Pressemitteilung

05.07.2018

IHK verleiht Preise für Technologietransfer

Weniger Feinstaub

Fünf Wissenschaftler der Hochschulen der Region Neckar-Alb haben die Auszeichnung „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb“ der IHK Reutlingen erhalten.

Professor Dr. Hans-Georg Rammensee, Universität Tübingen, erhält die Urkunde für exzellenten Technologietransfer von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Foto: Studio Weber Foto: Weber Fotografie

Das Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer der IHK Reutlingen (IHK-IWW) vergab den Preis „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb“ bereits zum fünften Mal. Großen Dank richtet Dr. Thomas Lindner, Vizepräsident der IHK Reutlingen sowie Vorsitzender der Geschäftsführung der Groz-Beckert KG, an die Preisträger. Der Auftrag der Wissenschaftler an den Hochschulen liege in erster Linie in den Bereichen Lehre und Forschung. Die Unterstützung der Unternehmen ist nicht primäres Ziel. „Daher ist es notwendig, dass man Wissenschaftler würdigt, die zu einem echten Unternehmenserfolg beigetragen haben“, so Lindner. In diesem Jahr erhielten den Preis je ein Wissenschaftler der Hochschulen Albstadt-Sigmaringen, Reutlingen und Rottenburg sowie zwei von der Universität Tübingen. 

Wie sicher ist Ihr Unternehmen?
Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat mit dem thematischen Schwerpunkt auf IT-Sicherheit einen weit über die Region hinausreichenden guten Ruf als Ausbildungsstätte. Diese Grundlage nutzten die Gründer für ihr Start-up Knox-IT. Mit Hilfe ihrer eigens entwickelten Werkzeuge sensibilisieren und schulen sie Mitarbeiter von Unternehmen und sorgen für den bewussten Einsatz der IT im Betrieb. Die Gründer sehen die Mitarbeiter als einen der großen Schwachpunkte von Unternehmen, denn der unachtsame Umgang mit E-Mails, Webseiten und Co. öffnen Tür und Tor für unerwünschte Zugriffe von außen. Unterstützung erhalten sie von ihrem Professor aus Hochschulzeiten: Professor Dr. Nils Herda hat Geschäftsmodelle und Konzepte für das Unternehmen entwickelt und steht beratend zur Seite. Die IT-SecurityDienstleistungen des Albstädter Unternehmens sind zwischenzeitlich gut nachgefragt. 

Niet magnetisch packen
„Nieten kommen nie außer Mode“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp bei der Ehrung von Professor Dr.-Ing. Gernot Schullerus und Dr. Bernd Petereit von der Hochschule Reutlingen. Die beiden Wissenschaftler widmeten sich den Nieten für Ledergürtel der Philipp Bazlen GmbH. Nicht jeder Niet saß dort gerade und an der richtigen Stelle. Die beiden Wissenschaftler und das Metzinger Unternehmen kamen auf die Idee, das Problem mit Magneten zu lösen. Diese wurden nach den Vorgaben von Schullerus und Petereit entwickelt. Mit der fertigen Apparatur erzielt das Unternehmen nicht nur eine höhere Prozesssicherheit, sondern erhöht auch die Taktraten. Zudem müssen die Werkzeuge viel seltener gewechselt werden. Das spare Arbeitskraft und erhöhe den Output, heißt es seitens des Unternehmens. 

Weniger Feinstaub durch Kühlung
Bei Verbrennungsprozessen entsteht Feinstaub – das ist normal. Die Feinstaubemissionen bei Pelletöfen zu verringern, war das Ziel von Professor Dr. Stefan Pelz von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und der KWB Deutschland GmbH. Durch eine Kühlvorrichtung im Glutbett schaffte es der Wissenschaftler tatsächlich, die Emissionen um bis zu 17 Prozent zu verringern. Laut eigenen Angaben ist KWB damit Innovationsführer mit den niedrigsten Partikelemissionen.

Die Welt der Quanten ist klein – sehr klein
Laser erzeugen eine ganz besondere Art von Licht. Diese Eigenschaften werden vor allem in der Wissenschaft sehr geschätzt. Die Angabe der Laserfrequenz, die Breite der Spektrallinie des Laserlichtes und deren Schwankungen sind beispielsweise für den Einsatz von Quantentechnologie essentiell. Substanzen mit sehr kleinen Abmessungen können damit untersucht und sogar verändert werden. Dr. Florian Karlewski erarbeitete dazu im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Universität Tübingen neue messtechnische Lösungen und baute im Anschluss in einem Förderprogramm einen Prototyp. Die Firma HighFinesse Laser and Electronic Systems GmbH war davon so begeistert, dass sie nicht nur eine Lizenz des von Karlewski entwickelten Gerätes erwarb, sondern den Wissenschaftler gleich bei sich als Entwicklungsleiter einstellte. Heraus kam ein kommerzieller „Linienbreiten-Analysator und -Regler für Laser“. Dr. Thomas Fischer, Geschäftsführer des Tübinger Unternehmens, sieht in der neuen Technologie großes Potenzial für weiteres Wachstum.

Professor Rammensee – herausragender Forscher und Visionär
Im Bereich der Immunologie ist Professor Dr. Hans-Georg Rammensee weltweit bekannt. Er ist Mit-Herausgeber verschiedener Fachjournale und hat für seine Forschungen diverse Ehrungen erhalten. Daneben hat er zahlreichen Firmen mit seinem Wissen unter die Arme gegriffen und begleitete drei Spin-off-Firmen aus seiner Abteilung. Darunter ist ein sogenanntes Unicorn – ein Einhorn. So nennt man junge Firmen mit einem Marktwert von über einer Milliarde Dollar. Die Firmen immatics biotechnologies GmbH, CureVac AG und Synimmune GmbH sind ihrem Ziehvater nach wie vor persönlich stark verbunden und sehr dankbar für seine Unterstützung. Professor Rammensee wird aufgrund dieser Verdienste und weiterer, fast unzähliger Kooperationsprojekte für „exzellenten Technologietransfer Neckar-Alb“ geehrt. „Professor Rammensee ist nicht nur ein herausragender Forscher und Visionär. Auch war sein Engagement wegweisend für den Aufbau von Wissenstransfereinrichtungen in unserer Region Neckar-Alb“, sagte Epp bei der Preisvergabe.

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Ihr Ansprechpartner

IHK-Haus der Wirtschaft
IHK Reutlingen Bereich: Innovation und Umwelt
Position: Technologietransfermanager
Schwerpunkte: Technologietransfer, Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, IHK-Netzwerk Innovationsexperten
Telefon: 07121 201-253
Fax: 07121 201-4253
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