Pressemitteilung

15.07.2016

Brexit, Flüchtlinge, Rücklagen

Politische Unsicherheit als Bürde

Die regionale Wirtschaft erwartet mittelfristig einen Rückgang beim Handel mit Großbritannien. „Die politische Unsicherheit wird die größte Bürde für das Geschäft werden – völlig unabhängig davon, wann der Brexit nun kommt“, sagte IHK-Präsident Christian O. Erbe bei der Sitzung der IHK-Vollversammlung.

Brexit - was nun? Die IHK-Vollversammlung diskutierte den Ausstieg der Briten aus der EU. Im Bild: IHK-Vizepräsident Dr. Thomas Lindner und Präsident Christian O. Erbe.

Das Parlament der Unternehmerinnen und Unternehmer sprach sich in der Diskussion dafür aus, Großbritannien nach der Entscheidung für den Brexit trotzdem möglichst eng an die Europäische Union und die Regeln des Binnenmarkts zu binden. Rund 400 Unternehmen aus der Region Neckar-Alb handeln regelmäßig mit Großbritannien. Aus Sicht des IHK-Präsidenten gilt es, Lehren aus dem Brexit zu ziehen. "Wir müssen auch bei uns mehr für die europäische Idee werben. Europa ist die Friedensunion, der Inbegriff der offenen Grenzen und unser größter Markt", so Erbe.

Chancen geben
In einer Zwischenbilanz beschäftigte sich die Vollversammlung mit dem Thema Flüchtlinge. IHK-Integrationsberaterin Aleksandra Vohrer hat seit dem Frühjahr rund 50 Einzelgespräche mit Flüchtlingen geführt, die geringen Förderbedarf und eine gute Bleibeperspektive haben. Die ersten konnten für Praktika in heimische Betriebe vermittelt werden. "Es gibt die Bereitschaft der Wirtschaft, Flüchtlingen eine Chance zu geben. Das ist ermutigend, bei allen Schwierigkeiten, die es im Detail gibt", sagte Christian O. Erbe. Als wichtiges Signal wertet der IHK-Präsident in diesem Zusammenhang das gerade verabschiedete Integrationsgesetz. Es sieht die von der Wirtschaft geforderte "3+2-Regel" vor. Das bedeutet: Flüchtlinge, die geduldet sind, können während ihrer Ausbildung bis zu drei Jahre und bei Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung weitere zwei Jahre in Deutschland bleiben.

Rücklagen
Die Vollversammlung beschloss außerdem, die Rücklagen der IHK neu zu ordnen. So soll die bisherige Instandhaltungsrücklage in Höhe von rund 7,6 Millionen Euro mit Blick auf den anstehenden Neubau der IHK-Zentrale als "Bau- und Instandhaltungsrücklage" weitergeführt werden. Die IHK bildet diese Rücklage, um Investitionen in Gebäude und Anlagen unabhängig von der jeweils aktuellen Beitragslage finanzieren zu können. "Als ordentliche Kaufleute haben wir seit einigen Jahren Vorsorge betrieben, um umfassend renovieren oder neu bauen zu können, und die konjunkturell guten Jahre genutzt", so Erbe. Ferner entschied die Vollversammlung, die Liquiditätsrücklage in Höhe von 3,1 Millionen Euro aufzulösen und vollständig der Bau- und Instandhaltungsrücklage zuzuführen. Die Liquiditätsrücklage war bisher vom Finanzstatut für die IHKs vorgeschrieben.

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