Aktuelle Meldung

01.08.2019

Energieaudit

Teure Fristen-Falle zum Jahresende

Das Energiedienstleistungsgesetz verpflichtet große Unternehmen seit Ende 2015, Energieaudits durchzuführen. In 2019 und 2020 stehen turnusgemäß Wiederholungsaudits an. Wer nicht auditiert ist, riskiert bis zu 50.000 Euro Strafe.

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Energieaudits ermitteln, wieviel Energie in den einzelnen Unternehmensbereichen verbraucht wird. Die Energieauditpflicht zielt darauf ab, Energieeffizienzpotenziale in Unternehmen aufzuzeigen. Sollten dem Audit konkrete Maßnahmen folgen, können Energie und Kosten eingespart werden.

Alle Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern müssen regelmäßig einen Energieaudit machen. Das Wiederholungsaudit ist bis spätestens vier Jahre nach dem ersten Audit durchzuführen. Die letzte Frist für das erste Energieaudit war der 5. Dezember 2015. Daher ist noch bis Ende dieses Jahres die Wiederholung fällig. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) kontrolliert die Durchführung streng. Wird das Audit nicht erneuert, drohen Bußgelder bis 50.000 Euro.

Häufig wird der Arbeitsaufwand für das Audit unterschätzt. Sie bestehen aus der Datenerhebung, einer Vor-Ort-Begehung, in der Effizienzpotenziale aufgedeckt und analysiert werden und einem Umsetzungsplan. Häufen sich gegen Jahresende die Anfragen bei den Energieberatern, ist es wahrscheinlich, dass sie nicht alle Audits fristgerecht fertigstellen können.

Der Bundestag hat in seiner Sitzung am 27. Juni die Änderung des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen beschlossen, die zur Entlastung zahlreicher Unternehmen führen wird. Energieauditpflichtige Unternehmen mit einem Gesamtenergieverbrauch über alle Energieträger hinweg von 500.000 kWh oder weniger im Jahr müssen statt eines vollumfänglichen Energieaudits lediglich ausgewählte Basisdaten zu ihrem Energieverbrauch und ihren Energiekosten über eine Onlinemaske an das BAFA melden. Der Bundesrat wird am 20. September 2019 über die Änderungen beraten. Mit einem Inkrafttreten wird im Oktober gerechnet.

Die IHK rät Firmen, schnellstens mit den Energieaudits zu starten. Es drohen empfindliche Bußgelder beim Fristenverstoß.

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