Aktuelle Meldung

02.10.2017

Arbeitgeber: Stellenausschreibung

Keine diskriminierende Formulierung

Wählt ein Arbeitgeber in einer Stellenausschreibung eine Formulierung, die ältere Personen gegenüber jüngeren mittelbar benachteiligt, begründet dies die Vermutung einer Altersdiskriminierung.

Grafik: coloures-pic-Fotolia.com

Daraus folgt, dass der Arbeitgeber die Beweislast dafür trägt, dass die begründenden Tatsachen gerechtfertigt sind. Das hat das Bundesarbeitsgericht im Fall eines Reiseinformationsportalbetreibers entschieden, der mit einer Stellenanzeige einen „Junior Sachbearbeiter Kreditorenbuchhaltung (m/w)“ suchte, der „gerade frisch gebacken aus einer kaufmännischen Ausbildung kommt“. Ein 36-jähriger Bewerber, der eine Absage erhielt, sah darin eine Altersdiskriminierung und forderte 2.750 Euro Entschädigung. In seiner Begründung weist das Gericht darauf hin, dass die Formulierung eine Anforderung enthalte, die ältere Personen gegenüber jüngeren Bewerbern mittelbar benachteilige. Das begründe die Vermutung, dass er durch die Absage eine ungünstigere Behandlung erfahren habe als der eingestellte Bewerber und damit unmittelbar diskriminiert worden sei.

Folglich trage der Arbeitgeber die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht verletzt sei. Dabei gelte das Beweismaß des sogenannten Vollbeweises, dass ausschließlich andere als im AGG (vgl. Paragraph 1) genannte Gründe die ungünstigere Behandlung veranlasst haben. Die Widerlegung dieser Vermutung sei dem Arbeitgeber vorliegend nicht gelungen. Der Entschädigungsanspruch sei daher begründet. (Urteil des Bundearbeitsgerichts – BAG – vom 15. Dezember 2016; Az.: 8 AZR 454/15)

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