Ghana - Musterland in Westafrika

Ghana gilt als Musterdemokratie auf dem afrikanischen Kontinent – im Jahr 2016 löste der langjährige Oppositionsführer Nana Dankwa Akufo-Addo den bisherigen Amtsinhaber John Dramani Mahama nach friedlich erfolgten Präsidentschaftswahlen ab. Auch die wirtschaftliche Entwicklung Ghanas steht insgesamt für ein westafrikanisches Erfolgsmodell: Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von knapp 1400 Euro pro Jahr liegt das Land seit 2010 auf der Liste der Länder mittleren Einkommens.

Stagnierende Landwirtschaft

Doch trotz politischer Stabilität und der weitreichenden Integration in die Weltwirtschaft durchläuft Ghana eine Phase der ökonomischen Stagnation: Derzeit befindet sich eine ganze Reihe von Sektoren in der Krise, u.a. der Bergbau, die Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie. Die zuletzt stark gesunkenen Weltmarktpreise für Erdöl schmälern zudem die Wachstumsprognosen für Ghana. Infolge der gesamtwirtschaftlichen Flaute hat sich auch der private Konsum merklich abgekühlt.

Noch immer dominieren die Exporterzeugnisse Gold, Kakao und Edelhölzer die Wirtschaft. Das größte Potenzial liegt vor allem in der Produktion sogenannter „Cash Crops“ wie Palmöl, Kaffee, Kakao, Ananas und Baumwolle. Solange jedoch die marode Wasserversorgung die Kosten für großflächigen Bewässerungsfeldbau in die Höhe treibt, ist mit einem Ausbau der lokalen Lebensmittelindustrie nicht zu rechnen. Einzelhandelsunternehmen investieren zwar weiterhin in neue Geschäfte, Einkaufszentren und Supermärkte – ein beträchtlicher Teil der Nahrungsmittel wird jedoch importiert.

Deutsche Unternehmen in Ghana

Trotz der schwierigen konjunkturellen Situation und der stagnierenden Konsumbereitschaft bleibt das westafrikanische Land einer der wichtigsten Exportmärkte für deutsche Unternehmen in Subsahara-Afrika. Einen Großteil der deutschen Ausfuhren nach Ghana machen bislang Maschinen und Anlagen aus. Hier ist insbesondere der Export von Fördertechnik für den Bergbau und die Öl- und Gaswirtschaft relevant. Auch Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen werden nachgefragt, ebenso wie Bau- und Baustoffmaschinen. Zudem sind deutsche Unternehmen vor Ort im Transport- und Logistikwesen sowie im Gesundheitswesen tätig. Im Dienstleistungssektor (IKT und Versicherungen) und im Pharmabereich siedeln sich immer mehr Firmen an.

Mangelhafte Energieversorgung

Die Nachfrage nach Strom stieg in Ghana zuletzt jährlich um zehn bis zwölf Prozent. Doch die Versorgungslage ist seit Jahren prekär: Aufgrund von Schäden und zeitintensiven Instandhaltungsarbeiten kann die Nachfrage nicht abgedeckt werden, die installierten Kapazitäten bleiben in weiten Teilen ungenutzt. Immer wieder kommt es zu einschneidenden Störungen, auch wenn sich die Lage im Wahljahr 2016 mittels Importen aus dem Nachbarland Côte d’Ivoire etwas entspannt hat. Wasserkraft spielt in Ghana zur Stromerzeugung für die Industrie seit langem eine essentielle Rolle. Bereits im Jahr 2013 wurde ein Einspeisetarif für erneuerbare Energien verabschiedet. Dabei zeigen vor allem ausländische Firmen Interesse an Projekten im Bereich Photovoltaik und Windkraft.

Unternehmen, welche ein Engagement im Bereich Erneuerbare Energien in Westafrika anstreben, können die Messe "West African Clean Energy & Environment Exhibition and Conference (WACEE)" nutzen, eine Veranstaltung des deutschen Delegiertenbüros in Ghana. Weitere Informationen gibt es auf der WACEE Website.

Zusätzliche Informationen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bietet das Länderinformationsportal der GIZ.

Eine detaillierte Marktdarstellung gibt es auf der Internet-Seite von Germany Trade & Invest.

Die Weltbank veröffentlicht jährlich einen allgemeinen Report zum Thema "Doing Business in Ghana". Hier geht es zum Internetauftritt der Weltbank.

Delegation der Deutschen Wirtschaft in Ghana

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