Cool bleiben - Tipps und Tricks für die Arbeit

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Die ersten Wochen im neuen Job sind besonders spannend: Wie kommt man mit den neuen Kollegen zurecht? Wie ist der neue Chef? Und wie gestaltet sich der Arbeitsalltag?

Den Dresscode und manche Arbeitsabläufe kann man sich abschauen und von erfahrenen Kollegen gibt es Tipps für einen reibungslosen Start. Ansonsten einfach authentisch bleiben, die neuen Kollegen freuen sich auch über frischen Wind.

Dresscode für die Arbeit

Was ziehe ich heute an? Generell das, was Ihnen steht und was bequem ist. Am ersten Tag lieber neutrale Farben wählen und etwas schicker zur Arbeit kommen. Aber nicht verkleiden. In den ersten Wochen können Sie dann in Ruhe schauen, wie sich die Kollegen kleiden. Bei Männern sind Anzug, Hemd, Krawatte und glatte Lederschuhe die Regel. Frauen tragen ein Kostüm oder Hosenanzug. Je nach Branche und Position kann dieser Dresscode aber auch stark aufbrechen. Dann werden auch gerne mal Hemd und Bluse gegen ein T-Shirt getauscht oder mit Jeans und Turnschuhen kombiniert.

Fauxpas bei der Bürokleidung

Männer

  • Das Hawaiihemd aus dem letzten Urlaub muss im Schrank bleiben.
  • Hemden, Hosen und Jacketts müssen natürlich stets gebügelt sein.
  • Unter der Anzughose sollten keine weißen oder bunt gemusterten Socken aufblitzen. Auch wer im Sommer schwitzt, darf die Socken nicht einfach weglassen.
  • Der größte Kampf wird morgens sicherlich mit der Krawatte ausgefochten. Sie muss ungefähr einen Fingerbreit über dem Hosenbund liegen, der Knoten darf nicht zu locker sein, und das schmale Ende der Krawatte sollte nicht hervorlugen.
  • Beim Bart scheiden sich die Geister: In manchen Branchen wird der Gesichtswuchs gern gesehen oder ist gar Markenzeichen, in anderen Bereichen nach wie vor tabu. Ob haarig oder glatt: gepflegt muss es sein.

Frauen 

  • Natürlich müssen Kostüm oder Hosenanzug auch stets faltenfrei sein. Kleidung aus Leinen eignet sich eher nicht. Nach kurzer Zeit ist ansonsten Knitterlook angesagt.
  • Zu tiefer Ausschnitt oder durchsichtige Blusen sind tabu.
  • Bei bürotauglichen High Heels sollte der Absatz nicht höher als sechs Zentimeter sein, in manchen Branchen sind sogar nur zwei bis vier Zentimeter gewünscht.
  • Mit dem Sommer kommt die Hitze und die Kleidung wird luftiger. In konservativen Branchen sind selbst bei sommerlichen Temperaturen Feinstrümpfe und geschlossene Schuhe Pflicht. Anderswo gehen auch Sandalen und freie Schultern. Ein No-Go sind Tops mit Spaghettiträgern.

Tipp: Die richtige Etikette: Anzug ja oder nein? Bart ja oder nein? Duzen ja oder nein? Wer anfangs unsicher ist, wie ein Unternehmen und die Kollegen ticken, sollte zunächst die Umgangsformen beobachten oder Kollegen, die schon länger im Unternehmen sind, einfach darauf ansprechen.

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Harte Nuss – Gehaltsverhandlungen

Damit sich Ihre Gehaltsverhandlung nicht als harte Nuss entpuppt, müssen Sie sich für das Vorstellungsgespräch oder auch für spätere Verhandlungen intensiv vorbereiten. Einfach hingehen und mehr Geld fordern, geht meistens nach hinten los. Sie sollten außerdem auf das richtige Timing achten.

Starke Argumente
Sie müssen zeigen, was Sie wert sind und warum Sie mehr Geld verdienen wollen. Bringen Sie kurze und knackige Argumente und reden Sie sich nicht um Kopf und Kragen. Die besten Argumente sind Ihre beruflichen Erfolge, aber auch mit Einsatzbereitschaft für erkrankte Kollegen, Teamgeist und Hilfsbereitschaft können Sie punkten.

Konkret werden
Falls Ihr Chef abblockt, fragen Sie, ob Ihre Arbeit nicht seinen Erwartungen entspricht. Entweder können Sie dann an Lösungen arbeiten und die Gehaltserhöhung vertagen oder er muss eingestehen, dass Sie hervorragende Arbeit leisten und mit Ihnen die Gehaltserhöhung verhandeln.

Wert einschätzen
Wie hoch die Gehaltsforderung sein darf, muss jeder selbst einschätzen. Am besten man recherchiert, was in einer Branche für eine bestimmte Position üblich ist. Dazu kommt die Berufserfahrung.

Nicht locker lassen
Wenn Sie vertröstet werden, haken Sie nach und fragen Sie, wann Sie das Thema wieder ansprechen dürfen. Und machen Sie es dann auch. Die Gehaltserhöhung rennt Ihnen nicht hinterher, Sie müssen aktiv werden.

Tipp: Der Konjunktiv hat in einer Gehaltsverhandlung nichts verloren. Sie verhandeln Ihren Marktwert und betteln nicht um Almosen. Bereiten Sie Ihre Argumente gut vor und treten Sie selbstbewusst auf.

Von alten Hasen lernen

In jedem Unternehmen gibt es erfahrene Kollegen, die Wissen angehäuft haben. Wer die Möglichkeit hat, sollte viel abschauen und fragen. Gerade Berufseinsteiger und junge Kollegen können, neben fachlichem Wissen, das richtige Auftreten und den Umgang mit Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden erlernen.

Feedback erfragen
Welchen Eindruck machen Sie im neuen Unternehmen? Wie kommen Sie an? Scheuen Sie sich nicht einen Kollegen nach seiner Meinung zu fragen und offen um Kritik zu bitten. Diese dann aber auch annehmen und nicht anfangen zu diskutieren.

Mentoren
Eine Mentor-Situation kann sich informell durch einen erfahrenen Kollegen, einen direkte Vorgesetzten oder Teamleiter ergeben. In manchen Unternehmen werden explizit Mentoringprogramme zur Nachwuchsförderung angeboten. Ein Mentor fördert und fordert seinen „Schüler“. Er stellt ihn vor Herausforderungen, gibt Ratschläge, unterstützt bei schwierigen Fragestellungen und kritisiert Arbeitsvorgänge. Natürlich muss auch der persönliche Kontakt stimmen, da es eben nicht nur um fachliche Wissensvermittlung, sondern auch um soziales Lernen geht. Probleme und Unstimmigkeiten sollten kommuniziert und im Zweifel der Mentor gewechselt werden.

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Meetings effektiv gestalten

Neuer Job, neue Position. Schon nach kurzer Zeit müssen Sie Meetings einberufen und diese am besten strukturiert und zielführend leiten. 

  • Begrüßen Sie alle Teilnehmer offiziell, bevor Sie starten, um Ruhe in die Runde zu bringen und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
  • Geben Sie mit der Einladung zum Meeting die Tagesordnung durch.
  • Haben Sie ein klares Ziel für das Meeting? Dann sorgen Sie auch dafür, dass es eingehalten wird. Klären Sie während der Sitzung, wenn nötig schriftlich, wer was bis wann erledigt.
  • Wenn Protokoll geführt wird, sollten nur die wichtigsten Ergebnisse festgehalten und im Anschluss an die Teilnehmer verschickt werden.
  • Bringen Sie Abwechslung in Ihr Meeting: Halten Sie kürzere Besprechungen im Stehen ab oder starten Sie mit dem letzten Punkt auf der Agenda.
  • Halten Sie keine Vorträge, sondern übernehmen Sie die Rolle des Moderators. Durch kurze Nachfragen kann sich ein Gespräch entwickeln.
  • Selbstpräsentation: Denken Sie daran, dass Sie vor allem am Anfang beobachtet und kritisch beäugt werden.  Sie können sich immer aufs Neue beweisen und bewähren.

Die E-Mail-Flut bewältigen

Das Wichtigste zuerst: Wer selbst nicht in einer E-Mail-Flut ersticken möchte, muss sich an die eigene Nase fassen und überlegen, wem und mit welchen Infos die E-Mails verschickt werden. Wenn Rückfragen vorprogrammiert sind, lohnt es sich zum Telefonhörer zu greifen und das Thema persönlich zu besprechen. Mit diesen Tipps können Sie ein paar E-Mails einsparen:

  • Lassen Sie sich aus jedem Verteiler löschen, der für Sie nicht relevant ist.
  • Welchen Ihrer Newsletter lesen Sie wirklich? Welchen klicken Sie nur weg? Sortieren Sie regelmäßig aus.
  • Überprüfen Sie selbst, wen Sie in Kopie setzen, und informieren Sie auch Ihre Kollegen, zu welchen Themen Sie in CC gesetzt werden wollen und wann nicht.
  • Wenn Sie als Führungskraft das Gefühl haben, von einem Mitarbeiter besonders viele E-Mails zu Kleinigkeiten zu bekommen, nehmen Sie sich lieber fünf Minuten Zeit für ein Gespräch, bei dem der Mitarbeiter alle Fragen loswerden kann.
  • Komplizierte und dringende Dinge lassen sich besser am Telefon klären.

Schlagfertigkeit lernen

Manche sind nie um eine Antwort verlegen und haben immer einen witzigen Spruch auf Lager. Mit ein bisschen Übung lässt sich Schlagfertigkeit lernen. Zumindest können Sie auf verbale Attacken gelassen reagieren und müssen sich nicht unterm Schreibtisch verstecken.

Erst mal schweigen
Bevor Sie etwas Unzusammenhängendes stammeln, weil Sie keine kluge Antwort parat haben, sagen sie erst mal gar nichts. Schweigen Sie einfach oder führen Sie Ihre eigene Argumentation weiter aus. Zeit gewinnen Sie auch mit Phrasen wie „Ist das so?“ oder „Aha“.

Zustimmungs-Taktik
Geben Sie Ihrem Gegenüber einfach recht. Das nimmt allen Wind aus den Segeln. Und wechseln Sie anschließend das Thema. Sie bestimmen das Gespräch.

Fragen-Technik
Bleiben Sie eine Antwort schuldig und fragen im Gegenzug „Wie soll ich das verstehen?“ Oder Sie spielen den Ball zurück und stellen Ihrem Gegenüber dieselbe Frage. Nach dem Motto: „Gut beobachtet. Aber wie ist das denn bei Ihnen?“

Ausweich-Technik
Gehen Sie überhaupt nicht auf den Spruch ein, sondern beschweren Sie sich gleich darüber, wie im Team miteinander geredet wird. Machen Sie deutlich, dass Ihr Gegenüber unsachlich kommuniziert.

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Hier kennt man sich: Business-Networking

Kontakte zu knüpfen und Geschäftsbeziehungen aufzubauen – das ist in fast allen Branchen extrem wichtig. Eine reine Anhäufung der Kontakte bringt nichts. Sie müssen auch genutzt und gepflegt werden. Das kostet natürlich Zeit, die Sie sich nehmen sollten. Es gibt unterschiedliche Business-Netzwerke. Bei sehr großen Unternehmen lohnt es, sich über die eigene Abteilung hinaus mit Kollegen zu vernetzen, um über den Tellerrand zu schauen. Geschäftskontakte lassen sich auch über Branchennetzwerke knüpfen. Fast schon ein Muss sind heute Berufsnetzwerke wie Xing oder LinkedIn, bei denen Sie online Kontakte knüpfen. Aber auch hier gilt: Klasse statt Masse.

Richtig netzwerken

Sie gehen zu einer Veranstaltung mit potenziellen Geschäftskontakten. Kennen aber niemanden. Jetzt müssen Sie sondieren: Wer zeigt Interesse? Wer steht auch alleine da? Wen will ich auf jeden Fall ansprechen? Und dann in die Vollen gehen. Ihr Kontaktkonto für den Abend steht bisher bei null. Sie können also nichts verlieren – nur dazugewinnen.

  • Bevor Sie loslegen, überlegen Sie, was eigentlich Ihre Ziele sind.
  • Sie müssen positiv wirken und lächeln, sonst kommt keiner mit Ihnen ins Gespräch.
  • Überlegen Sie sich ein, zwei Fragen im Vorfeld, die Sie stellen können.
  • Nehmen Sie genügend Visitenkarten mit.
  • Wenn Sie Kontakte knüpfen konnten, bleiben Sie auch in Verbindung und schreiben Sie zumindest eine E-Mail, in der Sie sich noch mal erfreut über das Kennenlernen zeigen.

IHK-Netzwerke

Die IHK Reutlingen bietet Unternehmern, Firmenchefs und Mitarbeitern über 40 verschiedene Berufs-, Fach- und Branchen-Netzwerke an. Im Vordergrund stehen der persönliche Kontakt und Austausch untereinander.

Mehr Wissen
Die IHK-Netzwerke bieten Fachvorträge zu aktuellen Themen, vermitteln Praxis-Tipps für den Berufsalltag und präsentieren Best-Practice-Beispiele aus anderen Unternehmen. Was in den Netzwerken läuft, bestimmen die Teilnehmer selbst: Themenwünsche sind herzlich willkommen. Die IHK übernimmt die Organisation.

Mehr Kontakte
Auch in Zeiten von Twitter, Facebook und Co. zählt der direkte Kontakt: Vorträge, Diskussionen und Networking von und mit Menschen, denen man in die Augen blicken kann, sind einfach entspannter und nachhaltiger als der virtuelle Austausch. Bei den Treffen kann man Kontakte knüpfen und neue Geschäftsbeziehungen aufbauen.

Mehr Erfolg
Wer sich mit den Strategien und Problemen anderer befasst, kann folgenschwere Fehler vermeiden. Der regelmäßige Austausch im Netzwerk trägt so zum Erfolg des eigenen Unternehmens bei.

Mehr Angebote
Das Angebot reicht von A wie Assistenz über IT-Leiter, Kreativwirtschaft oder Young Professionals bis Z wie Zoll. Hier finden Sie das passende IHK-Netzwerk.

Hier geht es zum IHK-Karriere-Atlas.

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