einer wechselnden Fokussierung und mit anderem Verhandlungsstil. Wichtig ist stets das chinesische Essen, auch im Schwabenland... 

Besuch des Porschewerks Leipzig

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Die FIA zertifizierte Porsche-Rennstrecke wurde sowohl mit dem eigenen Pkw als auch mit unterschiedlichen Porsche-Modellen wie dem 911, Carrera, Boxter, Caymann und Cayenne befahren.

Des Weiteren bestand die Möglichkeit zum Sektionstraining und Gleichmässigkeitswettbewerb. Das Kennenlernen des Cayennes auf der anspruchsvollen Geländestrecke mit Extremsteigungen und Wasserschlammfurten sowie eine abschließende Roadbook-Ausfahrt rundeten den Besuch am neuen ostdeutschen Automobilproduktionsstandort Leipzig ab.

Benchmarking im Umbruch

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Gastgeber war Martin Haas, der seit Oktober 2008 als Gesellschafter und erfahrener Unternehmensentwickler den traditionsreichen Metzinger Landmaschinen-Hersteller Holder neu aufbaut. Während dem Rundgang durch den Betrieb wurden in der Diskussion mit den Vorständen und Geschäftsführern der IHK-Netzwerk Automotive Mitgliedsunternehmen viele Einzelmaßnahmen sichtbar, die das Unternehmen auf einen erfolgreichen Kurs führen werden.  

Martin Haas
Vorstandssprecher der Staufen AG, Köngen
Holder im Umbruch - Benchmarking zur Weiterentwicklung der Unternehmensprozesse 
Vita:
Martin Haas ist Gründer und Vorstand der Staufen AG Beratung. Akademie. Beteiligung. Nach dem Maschinenbaustudium war er für Industrieunternehmen und angewandte Forschung (Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation) viele Jahre in Linien- und Führungsverantwortung. In seiner letzten Linienfunktion leitete er in Produktionsverantwortung einen Montagebereich der Daimler Benz AG. Durch Japanreisen und –Workshops Anfang der 90er Jahre von „lean management“ begeistert, startete Herr Haas 1992 in die Selbständigkeit. Ursprünglich als freier Berater für renommierte internationale Beratungsgesellschaften tätig, übernahm er 1994 die Staufen AG. Mit rund 80 Beratern in Europa und Asien, einer eigenen Akademie und mehreren Beteiligungen gehört Staufen zu den führenden Adressen der Lean Beratung. Als Vorstand verantwortet Herr Haas Strategie, Geschäftsentwicklung sowie die Realisierung der Staufen Mission „Partner auf dem Weg zu BestPractice“ bei renommierten Kunden. 

Stefan Grein
Vorsitzender der Geschäftsführung der BOS GmbH & Co. KG, Ostfildern
Nutzen und Tücken des Benchmark aus Unternehmenssicht
Vita:Stefan Grein ist seit 1. Juli 1995 Geschäftsführer und seit 29. März 2006 Vorsitzender der Geschäftsführung der BOS GmbH & Co. KG. Die Gesellschaft entwickelt, produziert und vertreibt an alle namhaften Automobilhersteller weltweit Produkte des Innenraum-Bereiches wie Sonnenschutzsysteme, Gepäckraumabdecksysteme sowie Mittelarmlehnen. Davor war Herr Grein in verschiedenen Funktionen und Branchen tätig, zuletzt als Direktor Corporate Finance beim Bankhaus Metzler.  

Hans Remsing
Leiter Expertenteam Automotive & Engineering Deutsche Bank AG, Stuttgart
Ertragskraft deutscher Zulieferer – Benchmarking als Mehrwert eines Finanzdienstleisters
 
Vita: Hans Remsing ist seit 1.Oktober 2001 Leiter des Expertenteam Automotive & Engineering bei der Deutschen Bank AG in Stuttgart. Das aus Ingenieuren bestehende Team verantwortet die Verifizierung des Geschäftsmodells von mittelständischen Automobilzulieferern in Deutschland. Zuvor war Herr Remsing von 1992 an bei der ABN AMRO Bank Stuttgart als Firmenkundenbetreuer und Leiter des Firmenkundenbereichs in Baden-Württemberg tätig. 

Kraft der Erneuerung – Die Automobilindustrie in Zeiten der Krise

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Die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise auf die Automobilindustrie und die Zulieferbetriebe diskutierten die Mitglieder des IHK-Netzwerks Automotive. Gast des Treffens in der Hochschule Reutlingen: Andreas Renschler, Vorstandsmitglied der Daimler AG und Leiter des Geschäftsfeldes Daimler Trucks.