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26.11.2015

Verkehrsschau an der B 27

Wo Autos über Radwege fahren

Lässt sich die B 27 zwischen Bodelshausen und Nehren in ihrem jetzigen zweispurigen Zustand noch weiter optimieren? Nein, lautete die Antwort der Experten gestern bei der Verkehrsschau an der Strecke.

Foto: kichiging - Fotolia.com

Großes Aufgebot bei der Verkehrsschau an der B 27: Regierungspräsidium, Landsratsamt, die Bürgermeister der Kommunen an der Strecke, Gemeinderäte und die IHK. Und die gemeinsame Frage: Geht da noch was? Lässt sich der Verkehrskollaps auf dem bisher nicht ausgebauten Teilstück doch noch verhindern?

Die geballte Verkehrskompetenz stand im Feierabendverkehr an der Strecke. Der Verkehrsfluss war sichtbar zäh. "In der Spitze kommt der Verkehr immer wieder zum Erliegen", fasste Mössingens Oberbürgermeister Michael Bulander zusammen. Seine Gemeinde leidet unmittelbar unter der B 27. Viele Pendler ziehen es vor, statt im Stau zu stehen, über Schleichwege und Nebenstraßen den Stau zu umfahren. "Manche fahren sogar über Radwege", berichtete Bodelshausens Bürgermeister Uwe Ganzenmüller.

Wirkliche Optimierungen haben die Experten bei der Verkehrsschau allerdings kaum gefunden. Lediglich an der Einmündung, die von Belsen kommt, soll geprüft werden, ob die Ampel der Nebenstraße weniger lang grün bekommen kann, um so den Verkehrsfluss der B 27 weniger stark zu unterbrechen.

Mit Hochdruck an den Planungen
Die Lösung des Problems war allen Beteiligten an der Verkehrsschau klar: Die B 27 muss zwischen Bodelshausen und Nehren vierspurig werden. Daran ließ auch Josef Bild, Abteilungsleiter Straßenwesen und Verkehr beim Regierungspräsidium Tübingen, keinen Zweifel. "Wir sind mit Hochdruck an den Planungen." Diese liegen derzeit im Landesverkehrsministerium in Stuttgart, um einen so genannten Sichtvermerk zu bekommen. Man habe die Unterlagen nachbessern müssen, so Bild. "Aber bis Weinachten sollte hoffentlich alles fertig sein." Wenn man bis Ende 2017 ins Planfeststellungsverfahren gehen könne, sei es möglich, Ende 2021 einen Beschluss zu haben. Dann könnte 2022 der Bau beginnen. Auch wenn die Zeitachse lang erscheine, so Bild, "Ich will ihnen Hoffnung machen: Wir sind weit!"

Der vierspurige Ausbau der B 27 zwischen Bodelshausen und Nehren wird derzeit mit 90 Millionen Euro Kosten veranschlagt. Ob der Bund den Ausbau finanziert, wird im neuen Bundesverkehrswegeplan stehen. Der Entwurf soll vor Weinachten vorgestellt werden. Im Bundesverkehrswegeplan sind alle Verkehrsmaßnahmen nachzulesen, deren Bau der Bund in den kommenden Jahren finanzieren wird.

Am 19. Februar 2016 will eine Delegation aus Politik und Wirtschaft erneut nach Berlin fahren, um im Bundesverkehrsministerium für einen zügigen Ausbau und eine Finanzierung des gesamten Ausbaus der B 27 zu werben.

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