Förderprogramme für das Auslandsgeschäft

Foto: Markus Kirchgessner /GIZ

Verschiedene Förderprogramme unterstützen Kooperationen und Projekte zwischen Unternehmen und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern bieten deutschen Unternehmen interessante Geschäftsmöglichkeiten und sprechen dabei gerade den Mittelstand an. Niedrigere Produktionskosten und neue Konsummärkte führen zu positiven Wachstumsprognosen, oftmals im zweistelligen Bereich. Das hiesige Know-How in den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Logistik und Transport, Solar-, Bio- und Medizintechnik sowie Agrar- und Ernährungswirtschaft sind weltweit gefragt.

Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern sind allerdings häufig auch mit politischen und wirtschaftlichen Risiken verbunden. Die Projektfinanzierung und -absicherung, Zugang zu qualifiziertem Personal oder Netzwerken vor Ort sind konkrete Beispiele dafür. Hier setzen die Förderprogramme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit an, um Risiken zu reduzieren und den Markteinstieg zu erleichtern.

Die Liste der Zielländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit finden Sie hier.

Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft – develoPPP.de

developpp.de

Die Ziele von privaten Unternehmen und Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit überschneiden sich häufig. Mit develoPPP.de fördert das BMZ das Engagement der Privatwirtschaft dort, wo unternehmerische Chancen und entwicklungspolitischer Handlungsbedarf zusammentreffen. 

Das Programm
develoPPP.de richtet sich an Unternehmen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern investieren und dabei ihr unternehmerisches Engagement nachhaltig gestalten wollen. Mit develoPPP.de erhalten sie finanzielle und auf Wunsch auch fachliche Unterstützung. Das Unternehmen trägt dabei mindestens die Hälfte der Gesamtkosten des Projektes, zu denen das BMZ bis zu 200.000 Euro beisteuert. Diese sogenannten Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft können bis zu drei Jahre dauern und in den unterschiedlichsten Branchen und Themen angesiedelt sein – von A wie „Abwassermanagement“ bis Z wie „Zertifizierungen“.

Im Rahmen von develoPPP.de kooperieren Unternehmen stets mit einem der drei öffentlichen Partner, die das Programm im Auftrag des BMZ umsetzen:

  • DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH,
  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und
  • sequa gGmbH.

Seit Programmbeginn im Jahr 1999 haben DEG, GIZ und sequa gemeinsam mit der deutschen und europäischen Wirtschaft mehr als 1.500 Entwicklungspartnerschaften durchgeführt.

Wie Sie sich bewerben können
Viermal im Jahr können Unternehmen eine Interessensbekundung in sogenannten Ideenwettbewerben bei DEG, GIZ oder sequa einreichen. Mitmachen können alle deutschen und europäischen Unternehmen sowie ihre Tochterfirmen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das BMZ hat die Bedingungen vereinfacht, unter denen sich Unternehmen für das Programm bewerben können. Während sie ihre Bewerbungen bislang einem bestimmten Thema zuordnen mussten, können sie jetzt thematisch freie Vorschläge einbringen.

Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft, die das Potenzial haben, einen herausragenden entwicklungspolitischen Nutzen zu erzielen und mehrere Länder zu umfassen, können als Strategische Entwicklungspartnerschaften außerhalb der Ideenwettbewerbe umfangreicher gefördert werden.

Weitere Informationen über den aktuellen Ideenwettbewerb gibt es hier:

Machbarkeitsstudien

Es gibt Investitionsvorhaben, die auf Grund ihres innovativen Ansatzes oder ihres Volumens durch eine Machbarkeitsstudie vorbereitet werden sollten, um die Risiken für eine spätere Investition zu minimieren. Wenn Sie ein entwicklungspolitisch sinnvolles Projekt in einem Entwicklungs- oder Schwellenland planen, für das eine Machbarkeitsstudie nötig ist, kann die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung diese Studie mit bis zu 200.000 Euro fördern. Das Angebot richtet sich an mittelständische Unternehmen aus Deutschland und der Europäischen Union mit bis zu 500 Millionen Euro Jahresumsatz. Das Unternehmen trägt mindestens 50 Prozent der Kosten und ist für die Durchführung der Studie verantwortlich. Weitere Kriterien sind:

  • Gegenstand der Machbarkeitsstudie muss die Vorbereitung eines konkreten Investitionsvorhabens mit plausibler Aussicht auf Durchführbarkeit und Rentabilität sein.
  • Die Kosten der Studie sollten dabei in einem vertretbaren Verhältnis zur Höhe der geplanten Investition stehen.
  • Das vorschlagende Unternehmen ist fachlich und wirtschaftlich in der Lage, die Ergebnisse der Studie selbst zu verwerten und die geplante Investition durchzuführen.
  • Die Studie könnte aufgrund von Risiken und Kosten ohne öffentliche Mittel nicht durchgeführt werden.

Ausführliche Informationen zum Verfahren der Machbarkeitsstudien finden Sie hier.

Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft

KfW DEG

Das Programm "Klimapartnerschaften mit der Wirtschaft" wird im Rahmen der "Internationalen Klimaschutzinitiative" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert und verfolgt das Ziel, klimafreundliche Technologien in Entwicklungs- und Schwellenländern zu etablieren. Im Fokus des Programms steht, Unternehmen bei der Entwicklung von Geschäftsfeldern im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Entwicklungs- und Schwellenländern zu unterstützen.

Gefördert werden Projekte, die  

  • innovative Technologien einsetzen und demonstrieren,
  • die Einführung klimafreundlicher Technologien unterstützen oder
  • bewährte Technologien zur Treibhausgasminderung an spezifische Rahmenbedingungen in den Zielländern anpassen.

Sie müssen in den Partnerländern strukturbildend im Bereich der Nutzung klimafreundlicher Energien sein, dürfen nicht gesetzlich vorgeschrieben sein, könnten ohne öffentlichen Beitrag nicht realisiert werden und haben noch nicht begonnen.

Die Unterstützung erfolgt durch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) mit bis zu 200.000 Euro, wobei das Unternehmen mindestens 50 Prozent der Projektkosten übernehmen muss und für die Realisierung des Projektes verantwortlich ist. Interessierte Unternehmen können Projektvorschläge bei der DEG einreichen.

Weitere Informationen zum Programm, Antragsverfahren und Beispiele finden Sie hier:

Importförderung: Import Promotion Desk

Das Import Promotion Desk (IPD) ist die Plattform zur Importförderung der Bundesrepublik Deutschland.

Das IPD übernimmt eine Scharnierfunktion zwischen den deutschen Importeuren und kleinen und mittleren Akteuren des Außenhandels in ausgewählten Entwicklungs- und Schwellenländern. Das IPD steht für eine nachhaltige und strukturierte Importförderung von Produkten aus ausgewählten Partnerländern unter Einhaltung hoher Umwelt-, Sozial- und Qualitätsstandards.

Das Import Promotion Desk arbeitet nachfrageorientiert und bietet deutschen Importeuren ein maßgeschneidertes Dienstleistungsangebot – exakt abgestimmt auf ihre individuellen Anforderungen. Es unterstützt Unternehmen beim Sourcing und eröffnet ihnen neue, lukrative Beschaffungsmärkte in den Partnerländern. Mit nachhaltigen Handelsbeziehungen zu verlässlichen Lieferanten können sie ihren Einkauf optimieren sowie ihre Produktqualität und -vielfalt steigern.

Initiiert wurde das Projekt von der sequa gGmbH in enger Kooperation mit dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA). Finanziert wird das IPD vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Weiterer Kooperationspartner ist die Germany Trade and Invest (GTAI).

Weitere Informationen gibt es auf der Website vom IPD:

Ihr Ansprechpartner

IHK-Zentrale
IHK Reutlingen Bereich: International
Position: Beraterin Entwicklungszusammenarbeit / EZ-Scout (entsandt durch das BMZ)
Schwerpunkte: Entwicklungszusammenarbeit - Wirtschaft (weltweit), Regionenschwerpunkt Afrika südlich der Sahara
Telefon: 07121 201-189
Fax: 07121 201-4189
E-Mail schreiben
vCard herunterladen