IHK vor Ort in Jungingen

"IHK vor Ort" in Jungingen befindet sich noch im Aufbau.

Ziel der Veranstaltung ist es, Betriebe aus Industrie, Handel, und Dienstleistungsgewerbe gemeinsam mit dem Bürgermeister und den Vertretern des Gemeinderats an einen Tisch zu bekommen um über aktuelle Themen der Gemeinde zu diskutieren. Die Unternehmerinnen und Unternehmer können ihre Anliegen direkt an die Lokalpolitik adressieren.

Nächster Termin

Alle anstehenden Termine finden Sie in dieser Übersicht. Für dort nicht aufgeführte Städte und Gemeinden sind die Treffen noch in Planung.

Bei "IHK vor Ort" in Jungingen befragte Matthias Miklautz von der IHK die drei Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters, Jürgen Kleinmann, Michael Stehle und Oliver Simmerdinger. Gastgeber war Manfred Diez von Ridi Leuchten (v. l.).

„Nein“ zu höherer Gewerbesteuer

Ein Amt, drei Kandidaten und jede Menge wichtige Themen: Die Bewerber um das höchste Amt im Rathaus von Jungingen stellen sich den Fragen der lokalen Wirtschaft bei der Podiumsdiskussion der IHK.

Jürgen Kleinmann, Oliver Simmendinger und Michael Stehle eint die Überzeugung, genau zu wissen, was die knapp 1.500 Einwohner zählende Gemeinde Jungingen braucht. Wie sich bei der IHK-Podiumsdiskussion anlässlich der Wahl des Bürgermeisters am 15. Dezember herausstellte, gehören höhere Gewerbesteuern nach Ansicht der Kandidaten nicht dazu, wohl aber neue Gewerbeflächen. Aufmerksam lauschten die etwa 25 Unternehmerinnen und Unternehmer im Konferenzraum des Gastgebers, dem Leuchtenhersteller Ridi, den Aussagen der Bewerber zu Wirtschaftsthemen. Eingeladen hatte die IHK Reutlingen im Rahmen der Initiative „IHK vor Ort“, die eine Plattform für Kommunalverwaltung und lokale Unternehmen schafft, um sich regelmäßig auszutauschen.

Das Wichtigste gleich vorweg – die Motivation: „Warum wollen Sie Bürgermeister von Jungingen werden?“, fragte Matthias Miklautz, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Zollernalbkreis. Polizeihauptkommissar Jürgen Kleinmann, seit fünf Jahren Mitglied im örtlichen Gemeinderat, machte den Auftakt, betonte seine tiefen Wurzeln in der Gemeinde und gab zu verstehen: „Ich möchte Jungingen weiterentwickeln“ – und zwar „mit gesundem Menschenverstand“.

Wie sein Vorredner stellte auch Oliver Simmendinger klar, dass Jungingen seine Wahlheimat ist. Der studierte Betriebswirt mit Fachrichtung Informatik leitet, unter anderem, das Peitschenmuseum im Burladinger Stadtteil Killer und arbeitet zudem für einen Münchener Automobilzulieferer. „Ich sehe das als echte Chance und Herausforderung, mit meinem Know-how, Willen und Engagement in Jungingen etwas zu bewegen“, so Simmendinger.

Michael Stehle, gebürtiger Haigerlocher, unterstrich seine Qualifikation für das angestrebte Amt: Als Diplom-Verwaltungswirt habe er, wie rund 80 Prozent aller Bürgermeister, die passende „Generalistenausbildung“. Mit einem Augenzwinkern ergänzte er: „Als Jüngster habe ich am längsten Zeit, in Jungingen zu wirken.“ Stehle ist derzeit im höheren Dienst bei Iteos, dem Nachfolger der Datenzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.

Mehr Flächen, gleiche Abgaben
Darin waren sich die drei Bürgermeisterkandidaten völlig einig: dem Bedarf an neuen Gewerbeflächen in Jungingen. Doch eine schnelle Lösung ist nicht zu erwarten – so das Urteil der Bewerber. Oliver Simmendinger versprach, ein neues Gewerbegebiet schaffen, dieses aber maßvoll und zukunftsorientiert gestalten zu wollen. Das gehe nur in Etappen, so Simmendinger. Jürgen Kleinmann will Ordnung schaffen im „Flickenteppich“ des bestehenden Gebiets in Richtung des Hechinger Teilorts Schlatt und es um neue Flächen ergänzen. Fünf Hektar seien da noch drin, sagte er. Auszuhandeln sei zunächst einmal eine Abänderung des Flächennutzungplans, mahnte Michael Stehle, der dies als seine erste Amtshandlung sieht. In der Zwischenzeit könnten durch Nahverdichtung, beispielsweise im Ortskern, Start-ups angesiedelt werden, wie er sagte.

Für eine höhere Gewerbesteuer sah man kollektiv keinen Anlass. Michael Stehle hält im Fall eines starken, wirtschaftlichen Abschwungs sogar eine Senkung des Steuersatzes für möglich, verwies aber im gleichen Zug auf mögliche, rechtliche Fallstricke bei der Genehmigung des Haushalts. Als absolutes Muss und wichtige Verantwortung des künftigen Amtsträgers sahen die Kandidaten den Ausbau des Breitbandnetzes.

Partner im Rathaus
Wie sieht eine wirtschaftsfreundliche Verwaltung aus? Für Jürgen Kleinmann besteht sie aus „lösungsorientiertem Denken“ unter Abwägung der Machbarkeit. „Man muss alle Beteiligten an einen Tisch bringen“, sagte er. Verwaltung, das ist für Oliver Simmendinger vorrangig eine Dienstleistung. Simmendinger weiter: „Es geht darum, Defizite zu suchen und dann Kompetenzen und Strukturen zu schaffen.“ Michael Stehle sieht eine der Aufgaben des Rathauschefs darin, „Vertrauensperson und erster Ansprechpartner der Wirtschaft zu sein.“ Er wolle bei einem Wahlsieg mit allen Unternehmern einzeln ins Gespräch kommen und mit ihren Wünschen im Blick Jungingens Wirtschaftsplan erfüllen.

Potenziale sahen die Kandidaten im Standortmarketing, das nach ihrer Ansicht als bestes Mittel gegen den Fachkräftemangel einzusetzen ist. Dies könne durch offensives Marketing geschehen, wie Oliver Simmendinger vorschlug. Oder durch das Erhalten und Ausbauen der Vereine, der Freizeitaktivitäten und Einkaufsmöglichkeiten, wie Michael Stehle vorschwebt. Oder – wie nach Vorstellung von Jürgen Kleinmann – durch mehr Angebote für die Jugend, für hochwertiges Wohnen und mehr Kultur.

In der abschließenden Fragerunde erklärten die Kandidaten außerdem, welche Schritte sie planen, um den Hochwasserschutz in der Gemeinde zu stärken sowie die Effizienz und Versorgung von Energie nachhaltig sicherzustellen.

Matthias Miklautz

Matthias Miklautz

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