Jomatik: Maschinenteile aus dem Drucker

Johannes Matheis, Geschäftsführer von Jomatik in TübingenFoto: PR

Maschinenteile aus dem 3-D-Drucker, aus Kunststoff statt aus Metall – mit dieser zündenden Idee ging Johannes Matheis 2014 an den Start.

Er gründete den Konstruktions- und Produktionsdienstleister Jomatik, ein Zwei-Mann-Unternehmen zunächst, das mit einem Umsatz von 28.000 Euro loslegte und heuer, mit versechsfachter Mitarbeiterzahl und dem Einsatz hochspezialisierter Technologie, die Millionenmarke reißen wird. Vier Maschinen hat Jomatik im Tübinger Technologiezentrum Vor dem Kreuzberg bereits im Einsatz. Und die Zahl der Mitarbeiter wird wachsen. Auch die Jomatik GmbH sorgt für den Job-Boom in der Region Neckar-Alb.

Ausweitung des Angebots

Mit dem Kunstwort „Jomatik“ hat Matheis eine produktunabhängige Bezeichnung gewählt, aus der man freilich unschwer seinen Namen herauslesen kann. Tatsächlich steht Jomatik für die Entwicklung und Produktion industrietauglicher Bauteile mittels additiver Fertigungstechnologien – worunter man sich durch selektives Lasersintern (3-D-Druck) bearbeitetes Polyamid vorstellen darf, das Schicht um Schicht zu dreidimensionalen Elementen verschmolzen wird.

Fester Kundenstamm in der Region

„Am Anfang haben wir nur gedruckt, aber wir mussten mehr machen, um am Markt zu bestehen“, sagt Johannes Matheis. Und das heißt, Produkte erzeugen, die man im Maschinenbau für Prototypen, Sonderbauteile und Kleinserien einsetzen kann. „Die Sache nahm Fahrt auf.“ Unter anderem Bosch und Joma-Polytec zählen zum festen Kundenstamm, der überwiegend in der Region verwurzelt ist.

Bunt gemischtes Team

Jomatik stellte Mitarbeiter ein, fand aber kaum Fachkräfte, weil es diesen speziellen Beruf noch gar nicht gab –und tatsächlich immer noch nicht gibt. Ein Job-Boom also, ohne Qualifikation? Ja und nein. „Ich stelle Leute ein“, sagt Matheis, „die etwas können und frage nicht nach ihrem Abschluss.“ Was man wisse und beherrsche, habe sich das bunt gemischte Team selbst beigebracht. Und Jomatik wird weiter einstellen, Aushilfskräfte zunächst, um die Produktion zu sichern. Matheis spricht von „Stellenredundanz“, falls mal jemand krank werden sollte. Und bei den täglich 12 bis 14 Stunden im Betrieb will auch der Firmengründer gerne einmal Urlaub machen.