IHK-Kompetenzzentrum Subsahara-Afrika

Subsahara-Afrika

Afrika - "Das neue China"

Entwicklung in Subsahara-Afrika

Dass Afrika ein großes Potenzial für wirtschaftliches Wachstum besitzt, steht nicht mehr zur Debatte: die Kenner des Kontinents sind sich einig, dass sich dort sich die Märkte der Zukunft befinden. Vor allem in Branchen, in denen bis vor einigen Jahren ein großer Nachholbedarf bestand. Zu den Branchen, bei denen sich eine Investition lohnt, zählen die Infrastruktur, Agrobusiness, Konsumgüterindustrie und der Handel. In Subsahara-Afrika steigt das Bruttoinlandprodukt (BIP) mit über 5% durchschnittlich seit einigen Jahren mit rasantem Wachstum. Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge ist mit weiterem Wachstum zu rechnen. Für das Jahr 2015 wird sogar mit einem BIP-Zuwachs von 6% gerechnet. Zwar zeigt Subsahara-Afrika großes Potenzial, aber die meisten afrikanischen Länder schneiden im aktuellen Ease-of-Doing-Business Report eher schlecht ab und rangieren auf den hinteren Plätzen. Dies hängt vor allem mit einer ausgeprägte Bürokratie und politischer Instabilität zusammen. Weitere Hindernisse sind unter anderem Anschläge, Sicherheitsprobleme und Gesundheitsrisiken in einzelnen Ländern.

In den letzten zehn Jahren entstand in Subsahara-Afrika eine gesellschaftliche Mittelschichten. Ende 2014 wurde in zahlreichen Studien festgestellt, dass 50% der Bevölkerung in Afrika zur  Mittelschicht gehören und für Kaufkraft sorgen, wobei dies mit europäischen Mittelschichten nicht vergleichbar ist. Außerdem wächst die Bevölkerung weiterhin rasant. Bis zum Jahr 2030 wird mit einem Bevölkerungswachstum von 500 Mio. gerechnet, damit beherbergt der afrikanische Kontinent  im Jahr 2050 zwei Milliarden Menschen.

Aufgrund schlechter Erfahrungen mit billigen Produkten aus Asien wächst mit der wachsenden Kaufkraft auch die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Produkten, unter anderem aus Deutschland. Bei der Bauplanung und deren Aufsicht wird in Subsahara-Afrika außerdem verstärkt auf das Know-how deutscher Ingenieure gesetzt, wobei Maßnahmen zur Schulung und Weiterbildung in den afrikanischen Unternehmen ebenfalls an Gewicht zunehmen.

Investitionen

Insgesamt zieht Subsahara-Afrika mehr Investitionskapital an. Nach Angaben der UN sind die Direktinvestitionen aus Übersee nach Subsahara-Afrika überdurchschnittlich gewachsen (2012 um 41.744 Mio. US$, 2013 um 38.556 Mio.US$,). Wichtige Ziele für die ausländischen Direktinvestitionen blieben rohstoffreiche Länder.

So bekamen westafrikanische Länder den meisten FDI-Zufluss: Von Gesamtinvestitionen von 42.744 US$ gingen 14.201 Mio. US$ an den Kontinent, wobei dieser Betrag, verglichen mit dem Vorjahreswert (2012: 16.575 Mio.US$), einen Rückgang von 14% zeigte. Südlich von Subsahara-Afrika erhielten die Länder Südafrika (13.166 Mio. US$) und Mosambik (5,93 5 Mio. US$) die meisten ausländischen Direktinvestitionen. Diese Investitionen in beiden Ländern sind den Infrastrukturprojekten zu verdanken, wobei in Mosambik der Gassektor hinzukommt.

In Ostafrika wurde ebenfalls ein Wachstum  der ausländischen Direktinvestitionen  registriert (2012: 5.378 Mio. US$ und 2013: 6.210 Mio. US$). Experten zufolge ist dies starken Investitionen in Kenia und Äthiopien zu verdanken. Insbesondere im Fokus lagen hierbei die Infrastruktur und konsumnahe Sektoren. Nach UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) spielen auch die Verarbeitungsindustrie, Transportwirtschaft, der Energiesektor und Dienstleistungen eine wichtige Rolle. Das deutsche Kapital findet leider eher selten den Weg nach Afrika, aber Kapital aus Asien fließt umso mehr in die afrikanischen Länder. In Äthiopien zum Beispiel sticht die chinesische Huanjin-Gruppe hervor: diese nahm ihre erste Schuhfabrik in Äthiopien 2013 in Betrieb und erklärt sich bereit, insgesamt zwei Milliarden US$ in ein Leichtindustriezentrum zu investieren. Positiv empfunden wurde, dass andere afrikanische Großunternehmen  zunehmend mobiler sind und attraktive Standorte auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen, aber eben innerhalb des afrikanischen Kontinents suchen.

Quelle: Gtai Afrika im Fokus, AHK, the Economist, African Economic Outlook, Ease-Of-Doing-Business Report der Weltbank 2014

Afrika Engagement der IHK Reutlingen- Kompetenzzentrum Subsahara-Afrika

Die IHK Reutlingen hat sich entschlossen, dem Kontinent Afrika südlich der Sahara einen verstärkten Fokus zu geben, um Mitgliedsunternehmen zukünftig den Markteintritt zu erleichtern.

Hierzu ist ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung integrierter Scout bei der IHK Reutlingen tätig. Nach intensiven Gesprächen mit Wirtschaftsvertretern und Verbänden sieht die IHK Reutlingen in den Ländern Südafrika, Ghana, Nigeria, Angola und Kenia das größte Potential für die Unternehmen in der Region Neckar-Alb.

Ziel des Kompetenzzentrums bei der IHK Reutlingen ist die Schaffung eines Netzwerkes, um das Engagement von regionalen Unternehmen im Afrika südlich der Sahara zu intensivieren. Dabei werden zum einen die Mitgliedsunternehmen der IHKs, die ihre Geschäftsbeziehungen nach Afrika auf- oder ausbauen wollen, beraten und mit Delegationsreisen in den Märkten verankert.

Das Kompetenzzentrum arbeitet eng mit allen Vertretern der deutschen Wirtschaft und den AHK Büros vor Ort zusammen sowie Vertretern der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) oder DEG. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Bereitstellung von Informationen für deutsche Unternehmen, die regelmäßige Organisation von Veranstaltungen und Delegationsreisen sowie die persönliche Beratung von Unternehmen.

Die Dienstleistungen des Kompetenzzentrums

Beratung &  Information

  • Telefonische Auskünfte und Kurzberatungen
  • Recherchen zu allen Fragen des Afrika-Geschäftes
  • Branchenberichte, Kontaktadressen und Analysen zu rechtlichen Rahmenbedingungen, Wirtschafts- und Managementfragen

Veranstaltungen

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen an den IHKs Reutlingen, Ulm und Bodensee-Oberschwaben kommen Fachleute und Praktiker aus allen Branchen sowie aus der Politik. Fachseminare zu allen Fragen zum Afrika Geschäft bieten die Möglichkeit zur intensiven Auseinandersetzung mit relevanten Themen.

Delegationsreisen

Das Kompetenzzentrum organisiert Delegationsreisen nach Ghana, Angola, Kenia und Nigeria - auf Wunsch mit Branchenschwerpunkten.

Ausgewählte Länderinformationen

Angola
Ghana
Kenia
Nigeria
Südafrika
 
Über den Tellerrand blicken

Über die neuesten Trends und Entwicklungen für 2014 in Subsahara Afrika informiert die aktuelle Studie "Renaissance in Subsahara-Afrika", erhältlich als Download auf der Seite der Commerzbank.

Die Weltbank veröffentlicht zusammen mit weiteren renommierten Institutionen jährlich Berichte zu den Geschäftsmöglichkeiten auf dem Afrikanischen Kontinent:

Prognosen über wirtschaftliche, soziale sowie politische Entwicklungen in Afrika gibt es auf der Seite von  African Economic Outlook.

Das Kompetenzzentrum ist mit folgenden Organisationen vernetzt

Delegation der Deutschen Wirtschaft in Angola
Delegation der Deutschen Wirtschaft in Ghana
Delegation der Deutschen Wirtschaft in Kenia
Delegation der Deutschen Wirtschaft in Nigeria
Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika
DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.
Afrika-Verein e.V.
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Ihr Ansprechpartner

IHK-Zentrale
IHK Reutlingen Bereich: International
Position: Bereichsleiter International
Schwerpunkte: Grundsatzfragen, Außenwirtschaftspolitik, Beratungen
Telefon: 07121 201-186
Fax: 07121 201-4186
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