Kenia – Leistungsfähige Bauwirtschaft und starke Konsumgüternachfrage

Kenia

Kenia ist die größte Volkswirtschaft in Ostafrika und – trotz aktueller Schwierigkeiten – der bislang attraktivste Standort für ausländische Unternehmen in der Region. Das Land ist eines der wenigen in Subsahara-Afrika, in denen es eine signifikante Anzahl deutscher Niederlassungen gibt. Die Firmen sind insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Touristik, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie im Transportwesen und in der Konsumgüterindustrie tätig.

Das Wirtschaftswachstum Kenias wird auch für 2017 auf über fünf Prozent geschätzt – angesichts der bestehenden innen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen ist jedoch fraglich, ob sich die Schätzungen für ein kräftiges BIP-Wachstum bewahrheiten. Für ausländische Unternehmen sind die Rahmenbedingungen nicht immer einfach: Korruption, mangelnde Rechtsstaatlichkeit, die unzuverlässige, teure Stromversorgung und die schwache Infrastruktur sowie eine ineffiziente Bürokratie führen zu hohen Kosten und Risiken eines unternehmerischen Engagements in Kenia. Terroranschläge, Gewalt und Unruhen in der Küstenregion schrecken Investoren und Touristen gleichermaßen ab.

Marktpotenziale Kenias: Ressourcenreichtum und eine starke Konsumgüterindustrie

Zu den Stärken des ostafrikanischen Landes gehören die diversifizierte Privatwirtschaft, nutzbare Bodenschätze wie Öl, Gas und Seltene Erden sowie eine junge, gut ausgebildete Bevölkerung. Nairobi als Drehscheibe der ostafrikanischen Wirtschaft bietet zudem attraktive Lebensbedingungen für internationale Fach- und Führungskräfte. Aufgrund der geographisch günstigen Lage wird Kenia auch als Transitland für Uganda, Äthiopien, Südsudan, Kongo und Ruanda genutzt. Sowohl die kenianische Industrie als auch der Dienstleistungssektor sind jenen der Nachbarländer bislang weit voraus.

Leistungsfähige Bauindustrie und neue Infrastrukturprojekte

Nach Südafrika verfügt Kenia über die höchste Dichte an modernen Lebensmittelgeschäften, Supermärkten und Einkaufszentren in Subsahara-Afrika. Grund ist die steigende Nachfrage nach hochwertigen Konsumgütern und Luxusartikeln. Die Chancen für den Absatz westlicher Markenprodukte wie Nahrungsmittel, Bekleidung und elektronische Geräte erhöhen sich weiterhin mit dem Bau von großflächigen Einkaufszentren nach dem Vorbild Südafrikas oder Dubais.

Insgesamt brummt die kenianische Bauwirtschaft – treibende Kraft ist hierbei die Regierung, die auf weitreichende Infrastrukturprojekte setzt. Aktuell sind in dieser Branche jedoch vor allem chinesische Firmen auf dem Vormarsch.

Marktchancen in Kenia

Für exportorientierte Firmen aus Deutschland ist Kenia bislang ein marginaler Markt: 2016 gingen nur etwa zwei Prozent der deutschen Afrikaexporte nach Kenia. Geschäftschancen bieten zukünftig besonders die Bereiche der Ingenieurs- und Beratungsdienstleistungen, der Elektronik- und Elektrotechniksektor sowie die private Gesundheitswirtschaft. Auch Zuliefermöglichkeiten im Maschinen- und Anlagenbau eröffnen neue Perspektiven: Kenia ist in diesem Segment fast vollständig auf Importe angewiesen. Außerdem besteht in der Umwelttechnik ein enormer Nachholbedarf. Für private Akteure und ausländische Unternehmen ergeben sich Marktchancen in der Abwasseraufbereitung und der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, aber auch in der Energieversorgung und der Müllentsorgung.

Zukunftsbranche Energiewirtschaft

Schwerpunkte zukünftiger Investitionen werden in den kommenden Jahren in der Verbesserung des Stromnetzes liegen. Windkraftanlagen und Geothermiekraftwerke sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Solarenergie ist bis heute kaum ausgebaut, wohingegen die Stromerzeugung aus Wasserkraft mit sogenannten Minikraftwerken an Bächen und kleinen Flüssen eine zunehmende Bedeutung innerhalb des kenianischen Energiemixes einnimmt.

Quelle: GTAI, GTAI Afrika im Fokus, Neue Märkte – neue Chancen: Kenia

Detaillierte Informationen zu Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Alltag gibt es im Länderinformationsportal der GIZ.

Zur detaillierten Marktdarstellung auf der Website von Germany Trade & Invest:

Doing Business in Kenia - Grundlegende Informationen

Der Country Commercial Guide der amerikanischen Botschaft in Kenia gibt allgemeine Hinweise zum politischen System des Landes, Wirtschaftslage, Finanzierungsmöglichkeiten für Auslandsgeschäfte und vielem mehr.
Hier geht es zur Seite der US-amerikanischen Botschaft in Kenia.

Der "Doing Business Report" der Weltbank gibt zusätzlich einen ausführlichen Einblick in Kenias Wirtschaft und Handelsbeziehungen. Hier geht es zum Report der Weltbank.

Über die Projekte und Programme sowie das Engagement der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kenia informiert die Website der GIZ.

Delegation der Deutschen Wirtschaft in Kenia

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