Intec: Bauernhaus als High Tech-Schmiede

Foto: Intec

Ein kleines Kästchen macht den Unterschied und entlarvt den Stillstand in der Produktion. Das Kästchen kommt aus Hechingen - aus einem alten Bauernhaus.

Vor dem ehemaligen Bauernhaus im Hechinger Ortsteil Schlatt steht ein großer Lastwagen mit der Aufschrift "Intec". "Das ist sozusagen unser Messestand", erzählt Christian Ludwig. Wird der Auflieger abgeladen, kann er etwa in einer Messehalle bei der Computer- und Softwaremesse Cebit in Hannover aufgestellt werden.

Doch was Intec eigentlich ausmacht, steckt in einem zehn mal acht Zentimeter großen Metallkästchen. "Mit der Software in diesem Kästchen können wir auf die Daten von Maschinen zugreifen", sagt Ludwig, der seinen Vater Gerd in der Geschäftsführung unterstützt. Intec bietet beides: Software, aber auch Hardware, in die die Software hineingepackt wurde. Gerd Ludwig ist der Geschäftsführer des 1995 gegründeten Unternehmens, das zuvor Teil der Tübinger Unternehmensberatung Integrata war.

Das Kästchen als Schnittstelle
Das Kästchen ist die Schnittstelle zwischen der Produktion und der IT in Unternehmen, es verknüpft Maschinen mit Computerdaten. "Der Kunde kann so sehen, in welchem Zustand eine Maschine ist, ob sie gewartet werden muss oder ob sie überhaupt produziert", sagt Gerd Ludwig. Wichtig kann dies etwa sein, wenn ein Mitarbeiter in der Produktion gleich für mehrere Maschinen zuständig ist. "Er kann dann auf seinem Tablet ablesen, an welcher Maschine er eingreifen muss." Gerd Ludwig berichtet von einem Hersteller von Gasgeneratoren, bei dem in bestimmten Abständen immer wieder ein Beschäftigter an den Maschinen vorbeikam, um etwas neu einzustellen.

Was er nicht wusste: Die Maschinen waren mit ihrem Produktionsauftrag weit schneller fertig als er annahm - und standen still, bis er sie wieder in Bewegung setzte. Jetzt kommt er öfter vorbei, die Maschinen können in einer Schicht doppelt soviel produzieren - die Verknüpfung mit IT entlarvte den Stillstand. "Das kann ganz neue Geschäftsmodelle möglich machen," sagt Gerd Ludwig. "So könnte etwa eine Maschine nicht komplett gekauft, sondern nur für die Zeit bezahlt werden, in der sie auch arbeitet," sagt der Intec-Chef, "pay per use könnte sich zu einem ganz neuen Geschäftsmodell entwickeln" - dank High Tech aus dem alten Bauernhaus.