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08.01.2019

Gästekarte für die Schwäbische Alb

Schub für den Tourismus

Die Gästekarte für die Schwäbische Alb ist im Kommen. In diesem Frühjahr wird die Entscheidung über die Einführung fallen. Ab 2020 sollen die ersten Gäste die Karte in Händen halten.

Foto: macniak/iStockphoto.com

Der Schwarzwald hat eine, das Saarland auch und das Allgäu ebenfalls: Eine Gästekarte. Sie funktioniert so: Jeder touristische Übernachtungsgast bekommt von seinem Gastgeber die „Schwäbische Alb Card“ beim Check-In. Der Gast kann mit der Karte zahlreiche Attraktionen jeden Tag seines Aufenthalts jeweils einmal kostenlos besuchen, etwa Burgen, Schlösser, Museen, Höhlen und Bäder. Zudem steht ihm der ÖPNV so oft er möchte kostenfrei zur Verfügung. 

Machbarkeitsstudie erfolgreich

Seit letztem Jahr prüft die Schwäbische Alb, ob es auch hier ein solches Angebot geben kann. Eine Machbarkeitsstudie von Schwäbische Alb Tourismus, Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA und den Industrie- und Handelskammern auf der Schwäbischen Alb hatte zuletzt gezeigt: Hoteliers und andere touristische Anbieter sind für eine Karte und stehen der Einführung offen gegenüber. „Die Schwäbische Alb hat bei den freizeittouristischen Übernachtungszahlen noch enormes Aufholpotenzial. Mit einer starken Gästekarte schaffen wir einen Buchungsgrund für diese Gästegruppe“, erklärt Louis Schumann, Geschäftsführer des Schwäbische Alb Tourismus.

Aus dem IHK-Tourismusausschuss heraus hatte sich eine Arbeitsgruppe Tourismuskarte gebildet, die das Projekt vorangetrieben hat - mit klarer Zielrichtung, wie Max-Richard Freiherr Rassler von Gamerschwang, Vorsitzender des Ausschusses, betont: „Wir wollen mit in der ersten Liga der heimischen Destinationen spielen. Da dürfen wir bei solch wichtigen Zusatzleistungen nicht hinten anstehen.“  

Die Erfahrungen aus anderen Destinationen in Deutschland zeigen: Seit Einführung der Gästekarte konnten die Ankünfte, die Bettenauslastung und die Übernachtungen überdurchschnittlich gesteigert werden. Dieser Erfolg lässt sich auf der Schwäbischen Alb wiederholen, ist Fritz Engelhardt, Präsident des DEHOGA Baden-Württemberg, überzeugt: „Der Gast erwartet heute Zusatzleistungen - von seiner Unterkunft und seiner touristischen Destination.“ Mit der Karte wird aus Sicht von Engelhardt die Zufriedenheit der Gäste gesteigert.

Finanzierung über Umlage

Die Gästekarte wird von den Gastgebern über einen übernachtungsbasierten Beitrag, die sogenannte Umlage, finanziert: für einen Erwachsenen 3,50 Euro pro Nacht und für Jugendliche 2,20 Euro, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. Kinder unter sechs Jahren sind frei. Die Umlage wird nach einem nutzungsabhängigen Verteilungsschlüssel an die angeschlossenen Leistungspartner ausgeschüttet. Ein Teil des Geldes dient der Finanzierung der Technik, des Marketings und des Projektmanagements. Viele Gastgeber preisen den Umlagebetrag in den Übernachtungspreis ein, manche greifen mit Blick auf die Marketingpower des Projekts zur Finanzierung auch auf ihre Marketingbudgets zurück.

Gespräche laufen
Gleichwohl wird die Karte nicht allein von den Unterkunftsbetrieben finanziert, erklärt Schumann: „Die Leistungsträger leisten ebenfalls ihren Beitrag, weil die Eintritte der Karteninhaber lediglich stark rabattiert vergütet werden.“ Die Karte wird auch ins Marketing der Schwäbischen Alb eingebunden und unterstützt die Markenbildung der gesamten Region - vom Gastgeberverzeichnis über Prospekte bis zum Internetauftritt.

Derzeit laufen letzte Gespräche, um möglichst viele Unterkunftsbetriebe und Leistungspartner wie Museen, Bäder, Höhlen und Schlösser beim Start der Karte an Bord zu haben. Louis Schumann ist guten Mutes: „Das ist für alle erst einmal etwas völlig Neues und bedarf vieler Gespräche.“ Zwischenzeitlich haben sich jedoch bereits mehrere Dutzend Gastgeber und Leistungspartner zur Teilnahme entschlossen. „Mit der Gästekarte wird der Übernachtungstourismus auf der Schwäbischen Alb einen enormen zusätzlichen Schub bekommen.“

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