Ehrenamt: Das treibt uns an

Warum engagiert man sich im Ehrenamt? Hier schildern Unternehmerinnen und Unternehmer, was sie antreibt.

Johannes Schwörer, IHK-Vizepräsident
Die Generation vor uns hat es – mit Starthilfe der Siegermächte – geschafft, aus einem zerbombten Deutschland wieder ein Land zu errichten, in dem man gerne lebt und arbeitet. Auch für die Zukunft brauchen wir Visionen. Immer nur im gleichen Trott weitermachen, im schlimmsten Fall unter ständiger Verschärfung der bürokratischen Anforderungen, bringt uns in die falsche Richtung. Zukunftsaufgaben stehen genügend an: wachsende Weltbevölkerung und digitale Revolution, um nur zwei große Aufgaben zu nennen. Die Bewältigung dieser Probleme geht uns alle an. Das Ehrenamt in der IHK ist eine Chance, sich in diese Prozesse einzubringen. Grund genug, sich zu engagieren.

Alexander Benz, IHK-Vizepräsident
Ich engagiere mich, weil wir als Unternehmerinnen und Unternehmer über die IHK auf allen politischen Ebenen Einfluss nehmen können. Ich denke nur an das europäische Dickicht an Gesetzen und Verordnungen für den Verkehr. Viele Male sind wir mit den Unternehmerkollegen bereits in Brüssel und Berlin gewesen, um gemeinsam mit den Fachleuten der IHK Reutlingen unsere Argumente vorzutragen. Wir wurden immer ernst genommen und zwar weil wir auf die Gespräche gut vorbereitet waren, den Praxisblick mitbringen und eben von der IHK kommen. Ich habe gelernt: Eine große Organisation kann mehr erreichen. Die IHK findet, gerade im Vergleich zu einem kleinen Fachverband, tatsächlich Gehör.

Dr. Hans-Ernst Maute, IHK-Vizepräsident
Für mich ist Ehrenamt eine selbstverständliche Verpflichtung. Ich mache das aber nur, wenn ich etwas bewegen kann. Nur reinhocken, um dabei zu sein, ist nicht meine Sache. In dieser Hinsicht bin ich auch ein politischer Mensch. Ich will mitgestalten und nicht gestaltet werden. An der IHK Reutlingen gefällt mir, dass wir uns als Unternehmerinnen und Unternehmer einbringen können, um mehr zu tun als nur zu kritisieren und die „Umstände“ zu beklagen. Es geht doch so oft im Wirtschaftsleben um den Kompromiss, um das Moderieren und das Verbinden von Positionen, die zunächst nicht zusammenpassen. Diese Rolle mag ich und da bringe ich mich auch persönlich gerne ein und übernehme Verantwortung.

Dr. Thomas Lindner, IHK-Vizepräsident
Für die Ausübung eines Ehrenamtes gibt es zahlreiche Gründe: Im Vordergrund steht für mich dabei, etwas bewegen zu können. Ganz konkret heißt das im Fall meines Engagements für die IHK Reutlingen dazu beizutragen, die Wirtschaftsregion Zollernalb voranzubringen. Meine persönlichen Erfahrungen – über viele Jahre des ehrenamtlichen Engagements hinweg – zeigen mir, dass sich durch Einsatz und Durchhaltevermögen dabei viel erreichen lässt. Als Unternehmer der Region weiß ich auch selbst sehr genau, wo der Schuh drückt, weshalb es mir wichtig ist, mich zu engagieren und nicht einfach abzuwarten, dass sich Dinge von alleine verändern. Die Erfahrung zeigt: Gemeinsam erreicht man dabei wesentlich mehr als allein!

Max-Richard Freiherr Rassler von Gamerschwang, Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses Im Ländle gibt es die meisten ehrenamtlich engagierten Menschen - das ist hinlänglich bekannt, das Ehrenamt liegt bei uns in der DNA. Die touristische Entwicklung der Region Neckar-Alb ist mir eine Herzensangelegenheit. Für unsere Region haben wir schon viele dicke Bretter gebohrt und können auf das Erreichte stolz sein. Was mich erstaunt: Dass die Ehrenamtlichen der IHK kaum politische Mandate innehaben, will sagen: kommunalpolitisch engagiert sind. Dabei ist es auch für die Kammerarbeit hilfreich, Mitglied des Gemeinderats oder Kreistags zu sein.

Dr. Daniela Eberspächer-Roth, IHK-Vizepräsidentin
Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren nicht im Alleingang. Ein Unternehmen ist auch keine Insel, sondern eher wie ein Schiff der Großwetterlage des Umfeldes ausgesetzt. Mich treibt an, als Unternehmerin mitzuwirken, dass unternehmerische Menschen zum Wohle der Gesellschaft agieren können. Unter der Überschrift „Kurs Zukunft“ engagiert sich die IHK und über 3.000 Ehrenamtliche in der IHK dafür, die Region Neckar-Alb und ihre Wirtschaft weiter zu entwickeln, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe zu erhalten und zu fördern. Dazu gehören aktuell vier Schwerpunkte: Bildung, Innovationsförderung, Gründer und Unternehmen.

Dr. Stefan Wolf, IHK-Vizepräsident
Baden-Württemberg ist das Land der Ehrenamtlichen! Fast jeder Zweite hilft in seiner Freizeit im Verein, sammelt Geld für Hilfsprojekte oder setzt sich für die Zukunft unserer Kinder ein. Es gibt kein schöneres Gefühl, als gebraucht zu werden – und Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren, benötigen wir auch in Zukunft. Immer öfter wird beklagt, dass ein Ehrenamt kaum mehr mit dem Beruf vereinbar sei. Dem möchte ich – auch in meiner Rolle des IHK-Vizepräsidenten und Mitglieds der Vollversammlung – entgegenwirken. Ehrenamt muss sich lohnen und sollte beispielsweise auch fester Bestandteil von Unternehmenskultur und Personalentwicklung sein. Denn schließlich brauchen wir diese Menschen, die scheinbar selbstverständlich einfach da sind. Ohne Wenn und Aber.

Bertold Bormann, Vorsitzender des Ausschusses Einpersonen- und Kleinunternehmen
Warum opfere ich Zeit und Energie für ehrenamtliche Aktivitäten bei der IHK? Kurz gesagt: weil es kein Kurz- und mittelfristig gewinne ich durch vielfältige Kontakte und inhaltliche Arbeit neue Erfahrungen. Das erweitert meinen Horizont und meine Kompetenzen. Langfristig wirke ich an der Gestaltung politischer Rahmenbedingungen mit: der IHK kommt laut Gesetz die Wahrnehmung des Gesamtinteresses der ihr zugehörigen Gewerbetreibenden zu. Hier spielt das Ehrenamt die zentrale Rolle: wer soll das Interesse sonst formulieren, wenn nicht die Mitgliedsunternehmen selbst? Ehrenamtliche in den Ausschüssen und Gremien der IHK sind demokratisch legitimiert durch Wahl oder Ernennung. Damit wird die ehrenamtliche Arbeit zum Bestandteil demokratischer Kultur.

Sabine Dörr, Vorsitzende des IHK-Dienstleistungsausschusses
Ich engagiere mich im Ehrenamt, weil ich wirtschaftliches Handeln mit sozialem und kulturellem Engagement verbinden will. Es ist mir sehr wichtig, mich für die Region Neckar-Alb als meiner Heimat einzusetzen. Gemeinsam mit anderen will ich Impulse für eine prosperierende Zukunft setzen, Ideen einbringen und Dinge vorantreiben. Ich bin gerne im Ehrenamt aktiv, weil man im Rückblick sieht, was alles erreicht wurde. Das ist gut, weil ich oft einen echten Fortschritt erkennen kann – und es motiviert mich, auch in Zukunft weiter am Ball zu bleiben und Zeit und Kraft zu investieren.

Stefan Rinderknecht, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses
Ich engagiere mich, weil der Handel sein eigenes und regionales Sprachrohr benötigt. Die Herausforderungen für unsere Branche sind derzeit enorm. Da ist es wichtig, in politischen Fragen eng zusammenzuarbeiten und mit einer Stimme zu sprechen. Wenn wir als Unternehmen alle nur für uns arbeiten, werden wir mit unseren Problemen nicht mehr gehört. Schon heute müssen wir immer wieder feststellen, dass Anliegen des Handels von Gemeinderäten und Verwaltungen bei ihrer Entscheidungsfindung nicht ausreichend beachtet werden.

Robin Morgenstern, IHK-Vizepräsident
Für mich ist ehrenamtliches Engagement ein Ausgleich zum Tagesgeschäft in unserem Unternehmen. Bei der IHK und anderen Unternehmervereinigungen lernt man neue Perspektiven und Lösungswege kennen, trifft Gleichgesinnte aus anderen Branchen und Bereichen und erweitert seinen persönlichen Horizont. Ich lerne dabei und kann mein Bild vom eigenen Unternehmen um manchen Mosaikstein ergänzen. Das hilft mir, die eigene Firma aus einem anderen Blickwickel zu betrachten und Verbesserungen vorzunehmen.

Kristin Maier-Müller, Mitglied der IHK-Vollversammlung und des IHK-Gremiums Reutlingen
Ehrenamtliches Engagement bietet die Chance, Inhalte mitzugestalten und etwas für die Gesellschaft zu tun. Als Geschäftsführerin eines Unternehmens mit 30 Mitarbeitern setze ich mich im Ehrenamt bei der IHK sowie auch im Vorstand der Elektroinnung Reutlingen ein. Dabei sind mir die Rahmenbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen wichtig. Damit sich diese innovationsstark und zukunftsorientiert entwickeln können, brauchen wir eine vernünftige Steuer- und Abgabenpolitik, wenig Bürokratie, eine gute Infrastruktur mit modernem Mobilitätskonzept, guten Verkehrsanbindungen und schnelles Internet zu einem vernünftigen Preis.

Andrea Gündera, stellvertretende Vorsitzende des IHK-Ausschusses für Einpersonen- und Kleinunternehmen
Ich mag den Gedanken der Schwarm-intelligenz, also Dinge gemeinsam statt einsam zu machen. Über unseren Ausschuss und das Netzwerk gelingt für mich genau dies. Ich kann als Einpersonen-Unternehmerin in der Vollversammlung die Arbeit und Ausrichtung der IHK mitgestalten, die Interessen der kleinen Betriebe vertreten und dabei Gehör finden. Das spornt mich an und macht auch Mut, die Forderungen direkt an die Politik heranzutragen. Und ich habe festgestellt, dass genau das möglich ist: Als Ausschuss spricht man in Stuttgart, Berlin oder Straßburg mit uns und wir können unmittelbar darlegen, wo uns kleinsten Unternehmen jeden Tag der Schuh drückt. 

Dr. Anja Hoppe, stellvertretende Vorsitzende des IHK-Tourismusausschuss
Als ich gefragt wurde, ob ich Mitglied des Tourismusausschusses werden möchte, habe ich das als große Ehre empfunden. Den Tourismus als starken Wirtschaftsfaktor nach vorne zu bringen, die vielfältigen touristischen Aktivitäten in der Region Neckar-Alb zu koordinieren, die gesamte Region besser zu vermarkten, halte ich für eine enorm wichtige Aufgabe des Ausschusses. Natürlich ist es auch toll, Vertreter anderer touristischer, gastronomischer oder regionaler Institutionen zu treffen und sich bei der Gelegenheit auszutauschen. Diese Treffen mitsamt den Synergieeffekten sind für mich aungeheuer wertvoll, nach innen wie auch nach außen. Ich bin sehr gerne Mitglied der Gemeinschaft IHK und empfinde das Ehrenamt im besten Sinne des Wortes als ehrenvoll.

Eberhard Geiger, Arbeitgebervertreter im IHK-Schlichtungsausschuss
Es gehört einfach zu mir, ehrenamtlich aktiv zu sein. Ob als Schlichter, Prüfer, ehrenamtlicher Arbeitsrichter, Vorsitzender der Tarifkommission oder Vorstand im Tennisclub, für mich ist das einfach Ehrensache. Ich möchte damit meiner sozialen Verantwortung für die Gesellschaft gerecht werden und mich uneigennützig einbringen. Und ich mach es gerne – mit Verantwortung und großem Engagement. Für mich hat das berufliche Ehrenamt einen unschätzbaren Wert, den ich nicht missen möchte. Neben fachlichen Netzwerken entstehen wichtige berufliche Kontakte, die einen großen Mehrwert für die eigene Berufswelt darstellen.

Markus Berger, Mitglied der IHK-Vollversammlung und mehrerer IHK-Ausschüsse
Viele wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens wären ohne ehrenamtliches Engagement kaum existenzfähig. Für mich ist ehrenamtliches Engagement jedoch nicht nur zur Aufgabenbewältigung sinnvoll, sondern auch wichtiger Bestandteil unserer Kultur des Zusammenlebens. Deshalb sind die unterschiedlichen ehrenamtlichen Aufgaben, die ich wahrnehme, für mich eine Selbstverständlichkeit, die auf der einen Seite mit Arbeit verbunden sind, aber auf der anderen Seite auch mit großer Befriedigung und Dankbarkeit, etwas zurückgeben zu können. Ich lerne außerdem viele interessante Menschen kennen und mache spannende Erfahrungen. Das verbindet.

Detlef Vangerow, Stellvertretender Vorsitzender IHK-Digitalisierungsausschuss
Ich sehe mich als Interessensvertreter der vielen kleinen und mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer, die Tag für Tag antreten, um ihr Unternehmen werteorientiert und mit Anstand zu führen. Ich weiß, dass viele das wollen. Aber es gibt viel zu tun, damit das auch in Zukunft möglich ist oder idealerweise besser möglich ist. Dafür möchte ich mich einsetzen. Denn – wenn nicht wir die Stimme erheben, wer dann?

 

 

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