Myanmar

Foto: Martin Fahling

Myanmar, ehemals Birma, ist eines der größten Länder Südostasiens. Das Land steht seit der politischen Öffnung im Jahr 2011 im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit. Seit 2010 regiert nach 50 Jahren Militärherrschaft eine formal zivile Regierung, die von ehemaligen Vertretern der militärischen Führung getragen wird. Der Demokratisierungsprozess findet unter kritischer Beobachtung der Weltöffentlichkeit statt.

Dynamisch wachsender Markt

Die Wirtschaft Myanmars bleibt auch in den kommenden Jahren mit prognostizierten Wachstumsraten von fast 8 Prozent sehr dynamisch. Die wachstumstragenden Branchen sind das Baugewerbe, die Warenproduktion und der Dienstleistungssektor. Großprojekte in der Infrastruktur und bei Wohn- und Gewerbekomplexen haben das Baugeschäft sichtbar belebt. Das Exportwachstum der großen Erdgasvorkommen bleibt weiterhin ein wichtiger Faktor für Myanmars Wirtschaftswachstum. Dagegen ist die Ölförderung relativ gering.

Ausländische Investitionen sind wichtiger Wirtschaftsmotor

Rund 70 Prozent der ausländischen Investitionen fließen in die Gas- und Ölförderung sowie die Energieerzeugung. Zuletzt wird jedoch auch in weiteren Branchen investiert. Im verarbeitenden Gewerbe (insbesondere in der Bekleidungsbranche) bringen wachsende Auslandsinvestitionen einen neuen Schwung. In der Telekommunikation sorgen die Eintritte großer ausländischen Firmen für eine positive Entwicklung des Mobilfunkmarktes. Mit einem rasanten Zuwachs der Besucherzahlen seit 2014 ist der Tourismus die treibende Kraft bei den Dienstleistungen. Zu den Standortvorteilen Myanmars zählen die geografische Lage, die reichlichen Naturressourcen, die Größe des Marktes sowie die Verfügbarkeit junger Arbeitskräfte. Nachteile sehen auch potenzielle Investoren in der unzureichenden Infrastruktur und dem geringen Qualifikationsniveau potenzieller Arbeitnehmer, in mangelnder politischer Transparenz sowie in der dominanten Staatswirtschaft. Die Regierung bemüht sich um die Schaffung eines attraktiven Investitionsklimas, das ausländischen Unternehmen langfristig sichere und ertragsstabile Rahmenbedingungen garantiert. Trotzdem bleibt das Engagement deutscher Unternehmen in Myanmar bislang recht gering.

Stromversorgung als wichtigstes Projekt

Der Ausbau der Stromversorgung spielt für die wirtschaftliche Entwicklung Myanmars eine wichtige Rolle. Bis 2030 will also das Land seine Stromerzeugungskapazität mehr als verfünffachen. Denn bisher hat nur circa ein Drittel der Bevölkerung Zugang zum Stromnetz. Der Bedarf soll jährlich um 15% zunehmen. Den größten Anteil an der Stromerzeugung hat derzeit mit 75% die Wasserkraft. Der 2014 verabschiedete „Electric Master Plan“ sieht bis 2030 eine Verschiebung der Verteilung vor, weg von der Wasserkraft, hin zu mehr Kohle und Erneuerbaren Energien. Um die Ziele zu erreichen, müssen enorme Investitionen folgen. Insbesondere beim Ausbau Erneuerbarer Energien stellen sich viele Herausforderungen. Das ausländische Engagement in Myanmar konzentriert sich bislang auf die Exploration und Förderung von Erdgas und Erdöl sowie auf die Stromerzeugung mit dem Schwerpunkt Wasserkraft. Wind, Biomasse, Geothermie und vor allem Sonne bilden auf lange Sicht weitere Stromquellen.

Agrarsektor wird modernisiert

Traditionell wird Myanmars Wirtschaftsstruktur durch die Landwirtschaft geprägt. Obwohl größter Arbeitgeber und stärkster Beitragender zum Bruttoinlandsprodukt, zeigt der Agrarsektor aufgrund niedriger Produktivität wenig Dynamik: Laut OECD trägt er 32 Prozent zum BIP und 20% zu den Exporterlösen bei, doch beschäftigt die Branche etwa 70 Prozent der Bevölkerung. Der Agrarsektor bietet großes Potenzial für Expansion und Diversifikation, bedarf aber einiger struktureller und technologischer Modernisierungen. Es bestehen also für deutsche Firmen Geschäftschancen bei Maschinen, Ausrüstungen, Agrarchemie und technischem Know-how. Der Nahrungsmittel- und Getränkesektor bietet ebenfalls großes Potenzial für ausländische Direktinvestitionen.

Aufstrebende Textilindustrie

Myanmars Bekleidungsindustrie entwickelt sich dynamisch zu einem treibenden Wirtschaftszweig in der Entwicklung des Landes. Die Beschäftigung der gesamten Textil- und Bekleidungsbranche wird auf rund 250.000 Personen geschätzt und hätte sich damit in nur fünf Jahren fast verdreifacht. Langfristig ist weiteres Wachstum zu erwarten. Die wichtigsten Abnehmerländer sind mit einem Exportanteil von zusammen 70 Prozent Japan und Südkorea. Zudem entwickelt sich eine neue Exportdynamik in Richtung Europa. Die Attraktivität des Standorts Myanmar fußt vor allem auf den niedrigen Lohnkosten. Herausforderungen sind hingegen die Sicherung der Stromversorgung und die wachsenden Qualitätsansprüche. Im Zuge ihrer Entwicklung könnte Myanmars Textilindustrie interessante Potenziale eröffnen – auch für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer sowie Textilunternehmen.

Quellen: Germany Trade and Invest, GIZ GmbH

Detaillierte Informationen und Links:

Länderinformationen zusammengefasst: Myanmar

Alle Informationen kompakt zusammengefasst: "Neue Märkte - Neue Chancen: Myanmar"

Delegation der Deutschen Wirtschaft in Myanmar

Wirtschaftstrends Myanmar – Jahreswechsel 2015/2016; Quelle: Germany Trade and Invest

Germany Trade & Invest (GTAI)

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Pressespiegel

11.05.2016

IHK sorgt für „Road to Mandalay“ - Kooperation auf drei Jahre angelegt

Die Tinte unter den Verträgen ist trocken. Die IHK Reutlingen hat als erste deutsche Industrie- und Handelskammer einen Kooperationsvertrag mit einer Chamber of Commerce and Industry in Myanmar geschlossen.

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24.11.2015

Pressemitteilung: IHK kooperiert mit Myanmar - Neuer Markt für heimische Firmen

Die IHK Reutlingen startet eine Kooperation mit der Mandalay Region Chamber of Commerce and Industry (MRCCI). Das Ziel: Aufbauhilfe vor Ort und mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Myanmar und der Region.

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