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14.03.2019

Langzeitarbeitslose beschäftigen

Firmen können Förderung erhalten

Mit zwei neuen Instrumenten fördert die Bundesregierung seit Januar die Wiedereingliederung langzeitarbeitsloser Menschen in den ersten Arbeitsmarkt. Davon können auch Unternehmen profitieren.

Foto: wavebreakmedia/shutterstock.com

Um Langzeitarbeitslosen den Weg in eine reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu ebnen, hat die Bundesregierung mit dem Teilhabechancengesetz zum Jahresbeginn einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt geschaffen („Sozialer Arbeitsmarkt“). Unternehmen, die Langzeitarbeitslose einstellen – etwa um Arbeit umzuverteilen und Fachkräfte von weniger qualifizierter Arbeit zu entlasten –, können hierbei hohe Lohnkostenzuschüsse erhalten.

„Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ (§ 16e SGB II)
Mit dem Förderinstrument „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ (§ 16e SGB II) werden über 25-Jährige, die zwei Jahre oder länger arbeitslos gemeldet waren und die eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit in Voll- oder Teilzeit aufnehmen, über einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert. Im ersten Beschäftigungsjahr werden die Lohnkosten zu 75 Prozent, im zweiten Beschäftigungsjahr zu 50 Prozent vom Bund übernommen. Grundlage bilden das gezahlte Arbeitsentgelt sowie der pauschalierte Anteil des Arbeitgebers am Gesamtsozialversicherungsbeitrag (ohne Arbeitslosenversicherung).

„Teilhabe am Arbeitsmarkt“ (§ 16i SGB II)
Das Förderinstrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ (§ 16i SGB II) richtet sich an über 25-Jährige, die mindestens sechs Jahre Hartz IV bezogen haben und eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Voll- oder Teilzeit aufnehmen. Sie werden fünf Jahre lang gefördert. In den ersten beiden Jahren werden die vollen Lohnkosten übernommen, ab dem dritten Jahr wird der Lohnkostenzuschuss um jeweils zehn Prozentpunkte pro Jahr reduziert (3. Jahr: 90 Prozent, 4. Jahr: 80 Prozent, 5. Jahr: 70 Prozent). Zugrunde gelegt wird der Mindestlohn – es sei denn, der Arbeitgeber ist tarifgebunden oder tariforientiert: Dann wird das tatsächlich gezahlte Arbeitsentgelt berücksichtigt.

Begleitende Betreuung
Um die geförderte Beschäftigung zu stabilisieren, werden Arbeitgeber und Beschäftigte bei Fragen und Problemen mit einem beschäftigungsbegleitenden Coaching unterstützt. Das Coaching erfolgt während der gesamten Förderdauer von zwei bzw. fünf Jahren.

Jobcenter berät Arbeitgeber
Unternehmen, die Interesse an den Unterstützungsangeboten haben, erhalten bei ihrem zuständigen Jobcenter weitere Informationen.

Ihr Ansprechpartner

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IHK Reutlingen Bereich: Standortpolitik
Position: Leiterin Volkswirtschaft und Fachkräftesicherung
Schwerpunkte: Volkswirtschaft (Konjunktur, Arbeitsmarkt, Studien), Regionale Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsjunioren, Gesundheitswirtschaft
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